Linda, Daniel, Sven und Caro zwischen den Ozeanen

Reisezeit: März 2013  |  von Caro und Sven

Turrialba

Seit elf Tagen reisen wir durch dieses wunderbare Land. Gestern war Halbzeit! Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen:
Costa Rica ist landschaftlich wunder- wunder- schön! Was sagte Daniels dreijährige Nichte Madita, als sie die Bilder in unserem Reisebericht gesehen hat? "So was Schönes habe ich noch nie gesehen!" Ja, diesem klugen Satz können wir alle nur zustimmen. Auch die Menschen hier sind sehr freundlich und sympathisch. Sie wirken sehr glücklich und stolz auf ihr Land und geben uns das Gefühl, willkommen zu sein. Das Motto des Landes "Pura Vida" trifft das Lebensgefühl hier eigentlich genau und bedarf auch keiner weiteren Erläuterungen.

Wir verlassen La Fortuna und reisen nun Richtung Karibikküste. Allerdings legen wir noch einen Zwischenstopp in Turrialba ein. Kein besonders schöner Ort, es gibt nur wenige Touristen und Hotels, dafür aber ein paar gute typisch costaricanische Sodas (kleine Restaurants), wo wir ein leckeres Abendessen sowie Frühstück serviert bekommen. Aber wir sind natürlich nicht wegen der guten Küche hier. Wir sind nur aus einem Grund hier: RAFTING. Der Rio Pacuare, der "König der Flüsse", gehört zu den besten Raftingflüssen der Welt. Wild entschlossen, ein weiteres Abenteuer zu erleben, melden wir uns also für eine Raftingtour an. 28km soll es den Rio Pacuare Richtung Atlantikküste gehen. Am Ziel angekommen soll es ein Mittagessen in einem Restaurant geben, wo wir auch die Möglichkeit zu duschen haben. Anschließend verspricht der Tourveranstalter uns zur Bushaltestelle zu bringen, von wo aus wir mit dem öffentlichen Bus weiter nach Puerto Viejo, unserem Zielort an der Karibikküste, reisen können. Klingt nach einem perfekten Plan!

Turrialba

Turrialba

Jägermeister auf costaricanisch

Jägermeister auf costaricanisch

Gesagt, getan, um 8 Uhr morgens werden wir im Hotel abgeholt und zusammen mit unserer Gruppe, zu der außer uns Vieren noch 2 Kanadier und eine Engländerin sowie unser Guide gehören, zum Flussgebracht. Das Raftingboot macht nicht mehr den neuesten Eindruck, aber was soll's, wird schon schief gehen (und wie, aber dazu später!!!)... . Uns werden kurz die Kommandos erläutert, die im Wesentlichen aus "Paddeln nach vorne" und "paddeln nach hinten" bestehen, meistens paddeln alle in dieselbe Richtung, es kann aber auch vorkommen, dass die linke Seite in die eine Richtung und die rechte Seite in die andere Richtung paddelt. Bei starken Stromschnellen auf "down" runter ins Boot knien. Das Wichtigste allerdings ist das gleichzeitige Paddeln! Klingt nicht schwer, das kriegen wir hin. Los geht's.
Wir raften also über den Rio Pacuare, es macht irre viel Spaß, die Landschaft ist toll und wir genießen die erste Stunde auf dem Fluss. An einer sehr starken Stromschnelle, geht ein Mann über Bord: Sven! Mit gemeinsamen Kräften hieven wir ihn ins Boot und weiter geht's. Doch diese Stromschnelle hat es in sich, ein paar Meter weiter knallen wir auf einen Felsen, der Kanadier geht baden, Daniel können wir gerade noch so wieder hereinziehen doch unser Boot erleidet Schiffbruch. Der Boden hat einen Riss, die Luft ist raus (welch treffendes Wortspiel!!!). Hilft aber nichts, wir müssen, nachdem der Kanadier wieder an Bord ist, weiter paddeln. Und wie wir paddeln müssen. Unser Boot ist voll mit Wasser, wir kommen nur schleppend voran, sind mit den Kräften am Ende und vor uns liegen noch 20km! Na toll! Einige Meter weiter, an einer ruhigen Stelle, ziehen wir unser Boot an Land und treffen auf andere Raftinggruppe. Die beiden Guides versuchen vergeblich unser Boot zu flicken. Hilft nichts, wir müssen weiter mit dem kaputten Boot. In der Hoffnung, dass wenn das Boot leichter ist, wir besser voran kommen, wechseln die beiden Kanadier zu der anderen Gruppe. Wir paddeln noch eine ganze Stundeweiter, mit den Kräften am Ende. Das ist total gefährlich ist, da wir ständig auf Felsen knallen und keinen schützenden Boden mehr unter uns haben und wir uns auch nicht mit unseren Füßen, wie eigentlich üblich, festklemmen können und andauernd Gefahr laufen aus dem Boot zu fallen... .Wir schaffen es so gerade bis zum nächsten Halt. Hier beschließt unser Guide nicht mit dem Boot weiter zu raften und es dort zurück zu lassen. Wir werden auf andere dortige Rafts aufgeteilt. Weil wir durch unseren Unfall so viel Zeit verloren haben, sind wir leider zu spät fürs Mittagessen, die Fotografen mit all den schönen Fotos von uns sind leider auch schon weg. So steigen wir irgendwann um 16 Uhr mit großem Hunger, total erschöpft, ohne Fotos, dafür aber mit einer unvergesslichen Story mit viel Drama im Gepäck in den Bus Richtung Karibik.

Sieht dieses Raft vertrauenserweckend aus? Nein

Sieht dieses Raft vertrauenserweckend aus? Nein

Der Rio Pacuare

Der Rio Pacuare

zunächst eine schöne Raftingtour...

zunächst eine schöne Raftingtour...

.. doch dann ist das Boot hinüber!

.. doch dann ist das Boot hinüber!

aufgeteilt auf andere Rafts können wir wieder lachen...

aufgeteilt auf andere Rafts können wir wieder lachen...

© Caro und Sven, 2012
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir sind wieder on Tour! Diesmal haben wir Verstärkung von lieben Freunden. Das verspricht noch mehr Action und Spaß. Als Ziel haben wir uns Costa Rica ausgewählt. Also seid dabei, wenn wir die Ticas und Ticos besuchen...
Details:
Aufbruch: 07.03.2013
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 28.03.2013
Reiseziele: Costa Rica
Der Autor
 
Caro und Sven berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.