Weltkulturerbe im Herzen Deutschlands

Reisezeit: September 2020  |  von Herbert S.

Hannoversch Münden

Von Kassel ist es nicht allzu weit bis zur „Drei-Flüsse-Stadt“ Hannoversch Münden, die wegen ihres Bestands an alten Fachwerkhäusern bekannt ist.
Vor den Toren der Stadt befindet sich ein großer Parkplatz (nahe des Wesersteins, am Zusammenfluss von Werra und Fulda zur Weser), den wir für den ganzen Tag kostenlos nutzen können.
Hier beginnen wir einen im Internet empfohlenen Rundgang, der sich allerdings als nicht hinreichend erweist, da er einige Bauwerke ausläßt.

vom Parkplatz über die Holz-Brücke und man ist in der Stadt

vom Parkplatz über die Holz-Brücke und man ist in der Stadt

Das Weser-Renaissance-Rathaus wurde 1603 – 1608 durch den Lemgoer Baumeister Georg Crossmann umgebaut und erhielt seine heute unverwechselbare Schmuckfassade.
In der unteren Rathaushalle erzählen Wandmalereien von 1927-29 Auszüge aus der Stadtgeschichte.
Am und im Rathaus gibt es noch viel zu entdecken; Holzherzchen der Hochzeitspaare, Inschriften und Wappen, Hochwassermarken und die Elle neben dem Schmuckportal, die Maßeinheit früheren Markttreibens.

Fachwerk am Rathausplatz

Fachwerk am Rathausplatz

Die St. Blasius Kirche ist eine weiträumige Hallenkirche zu vier Jochen mit kurzem 5/8 Chor.
Im Langhaus befindet sich ein Kreuzrippengewölbe mit achteckigen Pfeilern. Chor und Ostjoch entstanden Ende des 13. Jahrhunderts, der übrige Teil zwischen 1487 und dem Ende des 16. Jahrhunderts. Reste einer vorausgegangenen Basilika sind im Inneren der St. Blasius Kirche noch heute sichtbar.

Am 11. November 1727 verstarb Doktor Eisenbart im damaligen Gasthaus „Zum Wilden Mann“. An seinem Sterbehaus in der Langen Straße 79 erinnert seit seinem 200. Todestag eine Holzstatue an ihn.

Lange Strasse

Lange Strasse

St. Ägidienkirche - Ursprung im Mittelalter - Türm und Chor spätgotisch
1626 Zerstörung durch Explosion des benachbarten Pulverturms
1684 Beginn des Wiederaufbaus
einschiffiges Langhaus
Barockhaube des Turms von 1733
im gleichen Jahr Einweihung der wiederhergestellten Kirche
An der Nordseite Grabstein des Doktor Johann Andreas Eisenbart

Doktor Eisenbarts letzte Ruhestätte
In der Aegidienkirche wurde Doktor Eisenbart im Jahr 1727 in einer Gruft beerdigt.
Nach seinem Tod wurde Johann Andreas Eisenbart in einer Gruft im Altarraum in der St. Aegidienkirche beigesetzt. Sein barocker Grabstein – mit einem falschen Geburtsjahr versehen – wurde 1837 an der Nordseite der Kirche aufgestellt.
Der Grabstein weist ihn als hocherfahrenen, weltberühmten Landarzt aus, der unter anderem mit Genehmigung des preußischen Königs und des Kurfürsten von Braunschweig-Lünebürg, der in Personalunion gleichzeitig König von England war, in vielen Gebieten des deutschsprachigen Raum praktizieren durfte.
Im Oberpfälzer Wald geboren, machte Doktor Eisenbart am 1. September 1727 in Göttingen sein Testament und starb am 11, November 1727 in Hann. Münden Im Gasthaus „Zum wilden Mann". Der Ruhm, den Doktor Eisenbart zu seinerzeit genoss, steht im Kontrast zu den Spottliedern, die ab dem 19. Jahrhundert über ihn entstanden.
Rätseln Sie mit:
Sein Grabstein enthält einen Fehler, denn: Wann wurde Doktor Elsenbart wirklich geboren?

Johann Andreas Eisenbart wurde am 27 März 1663 in Oberviechtach geboren und starb am 11. November 1727 in Hann. Münden.
Seine Heilerfolge als Wund- und Augenarzt machten ihn im ganzen Heiligen Römischen Reich berühmt. Viele deutsche Landesfürsten verliehen ihm Privilegien. Darunter auch Kurfürst Georg I. von Braunschweig-Lüneburg, so dass sich Eisenbart nach der Personalunion 1714 auch „Königlich Groß-britannischer Landarzt* nennen durfte. Nach seinem Tod 1727 wurde der Wanderarzt in einer Gruft im Altarraum der St. Aegidienkirche beigesetzt. Sein barocker Grabstein - mit falschem Geburtsjahr - wurde 1837 an der Nordseite der Kirche aufgestellt. Bis heute ist der legendäre Barockarzt durch das um 1800 gedichtete Spottlied „Ich bin der Doktor Eisenbart* bekannt.

Im veröffentlichten Rundgang sind die zahlreichen Villen nicht aufgeführt, deren Architektur jedoch durchaus bewunderswert ist.

Der Fangenturm (auch Kronenturm) - zuerst 1515 urkundlich erwähnt - ist einer früherer Wehrturm in Hann. Münden in Südniedersachsen. Der 27,7 Meter hohe Turm - einer der ältesten Türme - gehörte zur mittelalterlichen Stadtbefestigung Münden und wurde als Mauerturm in der Stadtmauer errichtet. Die Benennung beruht, wie bei anderen Fangentürmen, auf seinem als Gefängnis genutzten Verlies.
Durch die anliegende Lage des 1979 nach einem Brand teilweise abgebrochenen Hotels. 'Zur Kröne' iim Volksmund auch Kronenturm genannt.

Direkt hinter dem Fangenturm steht ein 'Gebilde' - ein halbrund - eines von mehreren in der Satdt, die nicht erläutet werden in ihrer Funktion.
Im Internet finde ich:
Der Hampesche Turm (auch Hampe Turm) ist ein früherer Wehrturm in Hann. Münden in Südniedersachsen. Der 42,5 Meter hohe Turm gehörte zur mittelalterlichen Stadtbefestigung Münden und wurde als Mauerturm der Stadtmauer errichtet. Im 19. Jahrhundert wurde das Bauwerk aufgestockt und als Schrotturm genutzt.

Hampe Turm

Hampe Turm

Das Welfenschloss wurde im Jahre 1501 durch Herzog Erich I. von Lüneburg-Braunschweig als gotischer Bau vollendet und diente fortan als Residenz und Verwaltungssitz. 1560 wurde es durch einen Brand fast vollständig zerstört und durch Herzog Erich II. im Stil der frühen Weserrenaissance wieder aufgebaut. Das heutige Welfenschloss ist der eindrucksvolle Überrest früherer Herrschaftssitze, das mit dem Tode Erichs II. seinen einmaligen Glanz verlor und von dort an nur noch gelegentlicher Aufenthaltsort des Landesherrn war. Im Jahre 1849 zerstörte ein Feuer den Südflügel des Schlosses, der nicht wieder aufgebaut wurde.

Die alte Werrabrücke steht am nördlichen Ende der Altstadt. Um 1250 erbaut, zierten früher Türme und Überdachungen das historische Bauwerk, welche Ende des 18. Jahrhunderts dem Ausbau der Straße zwischen Kassel und Hannover weichen mussten, damit größere Frachtwagen die Brücke passieren konnten.
Im Laufe der Jahre haben Hochwasser und andere Umwelteinflüsse der alten Werrabrücke so zugesetzt, dass sie 1986 von Grund auf saniert wurde.

Stadtbefestigungsturm als Wohnhaus umgestaltet

Stadtbefestigungsturm als Wohnhaus umgestaltet

ein gar fürstliches gebäude am Ufer ist zu einer Moscheee umegbaut worden

ein gar fürstliches gebäude am Ufer ist zu einer Moscheee umegbaut worden

Am Zusammenfluss der Gewässer bvefindet sich eine kleine Halbinsel, auf eine sehenswerter Skulturenpark errichtet wurde.

Durch die engen Gassen führt der weg zurück zu einer Pause am Rathausplatz

Blick auf den Aussichtsturm Tillyschanze - der 25 m hohe steinerne Aussichtsturm von 1885 bietet einen schönen Blick auf Hann. Münden .

Blick auf den Aussichtsturm Tillyschanze - der 25 m hohe steinerne Aussichtsturm von 1885 bietet einen schönen Blick auf Hann. Münden .

Obertorwache - im 17. Jh. erbaut - Oberes Tor - zuerst 1318 urkundlich bezeugt

Das alte Tor lag im Zuge der Fuldabrücken-Wallstrasse durch einen Erdwall mit Palisaden - später durch steinerne Bollwerk - und einen Graben gesichert., über den die Zugbrücke des äußeren Tores führte. Ein Steinweg führte zum zweiten, inneren Falltor. Es gab einen Torturm und eine Haus für den Wächter.
Herzog Erich I. von Braunschweig-KLübeck begann 1500 mit dem Bau einer größeren Toranlage: Zwischen Rotunde / 1502 / und einem kleineren Torturm lag das innere Tor, das in einen hohen viereckigen Turm eingebaut war. Ein "Steinweg" führte von der Stadtmauer zwischen hiohen Mauern durch das innere Tor hindurch, im Westen durch Erdwall und Palisaden , im Osten durch ein gealtiges Bollwerk geschützt zum äußeren Tor, das noch vor der Torwache lag. Sie stand an der Stelle, an der im 17. Jh. der neubau erstand. Erst 1546 wurde der Ausbau der Toranlage unter Herzog Erich ii. vollendet.

Rest des Oberen Tores - Oberes Tor 1318 erstmals erwähnt
11500-1546 Neubau auf Veranlassung Herzog Erichs II. als vorgeschobene Bastion
vor dem Mauerring mit Tor zwischen Rotunde und Turm
1776 Abbruch des Tors und der Befestigungsanlage wegen des Chausseebaus
1847 Abbruch des Turms
1985/86 Restaurierung der Rotunde

Rest des Oberen Tores - Oberes Tor 1318 erstmals erwähnt
11500-1546 Neubau auf Veranlassung Herzog Erichs II. als vorgeschobene Bastion
vor dem Mauerring mit Tor zwischen Rotunde und Turm
1776 Abbruch des Tors und der Befestigungsanlage wegen des Chausseebaus
1847 Abbruch des Turms
1985/86 Restaurierung der Rotunde

Der Fährenpfortenturm - auch Hagelturm oder Natermannturm genannt - ist Teil der früheren Stadtbefestigung. In den städtischen Rechnungen ist der Turm bereits Anfang des 15. Jahrhunderts belegt. Der ursprünglich 26 Meter hohe Turm wurde 1848 von der Firma Haendler & Natermann gekauft und um ein Drittel auf die heutige Höhe von 40 Metern aufgestockt. Im sogenannten Turmgießverfahren wurde hier Bleischrot hergestellt. Dabei wurde das Blei in der Turmkammer geschmolzen und durch ein Sieb gegossen. Im Fallen bildeten sich runde Schrotkugeln, die wie Hagelkorner in einen Brunnen am Boden fielen, so dass sich im 19. Jahrhundert die Bezeichnung „Hagelturm* einbürgerte. Heute beherbergt das Gebäude das Museum der Arbeit und verfügt über eine Aussichtsplattform, ,

© Herbert S., 2020
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Der Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel stand schon seit längerem auf unserem Programm, fiel jedoch wegen Corona/ schlechten Wetters mehrfach ins Wasser. Diesmal konnten wir los.
Details:
Aufbruch: 13.09.2020
Dauer: 5 Tage
Heimkehr: 17.09.2020
Reiseziele: Deutschland
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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