...around the world in 80 days...

Reisezeit: August - Oktober 2011  |  von Corinna Holder

Nunja, die Welt in 80 Tagen zu umrunden ist ja heute keine große Herausforderung mehr... Aber wenn man Land und Leute kennenlernen möchte, sind eigentlich schon 80 Tage pro Land viel zu wenig. Daher habe ich beschlossen, mich bei meinem 80-Tage-Tripp auf Asien und Ostaustralien zu beschränken. Und wenn du jetzt Fernweh bekommen hast - komm doch einfach mit! Los gehts Mitte August, aber das werdet ihr ja dann schon sehen.

Liebe Grüße und bis ganz bald,
Corinna

Hamburg, Dubai und... Wien

Hamburg, Dubai und... Wien

Hallo zusammen,

melde mich heute erstmals mit einem Bericht, weitere werden folgen. Ich sitze grade in einem seltsamen Business Center in Peking und zahle gefühlte Millionen von Euronen für diesen Eintrag - hoffentlich liest ihn auch irgendwer
Also, die Anreise war schon abenteuerlich. Los gings am Montag um viertel nach sieben (also genau meine Zeit *gg*) mit dem Zug nach Hamburg. Ja zugegeben, das liegt nicht grade auf dem Weg in den fernen Osten, aber was tut man nicht alles, um ein paar Euros zu sparen. Unter anderem eben auch um sechs Uhr aufstehen, um sich mit dem Rucksack (15kg @ Ines, weniger ging einfach nicht - bitte verrat mir, wie du das mit den 13kg geschafft hast, ich habe immer noch Muskelkater...) durch den Zug zu quetschen. Grade die Pendler in der Regionalbahn haben nicht grade gejubelt hehe
In Hamburg wurde das Ding dann aber ganz fix eingecheckt und das Boarding war dementsprechend entspannt, obwohl die alte Boeing nicht grade vertrauenerweckend aussah... und es auch nicht war, denn nach einer Stunde Flug (wir waren grade über Ungarn) fiel das linke Triebwerk aus. Das weiss ich deshalb so genau, weil ich quasi direkt daneben saß
Insofern auch irgendwie blöd, weil das Teil halt nur zwei hatte, und auch wenn ich technisch nicht grade viel Ahnung habe, waren die blassen Gesichter der Crew doch ziemlich eindeutig. Aber hey, ich war für den Flugparanoiker, der ich ja nun mal bin, ziemlich entspannt, weil - man kann überhaupt nix an der Situation ändern, wie ich dann gemerkt habe. Und der Löschzug, den uns die Österreichische Feuerwehr dann neben die Landebahn gestellt hat, war auch beeindruckend bis beruhigend. Netterweise hat das Triebwerk aber bis zum Schluss nicht gebrannt und obwohl ich ein wenig darauf spekuliert hatte, mal diese Rutschen an den Notausgängen auszuprobieren, war das doch der bessere Weg. Also alle raus aus der Schrottmühle, rein ins Flughafenhotel und dort übernachtet. Dabei sollte allerdings noch erwähnt werden, dass das Krisenmanagement von Emirates wirklich vorzüglich war. Ich hab mich im Nachhinein nur etwas darüber geärgert, nicht abends noch nach Wien reingefahren zu sein, weil ich mir Wien schon immer mal angucken wollte und mir die Boarding-Zeit am nächsten Tag leider einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.
Dafür gabs am nächsten Tag ne neue Maschine, die uns dann auch sicher nach Dubai gebracht hat. Schön war auch, dass man so gestandet im Hotel viele nette Bekanntschaften macht, weil so eine Notlandung ja auch verbindet. An dieser Stelle: Gruss an Gesa, ich hoffe wir sehen uns in Kambodscha

Tja, aus einem Tag Aufenthalt in Dubai wurden dann fünf Stunden, die ich nachts in der Transitzone auf dem Airport herumgegammelt bin (ab vier spendiert Emirates übrigens gratis Verpflegung ). Um drei bin ich dann völlig übernächtigt zum Schalter für den Weiterflug nach Peking geschlurft, der schon völlig überfüllt mit Chinesen war (keine große Überraschung, klar, aber nachts um drei brauche ich wirklich keinen Battle um den besten Platz in der Schlange und war dementsprechend genervt). Dann ist aber etwas sehr erfreuliches passiert: Die nette Stewardess guckt sich also meine Boarding Card an, lächelt mich an und sagt folgende Worte: " Oh Ms. Holder, congratulations, you have an upgrade to business class..." Yee-haw!!! Allerdings hat sich dann wieder einmal mehr herausgestellt, dass Geld (oder in diesem Fall Luxus) den Charakter verdirbt, denn das dreckige Grinsen, dass ich dann beim entspannten Vorbeischlendern an den kämpfenden Chinesen im Gesicht hatte, war einfach nicht zu unterdrücken, es wollte unbedingt heraus hihi...
Naja, Business Class kann ich jedenfalls nur empfehlen und lohnt sich bei einem siebenstündigen Flug auch (kam das jetzt großkotzig rüber? wahrscheinlich schon...). Es gab Champagner zur Begrüßung, noch mehr Champagner zum Frühstück, Cocktails zum Mittagessen und Massagesessel, die man fast in die Horizontale bekommt. Durchgeknetet und um bei der Wahrheit zu bleiben auch ziemlich angesoffen bin ich dann in Peking angekommen, und da wars dann leider auch schon wieder vorbei mit der Entspannung, weil ich - mittlerweile hundemüde und fix und fertig von der ganzen Schlepperei - dann "schnell" noch den Marcus einsammeln wollte, der ja aus Shanghai kam, blöderweise an einem anderen Terminal, irgendwo gefühlt am anderen Ende der Stadt, wie sich dann nach einer interessanten... na nennen wir es mal "Diskussion" mit den zwei netten nicht englischsprachigen Damen vom Infoterminal herausgestellt hatte. Ich hoffte zumindest dass das so war... Also den Transferbus gesucht, noch schnell reingequetscht und dann - gewartet. Das Faszinierende am chinesischen öffentlichen Nahverkehr ist ja, dass in die Busse, die für den Durchschnittlichseuropäer schon völlig überfüllt sind, noch immer mindestens zwei Fahrgäste, vier Koffer und ein Huhn reinpassen, und auf die wurde also noch gewartet. Und als sie endlich da waren, fuhr dann der Ölsardinentransport noch 20 Minuten durch die Gegend (keine Ahnung wo lang) zum besagten Terminal 2. Marcus war natürlich nicht da und mein Nervenkostüm schon ziemlich am Ende, zudem halt die besagten 15kg auf dem Rücken (hätte mich jemand umgeschubst, wäre ich sicher nicht mehr ohne fremde Hilfe hochgekommen ), keine Yuan für Bus oder Taxi... Aber irgendwann sind wir uns dann doch eher zufällig über den Weg gelaufen und dann auch wohlbehalten mit dem Taxi ins Hotel gekommen.
Aber zu Peking dann mehr beim nächsten Mal

© Corinna Holder, 2011
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: August 2011
Dauer: circa 9 Wochen
Heimkehr: Oktober 2011
Reiseziele: Österreich
China
Hongkong
Kambodscha
Thailand
Singapur
Australien
Der Autor
 
Corinna Holder berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.
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