Asia Express – In 6 Monaten von Delhi nach Denpasar

Reisezeit: Februar - August 2010  |  von Dirk Vorwerk

Have you ever seen a tiger? - Ranthambhore

11. März - 13. März 2010

Mit dem Zug geht es heute nach Ranthambhore, wo wir den gleichnamigen Nationalpark besuchen wollen, der für seine Tigerpopulation bekannt ist.
Neben mir sitzt ein älterer Inder in Polizeiuniform. Sein Karabiner, der wohl noch aus der Kolonialzeit stammt, lehnt an seinem Sitz. Erst später bemerke ich die Kette, die zur Sitzreihe vor uns führt. "Con Air" auf Schienen, es ist tatsächlich ein Gefangenentransport. Wenn der Delinquent mal aufs "Örtchen" muss, wird die Kette einfach durch einen Türspalt gelegt.

Nach unserer Ankunft in Ranthambhore ist schnell eine Autorikscha gefunden, die uns zum "Hill View Resort" bringt. Bereits vor Sonnenaufgang begeben wir uns zum Tourist Office, um noch einen der begehrten Safariplätze (laut Empfehlung unseres Reiseführers möglichst 6 Wochen im Voraus zu buchen) zu ergattern. Die Hoffnung auf Plätze in einem Jeep, hier Gipsy genannt, zerschlägt sich leider schnell. Zum Glück kommen wir aber zumindest noch auf einem Canter (für 20 Personen) unter. Da wir die anderen Safariteilnehmer an ihren Hotels einsammeln sind wir die ersten Passagiere und können uns die besten Fotoplätze sichern.

Unserem Fahrzeug wurde die Route 3 zugeteilt. Eine glückliche Fügung wie sich schnell herausstellt, denn es ist eine der schönsten Routen direkt an den Seen. Bereits auf dem Weg dorthin entdecken wir an ein einem Hang 2 Leoparden. Am Ufer des Sees, der von den Ruinen des ehemaligen Maharadjapalastes umgeben ist, sind zahlreiche Wasservögel und Hirsche zu finden. Dann bewegt sich plötzlich das Schilf...
Schon der erste Versuch ist ein Treffer, wir können den Tiger bei der "Katzenwäsche" und beim Bad im See beobachten, das frühe Aufstehen hat sich gelohnt.

Am nächsten Tag unternehmen wir den zweiten Versuch nach dem gleichen Muster, d.h. wir sind wieder kurz nach 5 Uhr am Tourist Office. Einer der Guides macht uns Hoffnung auf einen Gipsy - "Ninetynine percent chance". Nach gut einer Stunde haben wir dann, zusammen mit 2 Jungs aus UK, die traurige Gewissheit, das verbliebene 1 Prozent erwischt zuhaben. Wir wechseln zum Canter-Schalter - zu spät. Die Canter sind ausgebucht und für ein weiteres Fahrzeug reicht die Anzahl der Interessenten nicht aus (die Fahrzeuge müssen voll besetzt sein oder man bezahlt die unbesetzten Plätze mit). Einer der Guides setzt sich mit Nachdruck für uns ein und so sitzen wir dann nach langer Diskussion zusammen mit den beiden Briten und noch einem weiteren englischen Paar in einem Gipsy. Dieses Mal sind wir auf Route 2 unterwegs, die landschaftlich auch sehr reizvoll ist. Wir sehen Hirsche, Antilopen, Vögel und Krokodile. Aber jeder Guide möchte seinen Gästen natürlich, in der Hoffnung auf ein entsprechendes Trinkgeld, einen Tiger präsentieren. Der Fahrer wechselt kurzerhand die Routenschilder am Gipsy und nach einem Stückchen "off road" befinden wir uns auf Route 3. Es nützt leider nichts, einen Tiger sehen wir trotzdem nicht. Die Schilder werden erneut gewechselt und wir verlassen den Nationalpark wieder über den Checkpoint für Route 2.
Den Nachmittag nutzen wir für einen Ausflug zum Fort. Lohnt sich für unseren Geschmack nicht wirklich. Das historische Gemäuer gleicht einer Müllhalde. Aus der Froschperspektive vom See aus betrachtet sieht das Fort wesentlich vorteilhafter aus.

© Dirk Vorwerk, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Der Wunsch etwas in dieser Art zu tun war schon lange da. Im letzten Jahr wurde aus diesem Wunsch dann ein Entschluss und nach langer Überlegung haben wir uns für eine Tour durch Asien entschieden. Seit dem 23. Februar sind wir nun auf unserer Reise die uns in 6 Monaten durch Indien, Malaysia und Indonesien führen soll.
Details:
Aufbruch: 23.02.2010
Dauer: 6 Monate
Heimkehr: 26.08.2010
Reiseziele: Indien
Malaysia
Australien
Singapur
Indonesien
Der Autor
 
Dirk Vorwerk berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.