Beluga geht durchs Nadelöhr 2

Italien-Reisebericht  |  Reisezeit: Mai - Oktober 2004  |  von Doris Sutter

Die Straße von Messina

07.8. Messina

Obwohl uns der Wetterbericht 1-2 Beaufort verspricht, jagen uns hinter Capo Spartivento satte 5 Windstärken ins Gesicht und salzen uns mal wieder ein.

Nach Umrundung von Capo dell Armi fegt der Wind durch die Straße von Messina wie eine wilde Bestie.

Capo dell Armi

Capo dell Armi

In Reggio di Calabria gelingt es uns nicht einen Liegeplatz zu bekommen. Im Handelshafen verweist uns die Polizei in den Jachthafen und im Jachthafen scheucht uns einer weg wie einen räudigen Hund. Es wäre alles voll. An einem Fähranleger könnten wir übernachten, doch morgen früh um otto - otto - otto, dreimal zeigt uns der zahnlose alte Italiener seine 8 Finger, dann käme die Fähre, dann müssen wir weg.
Doch der Platz ist schrecklich. Die ein und aus rasenden Fähren verursachen Schwell, der uns 2 m an der Mauer hüpfen läßt. Das kann's wirklich nicht sein.

Wir versuchen unser Glück auf der sizilianischen Seite in Messina.
Auch hier ist der Hafen voll, doch wir bekommen einen Platz. Ein junger Mann hilft uns vorne an Moorings und hinten am Steiger anzulegen.
Ich weiß jetzt auch, warum man diese Art des Festbindens römisch-katholisch nennt, weil nämlich jeder, der so nicht anlegen muss sofort einen Kniefall macht und dem für ihn zuständigen Gott händeringend dankt.
Mit einem Helfer an Land und Moorings im Wasser ist es allerdings kein Problem.

Der Jachthafen von Messina, Marina del Nettuno, (Neptun bekäme eine Rogenkolik in seinem nassen Grab, wüßte er, dass man seinen Namen dafür mißbraucht) ist vom Fährhafen nur durch einen schwimmenden Wellenbrecher-Ponton abgetrennt.
Die Wellen der in voller Marschfahrt einfahrenden Fähren schlagen teilweise über den Ponton. Eigentlich müsste man etwas bekommen um hier zu liegen, statt 45 Euro für eine Nacht zu bezahlen.

Obelix hat es schon gewußt: die spinnen die Römer!!

Leider hat man keine Alternative, denn ein paar Seemeilen weiter lauert das Äolische Dreieck, das Bermuda-Dreieck des Mittelmeers, mit zur Zeit gemeldeten 5 Bft. und 3 m Wellen und die müssen wir aussitzen.

Das ist überhaupt seit einigen Wochen unser neuestes Trainingsprogramm, aussitzen, abreiten und festklammern.

Hafeneinfahrt von Messina

Hafeneinfahrt von Messina

© Doris Sutter, 2004
Du bist hier : Startseite Europa Italien Italien-Reisebericht
Die Reise
 
Worum geht's?:
Unsere Bootstour die Donau abwärts findet ihr im ersten Teil. Vom Donaudelta quer durchs Schwarze Meer führt uns unsere Heimreise durch den Bosporus, das Marmarameer, die Dardanellen, quer durch die Ägäis,rund Griechenland, die Straße von Korinth,wie auch die Straße von Messina, die italienische Westküste entlang, an der Cote d'Azur vorbei in die Rhone. Hier folgt der 2. Teil
Details:
Aufbruch: Mai 2004
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: Oktober 2004
Reiseziele: Schwarzes Meer
Bulgarien
Türkei
Griechenland
Straße von Korinth
Ionisches Meer
Italien
Frankreich
Der Autor
 
Doris Sutter berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Doris sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
Bild des Autors