Kambodscha - "mal nur chillen"

Reisezeit: Dezember 2016 - Januar 2017  |  von Birgit H.

06.-07.01.2017: Heimreise

die letzten Stunden Wärme und Strand für lange Zeit

die letzten Stunden Wärme und Strand für lange Zeit

selfie mit Hund

selfie mit Hund

selfie ??? -Aktion eines Unbekannten:
Vorbereitungen auf nächstes Weihnachten oder Weihnachten verpennt??

selfie ??? -Aktion eines Unbekannten:
Vorbereitungen auf nächstes Weihnachten oder Weihnachten verpennt??

08:00 Uhr

ich mache mir einen Kaffee und setze mich vor unser Zimmer. D. h. diese Aktion kommt einem Saunabesuch gleich - in umgekehrter Reihenfolge: erst Abkühlung und dann Schweiß treibende feuchte Luft. Dazu der (Kaffee)aufguss von innen - und binnen 5 Minuten bin ich schweißgebadet.

Bevor ich mich aus dem Bett erhob, ließ ich mir durch den Kopf gehen, wie viele Stunden es nun dauert, bis ich in meinem eigenen Bett liege.

Zuhause ist es jetzt Freitag früh 02:00 Uhr.
Wenn alles ohne Verspätungen und wie geplant geht, kommen wir mit einem Zug in Nbg. Hbf. am Samstag gegen 22:00 Uhr an. Dann nochmal eine halbe Stunde bis zur Wohnungstür. Wird also kurz vor Mitternacht, bis wir unsere Körper in die Horizontale der eigenen Betten begeben können, d. h. ab jetzt noch ca. 45 Stunden bis zum nächsten/eigenen Bett.

Noch stehen ein paar Stunden Strand an. Unser Taxi haben wir für 15 Uhr bestellt. Ab dann gilt es Geduld aufbringen und die vielen ungemütlichen Zwangssitzpositionen so gut wie möglich zu überstehen.

10:30 Uhr

nochmal in die Hängematte am Strand. Packen ist inzwischen in 10 Minuten erledigt - genial!

Manchmal denke ich, wir sind schon peinlich, wenn wir vor lauter Langeweile unsinnige Fotos machen mit Selbstauslöser oder aber Selfies mit Hund (Kai)

Aber das Ganze ist noch zu toppen. Ich sehe gerade einen Mann am Strand, der sich nun schon eine halbe Stunde damit beschäftigt, ein Selfie von sich selbst mit Weihnachtsmütze zu machen. Er kam mit Rad, baute ein Stativ auf und ist nun sehr beschäftigt. Na ja, das nächste Weihnachten steht vor der Tür und wer rechtzeitig vorsorgt, kann sich schon mal ein Profilbild - für welche Internetseite auch immer - kreieren...

Ich kann leider nicht mehr mitmachen - meine Mütze habe ich dem Tuk-tuk-Fahrer in Phnom Penh geschenkt.

Wer weiß, vielleicht hätte ich die einfach nur so - tatsächlich für die Ohren - dann doch behalten sollen :-/ für die Ankunft in Deutschland.

Alle Nachrichten, die uns aus Deutschland noch erreichen, haben mit MINUSgraden zu tun.

15:00 h

Unser Taxifahrer kommt und die Fahrt zurück zum Flughafen PP geht los. So bequem wie mit diesem großen klimatisierten SUV werden wir es so schnell nicht mehr haben.

Die Überholmanöver sind immer wieder spannend. Es ist sehr viel Verkehr, auch viele Lkws.

Gegen 18 h ist es dann dunkel, und das macht die Sache noch ein wenig spannender. Nicht jedes Fahrzeug hat alles an Beleuchtung, was es rein technisch so haben könnte. Mopeds fahren teilweise auch komplett unbeleuchtet.

Im Randbereich von PP angekommen gegen 19 h stecken wir dann in einem TrafficJam (Stau), der so unbeschreiblich ist, dass wir ein paar kurze Videos machen, um wenigstens einen kleinen Eindruck zu vermitteln. Die Autos klemmen so dicht aneinander, dass manchmal nur wenige cm zwischen Spiegel und Nachbarauto sind. Alles schiebt sich in für uns total chaotisch anmutenden mindestens 3 Reihen Fahrzeuge (LKWs, PKWs, tuk-tuks) Meter für Meter vorwärts. Und dazwischen kommen von allen Seiten immer wieder Mopeds, die im Slalom (mit bis zu 4 Leuten auf einem Moped), sich auch noch durch das Gedränge schlängeln.

Sogar Kai sagt, wenn er hier fahren müsste, wäre er nach 20 m Schweiß gebadet und würde ernsthaft um sein Leben bangen. Wenn ich hier in einem Auto Fahrer wäre, würde ich die Warnblinkanlage einschalten, mich keinen Meter mehr bewegen, bitterlich weinen und warten bis keiner mehr da ist von den anderen.

Wir landen ohne Kratzer heil am Flughafen.

Check-in:
zunächst Freude: beim ersten Flug bekommen wir Sitze beim Notausgang. Juhuuu Beinfreiheit.

Was die Freude dann relativiert, ist der super enge Sitz, den ich habe. Jede Person, mit einem geringfügig dickeren Hintern als meinem wäre ohne fremde Hilfe aus dem Sitz nicht mehr raus gekommen, wenn ein Mal reingequetscht. D. h. ich kann den ganzen Flug wunderbare Bein- und Fuss-Bewegungsuebungen machen, während die Armlehnen mich bei kleinsten Drehbewegungen im Oberkörper in die Seiten stechen.

Kai verschläft diesen Flug komplett und auch ich bin so erledigt - Abflug war ja erst nach Mitternacht, dass ein Teil des Fluges im Dämmerzustand recht schnell auch an mir vorbei geht.

07.01.2017

Ankunft Seoul 5 std. Später. Erster Kälte Schock: 2 m vom Flugzeug in einen Bus und man sieht den Atem.

Wir sind ziemlich muede und kaputt, aber es ist irre viel los hier und wir sind nicht die Einzigen. In beiden Transitbereichen, die wir aufsuchen, ist JEDE Liege- und Sitzmöglichkeit belegt. Irgendwo finden wir vor einem Klavier noch ein paar Holzbänke, auf denen keiner sitzt. Die schieben wir uns zusammen und dösen nochmal eine zeitlang. Dann gehe ich mit Zahn- und Haarbürste das WC aufsuchen. Kein Platz vor einem Spiegel. Ich bestaune, wie meine koreanischen Geschlechtsgenossinnen sich Bleichcreme ins Gesicht verteilen, make-up und Lippenstift auftragen. Eine dreht sich sogar einen Lockenwickler in die Ponyhaare rein. Vielleicht bin ich keine "richtige" Frau, aber das ist mir suspekt

Wir finden einen franz. Bäcker, setzen die restlichen Dollar in Kaffee und Croissants um und suchen dann Steckdosen im boarding-Bereich auf. Und wenn bei den Sitzbänken alles belegt ist, wird es halt der Fußboden. Willkommener Grund für mich, nochmal etwas "gedehnter und sportlicher" sitzen zu können, bevor ich 12 Stunden im Fliegersessel überstehen muss.

Da der Wartebereich, in dem wir uns aufhalten, mit Abflug einer Maschine auf einmal sehr leer wird, entscheide ich mich spontan, die LNB Engpass-Dehnungen in Flughafen-Variationen auszuprobieren . Da der Boden nicht soo einladend ist, werden auch Sitze und Wände mit einbezogen. Nichts ist unmöglich!

Der folgende 12-Stunden-Flug nach Frankfurt ist - wie erwartet - grässlich. Vier Filme, 2 Essen und ein Snack und sitzen, sitzen, sitzen. An Schlaf nicht zu denken. Ich stehe viel öfter auf, als ich wirklich zum WC müsste, nur um mich ein wenig stehend aufhalten zu können.

Aber auch dieser Flug hat ein Ende - ohne Verspätung, ohne Absturz, ohne Entführung o. ä.

Und dann werden wir mit -5 Grad konfrontiert. Inzwischen trage ich 4 shirts übereinander und dann noch Schal und Fleecejacke, aber die letzten 15 Minuten warten am Bahnsteig sind schon eine Herausforderung!

Im Zug verfällt Kai sofort in den Schlafmodus - ich leider wieder nicht.
In Nürnberg angekommen: Schneefall. Aber wir werden abgeholt und dürfen bis zur Haustür in ein vorgeheiztes Auto.

DEUTSCHLAND hat uns wieder.

Bewegung/Dehnungsübungen beim Zwischenstopp
vorbeugende Maßnahmen für die 12 Stunden sitzen

Bewegung/Dehnungsübungen beim Zwischenstopp
vorbeugende Maßnahmen für die 12 Stunden sitzen

die Flugstrecke

die Flugstrecke

ewige Weite Russland

ewige Weite Russland

über viele Stunden dieser Ausblick

über viele Stunden dieser Ausblick

Frankfurt: 
schnell was Essen und einen Platz suchen, wo es nicht so zieht - zwischen Flughafen und Bahnsteig

Frankfurt:
schnell was Essen und einen Platz suchen, wo es nicht so zieht - zwischen Flughafen und Bahnsteig

© Birgit H., 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Die vierte Reise nach Kambodscha. Dieses Mal weniger zum "sightseeing", sondern um ein wenig "runter zu kommen" und dem heimatlichen Dauergejammer über die schlechte Welt zu entfliehen.
Details:
Aufbruch: 24.12.2016
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 07.01.2017
Reiseziele: Kambodscha
Der Autor
 
Birgit H. berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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