Pfingsten in Lissabon

Reisezeit: Juni 2011  |  von Sabine H.

Baixa und Alfama

Praca da Figueira

Praca da Figueira

Heute nachmittag knöpfe ich mir als erstes die Baixa und die Alfama vor. Baixa, also Unterstadt, ist das Zentrum der Lissaboner Altstadt. Hier befindet sich der Rossio, die Fussgängerzone Rua Augusta, der einzige senkrechte "elevador" Lissabons Santa Justa, der Bahnhof Rossio und hier beginnt die Prachtstrasse Avenida da Liberdade.

Rossio

Rossio

Einer der 2 Brunnen auf dem Rossio

Einer der 2 Brunnen auf dem Rossio

Es ist perfekt heute nachmittag: 23 Grad, knallblauer Himmel, eine leichte Brise vom Tejo bzw. aus Richtung Atlantik und ich schlendere durch die wirklich bildschöne Altstadt von Lissabon. Sehr aufgehübscht sieht es hier überall aus und ich denke mir, dass das arme Portugal sicherlich ein paar EU-Milliarden dafür verprasst hat, die Hauptstadt derart aufzurüschen. Die besondere schwarz-weisse Pflasterung der Plätze und der Fussgängerzone und der allgemein gute Zustand der historischen Gebäude und Strassenzüge lassen dies vermuten. Den Elevador Santa Justa fotografiere ich heute nur, benutzen werde ich ihn am Montag. Am Ende der Rua Augusta befindet sich der Praça do Comércio am Ufer des Tejo und spätestens hier staune ich wirklich Bauklötzer angesichts der Schönheit dieser Stadt !

Die wellenförmige Strassenpflasterung auf dem Rossio

Die wellenförmige Strassenpflasterung auf dem Rossio

Elevador Santa Justa

Elevador Santa Justa

Ich schlendere weiter zum Praça do Comércio und auch mal ganz runter ans Ufer des Tejo. Fotos, Fotos, Fotos...

Rua Augusta

Rua Augusta

Tram an der Praça do Comérco

Tram an der Praça do Comérco

Na, wenn das nicht schön ist !

Na, wenn das nicht schön ist !

Ein Denkmal gibt´s auch noch dazu.

Ein Denkmal gibt´s auch noch dazu.

In wenigen Schritten ist man am Tejo und kann sich die Brise um die Nase wehen lassen

In wenigen Schritten ist man am Tejo und kann sich die Brise um die Nase wehen lassen

Von hier aus wandere ich weiter in Richtung Alfama und tauche bald in den engen, bildschönen Gassen unter. Die Strassencafés und Restaurants sind überall brechend voll. Lissabon verströmt so ein entspanntes Flair, dass man das Wort "Hektik" hier bestimmt gar nicht kennt. Zumindest vergesse ich dieses Wort für dieses Wochenende jetzt völlig, denn die Portion Hektik von heute frühmorgens reicht mir erstmal.

Unterwegs in die Alfama

Unterwegs in die Alfama

Igreja de Santo António de Lisboa

Igreja de Santo António de Lisboa

Sé Catedral

Sé Catedral

Vor der Kathedrale sitzen Strassenkünstler und bieten Selbstgemaltes zum Verkauf an. Da ich immer gerne Bilder gucke (und kaufe) betrachte ich mir die "Kunstwerke" genauer. Am 2. Stand entdecke ich ein Bild, das ich wirklich schön finde - eine Altstadtansicht von Lissabon, bunt und abstrakt in Acryl auf Leinwand gemalt. Der Maler beobachtet mich ein paar Sekunden und spricht mich dann direkt in perfektem deutsch an (der kann also Touristen mit schlafwandlerischer Sicherheit der richtigen Nationalität zuordnen, gute Menschenkenntnis !): "Willst du nur gucken oder auch kaufen ?" "Ach, ich kaufe auch gern, hängt aber vom Preis ab !" Wir einigen uns auf 20 EUR für das lila-farbene Machwerk und ich bekomme es transportsicher eingepackt und dazu noch Warnhinweise, was Taschendiebe angeht. Dass Lissabon und insbesondere die drangvollen Trams der Linien 12 und 28 akut taschendiebstahlgefährdet sind, weiss ich selber. Ein Taschendiebstahl, das habe ich mir geschworen, wird mir nie wieder passieren, nachdem ich mir in Kopenhagen mal die Tasche mit wirklich allem drin habe klauen lassen. Nach diesem ärgerlichen Ereignis habe ich mir viele effektive Taschen-Protektions-Massnahmen ausgedacht und setze sie seither konsequent um. Das nur nebenbei. Aber nun erstmal rein in die Kathedrale.

Ziemlich schlicht, eigentlich, aber...

Ziemlich schlicht, eigentlich, aber...

...die Kathedrale wird gerade vorbereitet für das morgige Grossereignis ! Massenhochzeit vor laufenden Fernsehkameras.... die Kathedrale ist schon bestückt mit x Fernsehkameras und tutti-kompletti verkabelt. Einige Helfer basteln noch am weissen Blumenschmuck überall.

...die Kathedrale wird gerade vorbereitet für das morgige Grossereignis ! Massenhochzeit vor laufenden Fernsehkameras.... die Kathedrale ist schon bestückt mit x Fernsehkameras und tutti-kompletti verkabelt. Einige Helfer basteln noch am weissen Blumenschmuck überall.

Übermorgen ist nämlich ein Feiertag "Santo António" und zu Ehren des heiligen Anton von Padua, der in Lissabon geboren wurde, findet alljährlich das Stadtfest statt und ein ganz besonderes Spektakel wird am Vortag abgehalten. 10 Lissaboner Paare, möglichst mittellos, werden unter hunderten von Bewerbern ausgesucht (ob´s dafür mittlerweile auch eine Casting-Show gibt, die Portuguiesen per SMS für die Favoriten voten können und ein portuguiesischer Dieter Bohlen damit irgendetwas zu tun hat, entzieht sich meiner Kenntnis...) und diese 10 Paare heiraten dann gemeinsam in der Kathedrale, was live im TV übertragen wird. Der Witz ist, dass diese Paare alles rund um ihre Hochzeit von der Stadt Lissabon und privaten Sponsoren bezahlt bekommen. Eigentlich will ich mir das morgen live und in Farbe ansehen, aber ich denke jetzt schon, dass man hier in den engen Gassen kaum einen guten Blick auf die ganze Chose bekommen wird. Na, mal sehen.

Ein wenig katholisches Kirchen-Feeling gibt´s trotz der ganzen TV-Technik denn doch noch...

Ein wenig katholisches Kirchen-Feeling gibt´s trotz der ganzen TV-Technik denn doch noch...

Die Linie 28 schiebt sich durch die engen Gassen der Alfama

Die Linie 28 schiebt sich durch die engen Gassen der Alfama

Ich erreiche den Miradouro de Santa Luzia - einen Aussichtspunkt

Ich erreiche den Miradouro de Santa Luzia - einen Aussichtspunkt

Der Ausblick auf die Ponte de Vasco da Gama in der Ferne und über den Tejo

Der Ausblick auf die Ponte de Vasco da Gama in der Ferne und über den Tejo

Und auch hierfür ist Lissabon berühmt: Azulejos. Die blau-weissen Fliesen, teils als ganze Gemälde verbaut, teils nur als Ornamente. Man kann sich eine Azulejo auch schön als Hausnummer als Souvenir mit nach Hause bringen, nur dass da in meinem Fall schon seit Jahrzehnten die Nummer 12 als Azulejo schon hängt ! Wie gesagt, vor vielen Jahren war ich schon einmal in Portugal...
Ich ächze mich jetzt weiter hoch durch die immer enger werdenden Gassen der Alfama zum Castelo. Das Teil an sich ist jetzt nicht der Brüller, obwohl uralt, aber der Ausblick ist erstklassig ! Die Eintrittspreise schocken mich jetzt übrigens gar nicht, das ist unteres Niveau für europäische Verhältnisse.

Und auch hierfür ist Lissabon berühmt: Azulejos. Die blau-weissen Fliesen, teils als ganze Gemälde verbaut, teils nur als Ornamente. Man kann sich eine Azulejo auch schön als Hausnummer als Souvenir mit nach Hause bringen, nur dass da in meinem Fall schon seit Jahrzehnten die Nummer 12 als Azulejo schon hängt ! Wie gesagt, vor vielen Jahren war ich schon einmal in Portugal...

Ich ächze mich jetzt weiter hoch durch die immer enger werdenden Gassen der Alfama zum Castelo. Das Teil an sich ist jetzt nicht der Brüller, obwohl uralt, aber der Ausblick ist erstklassig ! Die Eintrittspreise schocken mich jetzt übrigens gar nicht, das ist unteres Niveau für europäische Verhältnisse.

Feuer frei !

Feuer frei !

Das Kastell mit der fabelhaften Aussicht...

Das Kastell mit der fabelhaften Aussicht...

Alles Lissabon ! Und keine Hochhäuser !

Alles Lissabon ! Und keine Hochhäuser !

Der Rossio vom Kastell aus gesehen mit dem Bahnhof dahinter

Der Rossio vom Kastell aus gesehen mit dem Bahnhof dahinter

Touri-Rummel auf dem Platz vorm Castelo

Touri-Rummel auf dem Platz vorm Castelo

Café im Castelo. Kein einziges Café in Lissabon habe ich gesehen, dass nicht gut besucht, wenn nicht sogar bis auf den letzten Platz besetzt gewesen wäre. Bei den hier sehr moderaten Preisen, dem schönen Wetter und der irgendwie überall bildhübschen Umgebung auch kein Wunder !

Café im Castelo. Kein einziges Café in Lissabon habe ich gesehen, dass nicht gut besucht, wenn nicht sogar bis auf den letzten Platz besetzt gewesen wäre. Bei den hier sehr moderaten Preisen, dem schönen Wetter und der irgendwie überall bildhübschen Umgebung auch kein Wunder !

Es ist später Nachmittag geworden, ausser dem Flugzeugmenü habe ich noch nichts gegessen und ich habe so langsam richtig Hunger und Durst, mag nicht mehr laufen und werde furchtbar müde. Ich brauche jetzt auch ein Strassen-Restaurant. Und zwar eines, wo man schön "Leute-gucken" kann. Also kehre ich immer bergab in die Baixa und in die Rua Augusta zurück, lasse mich nieder, bestelle Weisswein, Wasser und Pizza und freue mich zu meiner Entscheidung, meine Meilen für einen Lissabon-Flug verbraten zu haben, halbtot.

© Sabine H., 2011
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Es ist mal wieder soweit: Mein Meilenkonto ist gut gefüllt und ein partieller Meilenverfall droht, wenn ich jetzt nicht wieder an´s Verbraten gehe...
Details:
Aufbruch: 10.06.2011
Dauer: 5 Tage
Heimkehr: 14.06.2011
Reiseziele: Portugal
Der Autor
 
Sabine H. berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
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