Abenteuer Indien 2015

Reisezeit: Oktober 2014 - April 2015  |  von Manfred L.

Vorwort: Goa, Carnataka, Kerala und Tamil Nadu, dann über Rajasthan nach Nepal und dort in einem Dorf 150 km außerhalb der Hauptstadt Katmandu die Einladung zu einem Homestay wahrnehmen. Das Ende der Reise war so wirklich nicht geplant.
Der nachfolgende Text ist dem Tagebuch und teilweise auch gesendeten Mails entnommen und ist somit nicht ganz chronologisch und die Zeiten von Gegenwart und Vergangenheit geraten etwas durcheinander. Dafür bitte ich um Entschuldigung.

Der Diebstahl

Es war also nur ein kurzer Aufenthalt in Fort Cochin und am 4. März um 20 Uhr saß bzw. lag ich auf meiner Liege Richtung Norden – eine Fahrt von 35 Stunden vor mir, Verspätung nicht eingerechnet. Schnell hatte ich mich mit ein paar Einheimischen angefreundet, die unterwegs zur Arbeitsstelle waren. Warum allerdings ein Krankenbruder 24 Stunden von Kerala nach Mumbai zur Arbeit in seinem Krankenhaus dort fährt, ist mir immer noch schleierhaft und warum der Kollege aus der Firma, die Süddeutschland mit Dachsteinen beliefert sich wundert, dass ich als Deutscher die führende Firma „Esra“ in Sachen Bedachung nicht kenne, konnte ich ihm auch nicht erklären.

Nebenher haben die Männer auf dem Klo wohl Zeug geraucht, das ich meide und auch den Brandy, mit dem der nette Mann vom Catering wohl freiberuflich handelt, habe ich ausgeschlagen.

Zwischendurch habe ich von diesen Mitreisenden erfahren, dass ich geradewegs zum „holy festival“ unterwegs bin – nach meinen vorjährigen Erfahrungen eine Festivität, auf dem landesweit nicht nur entsetzlich getrunken wird, wie auf dem Oktoberfest in München, sonder die Leute es lustig finden, sich gegenseitig und – bevorzugt - reisende Ausländer mit Farbe zu überschütten. Ich hatte mich also mit etwas trüben, wenn auch bunten Aussichten am 5. März spät in meinen Bettbezug- Schlafsack verkrochen, meinen Kopf auf dem Rucksack mit dem Laptop, meine Füße auf dem kleinen Lederrucksack in der Ecke am Fußende. Kurz bin ich wach geworden, als einer meiner Reisekumpels an einem Bahnhof in den Suborbs von Mumbai ausstieg und sich verabschieden wollte, um zu seiner Arbeit aus Wechseln von Bettpfannen und Verbänden zu kommen.

Ich bin dann gegen 3:20 Uhr aufgewacht, weil da wohl was nicht stimmte. Rundum schlief alles fest aber das Licht brannte und …. mein kleiner Rucksack war nicht an seinem Platz und auch nicht herunter gefallen, der war einfach weg!!!

Panik baut sich so früh am Morgen bei mir nur langsam auf, kam dann aber auch sicher und mit voller Wucht. Das gute Stück, das ich stets hüte wie meinen Augapfel, den ich nie aus den Augen lasse und zu dem ich stets Körperkontakt habe, ist mir quasi unter dem Hintern weg gestohlen worden. Draußen auf dem Bahnsteig wirklich kein Mensch … echt eine Seltenheit in Indien, selbst um 3:30 früh. Ich lese das Stationsschild „Surat“ - nie gehört - und ich laufe den wieder anfahrenden Zug ab, um mir den Schaffner zwecks Hilfe zu greifen. Den finde ich schließlich auch und er verspricht, an meinen Platz zu kommen. Das tut er auch an die 2 Stunden bzw. halbe Schachtel Zigaretten später ... aber nur, um mir mitzuteilen, dass er nichts machen kann und ich zur Polizeistation in Ahmedabad müsse.

© Manfred L., 2015
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 30.10.2014
Dauer: 6 Monate
Heimkehr: 16.04.2015
Reiseziele: Indien
Der Autor
 
Manfred L. berichtet seit 8 Jahren auf umdiewelt.
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