Asien 2005: Der Weg BLEIBT das Ziel

Reisezeit: Januar - Juni 2005  |  von Armin und Petra Storek

LAOS: Verbrannte Erde

20.-23.Maerz, Nong Khai, Thailand

[Die nackten Fakten: Bus von Vientiane nach Vang Vieng, Songthaew von Vang Vieng nach Vientiane]

Dem Autor war Vang Vieng von seiner ersten Laosreise 1997 noch in guter Erinnerung. In grandioser Karstlandschaft an einem kleinen Fluss ("Nam Xong") idyllisch gelegen, vom Tourismus damals noch gaenzlich unbeleckt. Petra, das wird uns gefallen. Zwar laesst die Bibel keinen Zweifel, dass Unbeleckheit nicht mehr ist, aber ein nettes Plaetzchen am Fluss, vorzugsweise ausgestattet mit Haengematten, sollte sich wohl doch noch finden lassen. Vorher zum "KT-Shop", Motorrad reservieren fuer den ungefaehren Zeitpunkt unserer Rueckkehr aus Vang Vieng nach Vientiane in einigen Tagen. Dann Touri-Bus nach Vang Vieng. Ruede spaetpubertierende Mitreisende beweisen, dass koloniales Verhalten nicht antiquiert sondern wieder schick ist. Eingeborener, eben dem Busch entsprungen, weisst du denn nicht, dass eine ueberlegene Rasse vor dir steht.

Karstlandschaft bei Vang Vieng

Karstlandschaft bei Vang Vieng

Am Nam Xong-Fluss in Vang Vieng

Am Nam Xong-Fluss in Vang Vieng

Vier Stunden spaeter erreichen wir Vang Vieng und marschieren los, einer Kette von Enttaeuschungen entgegen. Nachdem alle Unterkuenfte entlang des Flusses abgeklappert sind, sind wir restlos desillusioniert und treten trotzig-spontan mit der letzten Moeglichkeit am gleichen Tag die Rueckreise nach Vientiane an, ein Sammeltaxi (ueberdachter Pick-Up mit Sitzbaenken: "Songthaew"), zugig, nicht sonderlich bequem, aber ausschliesslich besetzt mit freundlichen, zuvorkommenden Laoten, keine benimmfreien Bleichgesichter.

Vang Vieng. Im Kapitel "Carmen in Hoi An" wurde bereits der Brandrodungscharakter des Tourismus angerissen. In diesem Sinne ist Vang Vieng (in weniger als acht Jahren!) verbrannte Erde. Obschon mit einer ueberwaeltigenden landschaftlichen Kulisse ausgestattet, macht sich die haessliche Fratze einer Tourismus-Monokultur ruecksichtslos breit und wird den verbleibenden Boden der Urspruenglichkeit rasch und restlos auslaugen. An jeder Ecke werden eiligst neue Unterkuenfte ohne Sinn fuer lokale Gegebenheiten gebaut, der ganze Ort ist ein einziges Gesaege und Gehaemmere, und die Hauptstrasse von Vang Vieng heisst allen Ernstes Khao San Road (nach dem gleichnamigen Zentrum des Rucksacktourismus-Universums in Bangkok). Auch hier: Nomen est Omen.

Am Nam Xong Fluss bei Vang Vieng

Am Nam Xong Fluss bei Vang Vieng

Zurueck in Vientiane ist unser Herbergsvater sprachlos. Sind diese merkwuerdigen Gestalten nicht heute morgen nach Vang Vieng weitergereist und nun schon wieder hier? Didn't like Vang Vieng?? Wer haette so etwas Spleeniges je gehoert.

[Fortsetzung: -> "Stuerzen verboten"]

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Soll man nach der Tsunami-Katastrophe nach Asien reisen? Wir denken ja. Die Rückkehr zur Normalität ist die einzige Perspektive auch angesichts dieser apokalyptischen Tragödie. Wem ist geholfen, wenn Reisende nun Asien jenseits der unmittelbar betroffenen Regionen meiden würden? Wir beginnen nicht in Sri Lanka (...) sondern in Bangkok, um in den Süden von Laos weiterzureisen. Kambodscha und Vietnam könnten nächste Stationen sein, aber weiterhin entscheidet sich die Reiseroute spontan vor Ort.
Details:
Aufbruch: 01.01.2005
Dauer: 6 Monate
Heimkehr: 23.06.2005
Reiseziele: Indonesien
Bangkok
Laos
Kambodscha
Vietnam
Indien
Nepal
Der Autor
 
Armin und Petra Storek berichtet seit 17 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Armin und Petra sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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