Armenien auf eigene Faust

Reisezeit: September 2018  |  von Tina S.

Ankunft in Eriwan

Die Flüge verliefen recht unspektakulär, von WAW nach EVN in einer komplett ausgebuchten Maschine. Deswegen saß ich getrennt von meiner Reisepartnerin; ich hatte meinen Platz neben einem netten Armenier, der seit vielen Jahren in Deutschland lebt und arbeitet. Den konnte ich dann schon etwas ausfragen und mir den einen oder anderen Tipp holen. Auch etwas Schlaf war in den 3 1/2 Std. Flug noch drin.
Die Flugzeiten von und nach Armenien sind leider nicht so optimal. Sie kommen und gehen jeweils früh am Morgen oder mitten in der Nacht - wie man es nennen mag.
Um 4.00 Uhr kamen wir in Eriwan an und mussten uns nach dem Geldwechsel (hier bekam man eine leichte bessere Rate in der Wechselstube im Vergleich zur Bank in der Stadt!) mit etwas aufdringlichen Taxifahrern herumschlagen. Wir wollten mit dem Zug zum Sevan-See. Dieser fährt lt. Lonely Planet tgl. um 08.30 Uhr am Almas-Bahnhof nordöstlich des Zentrums los. Der Fahrer erkundigte sich nochmals bei anderen Leuten nach der Lage des Bahnhofs (!!!) und wir wurden uns für immer noch überteuerte 5000 AMD (knapp 10€) statt anfangs geforderter 11.000 AMD einig. Nach einer etwa 20minütigen Fahrt stoppte der Fahrer an einem Bahnhof, der neben einer Metrostation lag. Auf meinen Hinweis, dass der Almas-Bahnhof nicht bei einer Metrostation liege, beharrte er darauf, dass es der richtige sei und verlangte plötzlich neben den 5000 AMD weitere 1000 "fürs Parken" (wie wir lernen sollten, eine durchaus übliche Forderung) und setzte uns bei noch völliger Dunkelheit am geschlossenen Bahnhof um 5.15 Uhr ab.
Die Metro fuhr noch nicht (es geht erst um 7 Uhr los), die Beschriftungen waren ausnahmslos in Armenisch. Einen Streckenplan fanden wir im Zugangsbereich nicht.
Was tun? Die heruntergeladenen Karten auf dem Handy checken. Mist, funktioniert irgendwie nicht.
Draußen war es immer noch stockfinster. Die ersten Händler bauten Stände mit Kohl, Auberginen und Pfirsichen auf.
Wir wurden mehrfach von Taxifahrern angesprochen, waren aber erstmal bedient.
Schließlich blieb uns aber nichts anderes übrig, als eine Fahrt zum Almas-Bahnhof zu verhandeln. 3000 AMD wollte man. Als wir dann bei Ashod (so heißen viele Armenier) in seinem klapprigen Taxi saßen, bei dem sich die Fenster nur manuell einigermaßen schließen ließen, und in den Sonnenaufgang fuhren, fragten wir mal nach, was denn ein ganzer Tag mit einer Fahrt zum Sven-See, dem Garni-Tempel und sowie einem der bekanntesten Klöster, Geghard, kosten soll - 20.000 AMD. Wir stimmten erschöpft zu, schließlich wollten wir das Gepäck auch nicht mit herumschleppen und etwas "Luxus" konnte nun schon sein!

© Tina S., 2018
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Eine knappe Woche in einem eher unbekannten, kleinen Land im Kaukasus
Details:
Aufbruch: 17.09.2018
Dauer: 7 Tage
Heimkehr: 23.09.2018
Reiseziele: Armenien
Der Autor
 
Tina S. berichtet seit 6 Jahren auf umdiewelt.