Namibia - Land mit vielen Facetten

Reisezeit: April / Mai 2014  |  von Wolfgang Dreesbach

Tag 21 - 23: über Uis, Cape Cross zur Spitzkoppe

20.05.2014
Abfahrt: 7.40 h 14°C
Ziel: Uis am Rande des Brandberges - Etappe: 321 km

Wir fahren auf der C43 und kommen gut voran. Die Straßenführung ist wieder speziell. Rauf und runter, ab und zu kreuzen Flusstäler und dann wieder rauf auf eine Hochebene. Das Landschaftsbild ändert sich ständig, von Ebenen in Bergland, von Hügeln zu schroffen Felsen, von Gelb über Rot bis fast zu Schwarz. Regelmäßig, besonders in der Palmwag Area, liegt Elefantenkot auf der Straße. Aber diese Spezies hat sich gegen uns verschworen und lässt sich nicht blicken. Dagegen sehen wir immer wieder Giraffen, majestätisch und ruhig, Springböcke und Oryx-Antilopen.
Direkt hinter Palmwag befindet sich die Veterinärkontrolle. Das Auto (die Kühlbox) wird durchsucht. Weder Tiere, noch tierische Produkte/Pflanzen dürfen dieses Gebiet verlassen. Später biegen wir ab auf die D2612 und befinden und im Damaraland. Eine unwirkliche karge Berglandschaft, die bald wieder ihr Bild wechselt. Schroffe Berge, trockene Ebenen, knubbelige Hügel und sehr wenig Pflanzenbewuchs. Das Damara Living Museum erweckt unsere Aufmerksamkeit. Hier wird demonstriert, wie dieses friedfertige Volk vor etwa 100 Jahren gelebt hat. Das Dorf ist malerisch vor Granitfelsen angelegt. Das Feuermachen, die Heilpflanzen, die Schmiede, das Kunsthandwerk - alles wird gezeigt. Besonders interessant ist die Sprache mit den Klicklauten. Für uns Europäer kaum nachzuahmen. Wir erreichen unsere Unterkunft in Uis (B & B White Lady, NS 860) gegen 15.30h, kaufen noch ein paar Sachen ein und tanken 86 l.

in der Palmwag-Aerea

in der Palmwag-Aerea

in der Palmwag-Aerea

in der Palmwag-Aerea

im Damaraland

im Damaraland

Living Museum im Damaraland

Living Museum im Damaraland

am Brandberg kurz vor Uis

am Brandberg kurz vor Uis

21.05.2014
Abfahrt: 7.50h 12°C
Tagesziel: Spitzkoppe Comm. Camp - Etappe 449 km

Ziel 1: Robbenkolonie /Cape Cross
Der Weg - erst einmal 100 km durch plattes, totes Land. Kein Baum, kein Strauch, etwas niedriges Gras, Flechten und einige Sukkulenten. Nur eine einfache Stromleitung säumt die Straße. Weit in der Ferne ist der Morgendunst über dem Atlantik zu erkennen. Durch den kalten Benguelastrom vor der Küste Namibias ist Nebel in der Küstenregion normal. Insbesondere Swakopmund und Walvis Bay sind hiervon regelmäßig betroffen.
Bei Henties Bay geht es auf die Salt-Road, glatt wie Asphalt. Dann - Straßenbauarbeiten der besonderen Art: ein Sand-/Salzgemisch wird aus LKWs abgeschüttet und aus einem Tankwagen kräftig Wasser darüber verteilt. Dann muss das Ganze nur noch verteilt und platt gewalzt werden. Sand und Salz gibt es in dieser Gegend zur Genüge. Beides wird industriel abgebaut. Und damit die Straße besser hält, fährt ab und zu ein Wasserwagen mit Meerwasser darüber. Unser Auto war anschließend ganz schön verkrustet!
Ankunft gegen 10 h am Cape Cross und der Robbenkolonie (Pelz- oder Ohrenrobben). Hier ist es nur noch 18°C. Aber ein idealer Zeitpunkt. Soeben verflüchtigen sich der letzte Nebel und Wolken, und wir verbringen eine Stunde bei den Robben. Was für ein Geschrei und Gebrüll! Und ein fröhliches Gewimmel im kalten Wasser. Etwa 250.000 Tiere leben hier. Der befürchtete Gestank war gar nicht so schlimm!

Dann fahren wir die Küstenstraße wieder zurück, nehmen uns ein Bröckchen Salz zur Erinnerung mit und machen eine kurze Pause am herrlichen Atlantikstrand - direkt gegenüber von Südamerika.

Ziel 2: Swakopmund
Wenn wir schon einmal hier sind und noch etwas Zeit haben, können wir auch noch Swakopmund als Etappe einschieben. Über die Salzpiste geht es entlang der Atlantikküste unter dem Hochnebel hindurch dorthin - Klein-Deutschland hat man uns angekündigt. Ja, es gibt noch Häuser aus der deutschen Zeit (Anfang 20. Jahrhundert). Bei neueren Häusern wird tw. auch versucht, den Baustil aufzunehmen. Nein, es hat uns nicht gefallen. Es kommt darauf an, was man erwartet. Zum Shopping ist man hier gut aufgehoben: Einrichtungsaccessoires, Schmuck, Bekleidung, deutsche Bäckerei, Metzger - alles vom Feinsten. Aber das hatten wir nicht gesucht. Der Straßenverkehr ist preußischer als in Deutschland!
Ein Espresso Latte unter Palmen und inzwischen blauem Himmel hat uns etwas versöhnt. Dann ging es zum

Ziel 3: Spitzkoppe
Kurz vor dem Sonnenuntergang erst gegen 17 h erreichen wir den Campingplatz N$ 200 pro Nacht + N$ 150/Campsite einmalig).
Hier im Landesinneren ist es wieder warm, 22°C
Der Campingplatz an der Spitzkoppe ist toll. Herrliche ockerfarbene Granitfelsen. Von Dunkelgelb bis Rot in der Abendsonne ist alles zu sehen.
Die Sanitärausstattung lässt zu wünschen übrig. Kein Wasser am Stellplatz, nur ein, wenn auch sauberes, trockenes WC, sprich Plumpsklo mit entsprechendem Odeur. Duschen und Waschmöglichkeiten gibt es nur am 2 km entfernten Empfang.
Gut, dass wir einen gefüllten Wassertank und frisches Trinkwasser im Auto haben. Der Abend wird kühl. Nach dem Abendessen sitzen wir, in Decken gehüllt, vor unserem Felsen und genießen die Symphonie Fantastique (Berlioz) bei einem Glas Wein. Nachts können wir nur unruhig schlafen, da der aufgekommene Wind unsere Zeltplanen flattern lässt und entsprechenden Lärm macht.

Pelzrobben soweit man blicken kann

Pelzrobben soweit man blicken kann

man geniesst die Morgensonne, die gerade durch den Frühnebel bricht

man geniesst die Morgensonne, die gerade durch den Frühnebel bricht

die Ruhe auf dem Bild täuscht - ein "Höllenlärm"!

die Ruhe auf dem Bild täuscht - ein "Höllenlärm"!

Swakopmund - rein, rum, raus

Swakopmund - rein, rum, raus

später Nachmittag am Camp der der Spitzkoppe

später Nachmittag am Camp der der Spitzkoppe

22.05.2014

Nach einem windigen Frühstück (der Nescafé fliegt vom Löffel) bei 14°C geht es zu einem ersten Spaziergang. Wir finden die "Bridge", einen natürlichen Felsbogen, in dessen Nähe sich viele Klippschliefer tummeln. Auch eine große Echse aalt sich in der Morgensonne.
Nach einer Stunde ist Hosenwechsel im Camp angesagt, die langen Hosen aus, kurze Hosen an und es geht weiter in eine andere Richtung bis kurz von 11 h. Nahe unserem Campingplatz finden wir den "Pool", eine Felsmulde, jetzt noch mit Wasser gefüllt. Der Wind hat sich gelegt und wir haben gute 31°C. Das ist gut für unser Duschwasser. Wolfgang hatte am Morgen leere Wasserflaschen mit Wasser aus dem Tank gefüllt und in die Sonne gelegt, insgesamt rund 12 Liter. Sie werden schon schön warm.
Mittagspause im Schatten face to face mit der Spitzkoppe. Wolfgang geht auf Agamenjagd. Dann nochmals ein Spaziergang und anschließend wird mit unserem warmen Wasser (ca. 38Grad) geduscht! Es hat geklappt, und wir fühlen uns beide sauber. Jedenfalls war es so besser, als 2 km durch Hitze und Sand zu laufen, bevor man eine Dusche sieht - und dann wieder zurück muss....
Ein letztes Mal Grillen, ein letztes Mal im Zelt schlafen - eigentlich schade.

Frühstück mit Blick auf die Spitzkoppe

Frühstück mit Blick auf die Spitzkoppe

"the Bridge"

"the Bridge"

wo immer es auch Felsen gibt: Klippschliefer

wo immer es auch Felsen gibt: Klippschliefer

unser Stellplatz

unser Stellplatz

Landschaft um die Spitzkoppe

Landschaft um die Spitzkoppe

"the Pool" mit Spitzkoppe

"the Pool" mit Spitzkoppe

komplette Spitzzkoppe-Gruppe

komplette Spitzzkoppe-Gruppe

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Namibia liegt im südlichen Afrika und erlangte 1990 seine Selbstständigkeit von der Republik Südafrika Mit einer Fläche von ca. 824.000 km² ist es 2,3 Mal größer als Deutschland (357.000 km²). Bei der Bevölkerung stehen ca. 2,1 Mio Namibier 81 Mio Deutschen gegenüber. Wir haben als Reisezeit den Mai gewählt, da dann die Regenperiode vorbei ist und die Temperaturen noch angenehm sind. Ab Juni soll es doch dann und wann auch im Süden Afrikas recht frisch sein können...
Details:
Aufbruch: 29.04.2014
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 27.05.2014
Reiseziele: Namibia
Der Autor
 
Wolfgang Dreesbach berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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