Eine Reise durch die arabische Welt

Reisezeit: Februar / März 2012  |  von H & M

Tag 10: Khorfakkan

Montag, 27.02.2012

Khorfakkan

Moin, moin,...

erstmal ausschlafen und dann ein Blick nach draußen, der verrät: Wir sind im Hafen eingelaufen und zwar im Hafen von Khorfakkan, einer Küstenstadt des Emirats Sharjah und ca 40 km entfernt von Fujairah. Was erwartete uns heute? Nun, wahrscheinlich nicht sehr viel. Aber wenn man seine Ansprüche niedrig stellt, dann wird es garantiert ein guter Tag. Die Sonne schien bereits und das Frühstückchen schmeckt an Deck in der Sonne. Wir kamen alle zum Schluss, dass heute einfach jeder mal seins macht und das taten wir 2 auch und brachen kurzerhand auf, um uns aus dem Hafengelände per Shuttlebus fahren zu lassen (man darf sich in keinem Hafen frei bewegen, sondern muss sich immer mit einem Bus zum Hafenausgang fahren lassen).

Am Hafenausgang angekommen ließen wir die Taxis links liegen und machten uns zu Fuß auf den Weg. Gleich am Ausgang erwartete uns bereits ein Fisch- sowie ein Obst- und Gemüsesouk. Diese begutachteten wir gleich einmal. Wir waren zu dem Zeitpunkt die einzigen Touristen hier und alle waren sehr aufgeschlossen, nett und freundlich zu uns. Die Fischhändler hoben spontan ihre größten Fische in die Höhe und sagten: "...Photo, Photo!", was wir auch taten. Außerhalb des Fischmarktes stand eine Gruppe junger Männer, die ihren Fischfang gerade auf der Straße in Salz einlegten, um ihn zu trocknen. Auch sie winkten uns sofort freundlich zu sich heran. Sie hatten einen kleinen, ulkig aussehenden Fisch in der Hand, der offensichtlich schon etwas zu viel Sonne abbekommen hatte, also nicht mehr lebte. Dieser wurde uns als Emirati-Fish verkauft und wir waren beeindruckt, zumal der Fisch auch liebevoll "zurechtgezupft" wurde, so dass er noch etwas lebendiger aussah. Als Hendi ihn mal berühren sollte, zuckte der Verkäufer kurz mit der Hand, so dass sich Hendi lautstark erschrak und damit sehr zur Belustigung der Männer beitrug. Wie uns Christian später aufklärte, ist es wohl ein Kofferfisch gewesen, da er die typische Form eines Koffers hat. Als uns die Männer dann ausdrücklich gratulierten: "... you are fish researcher now!" waren wir begeistert und konnten kaum noch vor Lachen. Ein witziger Start für diesen Tag. Unser Ziel war es eigentlich nur, mal die Füße zu vertreten und ein paar Meter laufen und mal zu gucken, was das denn für ne Stadt ist. Daraus wurden dann mehr als 2h und wir wanderten praktisch die ganze Corniche der Stadt ab, die sich vom Hafen über den Main Souk bis zu einer Klippe zieht, auf dessen exponiertem Gipfel das große Sommerhaus des Emirs von Sharjah steht. Wir liefen also an der Strandpromenade entlang, genossen die Sonne, die erstaunliche Ruhe und die Seeluft, die leicht vom Meer her wehte. Am Main Souk angekommen, einem hübschen Gebäude, standen auf einmal auf einer Rasenfläche an der Uferpromenade einige Fitnessgeräte herum, so wie man das aus Filmen vom Strand von L.A. oder Miami her kennt. Da die hier eh keiner nutzt, haben wir das mal in die Hand genommen und jedes einzelne Geräte durchprobiert. Die Einheimischen werden mal wieder gedacht haben, was für bekloppte Touris Wir hatten unseren Spaß!

Dann fiel uns in der Ferne ein Menschenauflauf am Strand auf. Neugierig wie wir sind mussten wir da auch hin. Im Großen und Ganzen war die Szenerie recht unspektakulär. Einige Fischer zogen ihre Netze und Reusen mittels einer Winde an einem ihrer Jeeps aus dem Meer. Die eigentliche "Sensation" bestand darin, dass sich in einem der Netze eine wirklich riesige Meeresschildkröte verfangen hatte. Sie lag auf dem Rücken und wir waren schon traurig, weil wir annahmen, dass sie tot wäre. Aber die Fischer wuselten ganz aufgeregt und flink an den Netzen herum und hatten sich flott zur Schildi vorgekämpft. Kurzerhand an den Hinterbeinen angepackt und pflopp ins Meer zurückgeworfen. Die Schildi erwachte wieder zum Leben, paddelte ein Stück, hob den Kopf aus dem Wasser, um nach Luft zu schnappen und tauchte dann in kräftigen Zügen wieder ab in den Indischen Ozean. Vor allem die Touristen waren gerührt und applaudierten und auch wir waren von der Szene ergriffen. Schließlich haben wir so ein Tier in freier Wildbahn noch nie gesehen und dann auch noch so eine große Schildi.

Wir tapsten dann noch ein wenig im Wasser herum, das angenehm frisch aber nicht kalt war. Der Strand hier ist übrigens echt toll, breit, feiner Sand, menschenleer. Klar, die Moslems baden nicht in aller Öffentlichkeit und für Touris gibt es die Empfehlung, dies auch nicht zu tun, denn das Tragen von Badeklamotten ist hier nicht so gern gesehen, um nicht zu sagen, verboten (man muss dazu sagen, dass das Emirat Sharjah das Strengste der 7 Emirate ist, auch Alkohol ist hier strikt verboten). Wir haben uns entsprechend gekleidet (zum Leidwesen von Hendi Schultern immer schön bedeckt), aber einige andere Touris ignorierten diese Hinweise komplett. Daher war es beinahe schon wieder lustig anzusehen, als wir am Strand eine Frau mittleren Alters im Badeanzug und großer Oberweite sahen, die am Strand anfing auch noch zu posen, damit ihr Mann ein entsprechend tolles Foto machen kann. Leider war der Mann nicht der Einzige Fotograph. Wir nehmen mal an, dass es ein Pakistani war, der ein nicht wirklich unauffälliges Interesse an der Frau hatte und mit einem riesigen Objektiv die Frau ordentlich ranzoomte und ebenfalls knipste. Sehr lustig. Als er uns bemerkte, wir liefen eben gerade zufällig vorbei, drehte er sich weg und knipste wild andere Dinge, wie den Himmel, den Sand, eine Bauruine Lustig. Aber eigentlich kann man ja nicht meckern. Letztlich ist es nicht verboten zu knipsen, sondern im Badeanzug aufreizend zu posen.

Der Main Souk entpuppte sich dann eher als eine Ansammlung der ortsansässigen Banken und so liefen wieder zurück zum Schiff. Unterwegs kamen wir noch an einer einheimischen Familie vorbei. Der Mann in seinem weißen Gewand, sein Töchterchen und seine beiden komplett in schwarze Umhänge gehüllten Frauen spielten ganz normal am Strand und winkten ganz freundlich zu uns herüber, als wir ihnen entgegen kamen und wir sie fotografierten. Sehr nett und freundlich die Menschen hier! Da hat sich der Ausflug und Spaziergang durch die Stadt doch wirklich gelohnt.

Am Schiff angekommen genehmigten wir uns ein bis fünf Aperol Sprizz und einen kleinen Imbiss und teilten die Erlebnisse der letzten Stunden mit den anderen. Außerdem lasen wir ein bisschen, erkundeten das Schiff, verfolgten das Auslaufen des Schiffs und kauften Karten für einen Ausflug, den wir übermorgen in Khasab machen werden.

Nun lesen und schreiben wir wieder und gehen dann zur Show, zum Abendessen und sicherlich noch auf einen kleinen Absacker im Anschluss. Meistens landen wir in einer Tanzbar, wo wir dann endlich mal unser Tanzkünste aufführen können...Leider stinken wir meistens ein bißchen ab, da es hier noch 2, 3 andere Paare gibt, die diverse Standardtänze echt professionell drauf haben...
Morgen steht dann Abu Dhabi auf dem Programm und es geht ins Emirates Palace zur Tea Time.

Genaueres dazu dann morgen.

Grüßlies von H&M

Moschee in Khorfakkan

Moschee in Khorfakkan

Im Fish Souq

Im Fish Souq

Emirati Fish

Emirati Fish

Gemüse Souq

Gemüse Souq

Kleines Schiff meets großes Schiff

Kleines Schiff meets großes Schiff

Gepflegte Corniche und kaum was los

Gepflegte Corniche und kaum was los

Der Denker

Der Denker

Sport muss auch mal sein

Sport muss auch mal sein

Großer Menschenauflauf am Strand - da müssen wir hin!

Großer Menschenauflauf am Strand - da müssen wir hin!

Derr Souq, ein schönes Gebäude, aber nicht viel los

Derr Souq, ein schönes Gebäude, aber nicht viel los

Im Indischen Ozean!

Im Indischen Ozean!

Strandidylle mitten in der Stadt

Strandidylle mitten in der Stadt

Moschee

Moschee

Mitternachtsbuffet auf dem Schiff

Mitternachtsbuffet auf dem Schiff

Die Damen in der Bar

Die Damen in der Bar

© H & M, 2012
Du bist hier : Startseite Asien Vereinigte Arabische Emirate Tag 10: Khorfakkan
Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir sind mal wieder on tour und diesmal führt uns unsere Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate und den Oman. Lest selbst...
Details:
Aufbruch: 20.02.2012
Dauer: 13 Tage
Heimkehr: 03.03.2012
Reiseziele: Vereinigte Arabische Emirate
Österreich
Oman
Der Autor
 
H & M berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.