Wo Afrika Am Schönsten Ist

Reisezeit: Juni 2009  |  von Uwe Decker

Wieder an den Fällen

Livingstone, Sambia, 19.06.2009

Am Nachmittag erforsche ich die Viktoria Fälle von der sambischen Seite. Das ist viel billiger als der gestrige Ausflug, kostet nur 10 Dollar Eintritt, die Visagebühren fallen natürlich auch weg und später zu den Bungee-Jumpern auf der Brücke kann man sowieso kostenlos.

Ich nähere mich den Fällen heute genau von der anderen Seite, von Osten, und kann zunächst beobachten, wie sich der Sambesi fast gemächlich dem Abgrund nähert. Dann kommen einige Stromschnellen zwischen den Inseln und kurze Zeit später verschwindet der Fluss jäh am Abgrund.

Man trifft auch sogleich auf die unvermeidlichen Paviane, die sich hier über die Abfälle der Besucher hermachen.

Eine hübsche Einheimische möchte ein Bild haben mit dem Affenboss, der gerade genüsslich ein paar Essensreste verschlingt. Dabei rückt sie ziemlich nah an ihn heran, ohne dass der sich gestört fühlt. Als das Bild im Kasten ist und sie weitergehen will schießt aus dem Gebüsch plötzlich ein offensichtlich mächtig eifersüchtiges Weibchen heraus und stürzt sich auf die Schwarze. Die schreit wie am Spieß. Gott sei Dank sind ein paar andere Besucher so geistesgegenwärtig und verscheuchen die Affenfrau mit ein paar großen Steinen.

Hier auf der sambischen Seite kann man nur ein kurzes Stück der gesamten Breite der Wasserfälle abgehen. Aber man ist insgesamt näher dran, und daher bietet sich auch die Ausleihe eines dicken zweilagigen Regencapes an.

Zunächst kann ich noch ein paar schöne Fotos schießen, dann geht es über eine schmale Fußgängerbrücke am "Knife Edge" zum "Boiling Pot". Die Namen sind furchteinflößend, und zwar völlig zu Recht. Hier herrscht ein regelrechtes Wasserinferno. Das Getöse ist gewaltig und die aufsteigende Gischt kommt nicht als leichte Dauerberieselung wie andernorts, sondern als heftigster Regen wieder herunter. Aber eigentlich ist das Wasser überall. Es kommt von oben, von links, von rechts, von vorne, von hinten.

Meine Kamera und Fotoausrüstung verhülle ich so gut es geht in den großen Taschen des Regencapes, aber selbst dort steht das Wasser schließlich zentimeterhoch. Die Pfade sind natürlich auch glitschig und führen teilweise ziemlich nah am Abgrund entlang. Das Aufstellen von Abzäunungen oder Geländern vor der Schlucht würde sicher optisch stören, dagegen mein Sicherheitsgefühl erheblich steigern.

Insgesamt aber ist der Eindruck gerade hier mitten Wasser-Hexenkessel gigantisch, so ähnlich wie früher an den Iguassu-Fällen in Brasilien.

Nach der Besichtigung der Viktoriafälle nun auch von der sambischen Seite steht natürlich noch ein Abstecher zu meinen Bungee-Jumpern auf dem Programm. Diese Mal gibt es auch Tandem-Sprünge zu bewundern (macht ja auch Sinn, finde ich, geteiltes Leid ist halbes Leid) und das Gorge-Swinging. Bei letzterem lässt man sich nicht in die Tiefe fallen, sondern schwingt nach einem kurzen Fall in der Schlucht hin und her.

© Uwe Decker, 2009
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Drei Wochen allein durch Malawi und Sambia - auf den Spuren von wilden Tieren und David Livingstone, mit Sightseeing, Badeurlaub, Safari und vielen anderen Aktivitäten ...
Details:
Aufbruch: 03.06.2009
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 22.06.2009
Reiseziele: Malawi
Sambia
Simbabwe
Der Autor
 
Uwe Decker berichtet seit 17 Jahren auf umdiewelt.
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