Wo Afrika Am Schönsten Ist

Reisezeit: Juni 2009  |  von Uwe Decker

(Ab)Reisetag

Richtung Lusaka, Sambia, 11.06.2009

Frühmorgens geht es zurück nach Malawi. Zumindest für meine Mitfahrer.

Ich werde um die Mittagszeit im ostsambischen Nirwana abgesetzt, um mich von hier aus Richtung Lusaka und Viktoriafälle durchzuschlagen. Das Nirwana ist genauer gesagt Chipata, immerhin die größte Stadt im Osten Sambias, eigentlich der Ort einer eingeplanten Übernachtung. Aber beim Blick aus dem Fenster auf das was ich bei der Durchfahrt von dieser Stadt sehe, kommt mir ein spontaner Gedanke...

Günstig, dass am Busbahnhof gerade ein Bus nach Lusaka bereit steht. Abfahrbereit, wie mir der Ticketverkäufer versichert. Ich solle schnell einsteigen. Tatsächlich setzt sich der Bus auch schon eine Stunde später in Bewegung, und zwar circa 500 Meter bis zur nächsten Tankstelle. Um aufzutanken, und -gemessen an der Standzeit- offensichtlich zur Generalinspektion, um die 650 Kilometer zur Hauptstadt erfolgreich zu überstehen.

Ich überstehe auch diese Busfahrt, aber es fällt mir schwer. Nicht wegen des Zustandes des Gefährts. Der ist durchaus ok. Nicht wegen der qualvollen Enge. Erst auf der zweiten Hälfte wird es richtig voll. Eher schon wegen der stickigen Luft, der Hitze und der -selbstverständlich- nicht vorhandenen Klimaanlage (auch in Sambia ist übrigens gerade Winter!). Mehr aber noch wegen dem, was aus dem Bildschirm dröhnt. Machen sonst schmalzige nigerianische Soaps eine solche Busreise zur Qual, sind es dieses Mal übelste Horror- und Katastrophenfilme der ersten Generation, aus den frühen 70er Jahren, dargeboten in brutaler Lautstärke. Heute kaum vorstellbar, dass so etwas wirklich mal produziert wurde. Den Einheimischen gefällts offensichtlich. Die quieken vor Freude, wenn der Drache mal wieder aus seiner Höhle kommt und im benachbarten Dorf ein Blutbad anrichtet.

Es ist nicht gerade der Traum eines Travellers, spätabends in einer Stadt wie Lusaka anzukommen, aber Bedenken sind vollkommen überflüssig. Gepäckträger stürmen den Bus, verfrachten mich samt Gepäck ins nächste Taxi und zehn Minuten später stehe ich in meinem Wunschhotel vor einer bestürzten Dame an der Rezeption, die so spät abends mit Kundschaft und damit verbundener Arbeit wohl nicht mehr gerechnet hat und versucht mich abzuwimmeln - erfolglos. Hartnäckigkeit zahlt sich aus.

© Uwe Decker, 2009
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Drei Wochen allein durch Malawi und Sambia - auf den Spuren von wilden Tieren und David Livingstone, mit Sightseeing, Badeurlaub, Safari und vielen anderen Aktivitäten ...
Details:
Aufbruch: 03.06.2009
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 22.06.2009
Reiseziele: Malawi
Sambia
Simbabwe
Der Autor
 
Uwe Decker berichtet seit 17 Jahren auf umdiewelt.
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