Unterwegs vom Toten zum Roten Meer

Reisezeit: November - Oktober 2021  |  von Peter Belina

Petra von unten

Der Wow!- Effekt bei Tageslicht

Am nächsten Morgen geht es – diesmal zusammen mit den anderen - wieder durch den Siq. Links und rechts etliche Gräber, die man bei Nacht nur zum Teil gesehen hat. Und dann, als der vielleicht fünf Meter breite Siq wieder um eine Kurve geht, taucht wieder das Schatzhaus auf. Ich glaube, ich könnte noch 100 Mal um diese Ecke laufen und wäre jedes Mal wieder von diesem Anblick ergriffen!

By the way: Es handelt sich weder um ein Schatzhaus, noch um einen Pharaonenpalast, sondern um eine königliche Grabstätte. Auch die gut 800 weiteren Höhlen – mal einfache Löcher, mal palastartig verzierte aus dem Felsen herausgeschlagene Räume - sind meist Grabstätten.

Wir inspizieren u.a. die sogenannte „Königswand“ näher, von wo aus wir auch einen tollen Blick auf das Amphitheater und die großen Tempel haben. Mittags kehren wir in einem kleinen Lokal ein mit hervorragendem Buffet.

Details am "Schatzhaus"

Details am "Schatzhaus"

900 Treppen in Richtung Himmel

Die große Herausforderung wartet aber noch auf uns: Knapp 900 Treppenstufen sind es hoch zum Ed Deir, dem „Kloster“. Dieses hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem „Schatzhaus“. Hier ist das Gebäude aber auch oben komplett aus dem Felsen herausgehauen, d.h. über dem Dach ist kein unbearbeiteter Felsen mehr. Auch dort gibt es ein kleines Lokal mit Sitzplätzen in der ersten Reihe mit unverstelltem Blick auf Ed Deir. Die Cola habe ich mir verdient, während ich auf die anderen warte.

Von dort geht ein Weg weiter zum „Best View“. Nix Singular, Plural. Drei Gipfel, drei „Berghütten“. Einige nehmen sich den „Best View“ in der Mitte vor, zu dritt gehen wir zum rechten „Best view“ mit einem tollen Blick auf die Bergwelt.

Mit den Farben spielen.

Mit den Farben spielen.

Sachen gibt's, die gibt's nicht!

Als einziger nehme ich mir auch noch den linken „Best View“ vor. Wow, da geht es aber tricky nach oben. Auf halber Höhe, wo es einen tollen Blick auf Ed Deir gibt, verschnaufe ich ein wenig. Dort werde ich von einer jüngeren Frau angesprochen, ob ich vor drei Jahren in Armenien war. Tatsache, wir waren damals gemeinsam im Kaukasus unterwegs. Oben trinken wir gemeinsam einen Tee und genießen den Blick! Der „Hüttenwirt“ ist fasziniert über die Wege des Schicksals.

Aber es nützt alles nichts, ich muss weiter. Wieder warten die über 1.000 Stufen auf mich, diesmal bergab. Diesmal ist es an mir, eine entgegenkommende Touristin anzusprechen. Ja, wir kennen uns tatsächlich aus Indien.

Das Ed Deir, 900 Stufen oberhalb.

Das Ed Deir, 900 Stufen oberhalb.

Wahnsinn! Ja, ich bin einmal meinem früheren Englischlehrer im Hotel Sacher begegnet, einem Kulmbacher Wirtschaftsjunioren sowohl in Barcelona, als auch in Edinburgh, sowie einer Australierin, die ich in Neuseeland kennen gelernt habe, in Irland. Aber zwei früheren Mitreisenden an einem Tag?! Man merkt, dass viele aktuell nicht so weit weg wollen und da liegt Jordanien als Reiseziel offenbar nahe.

Der Rückweg zieht sich endlos. Beim Ausgang gehe ich nach links ins Petra Cave, ein cooles Lokal, wo es auch Alkohol gibt. Ich hätte darauf wetten können, dass ich vier aus meiner Gruppe hier treffe...

© Peter Belina, 2022
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Tolle Landschaften - Totes Meer, Rotes Meer und das Wadi Rum - und unglaubliche Baudenkmäler - Petra, Römerbauten, Moscheen, Kirchen und Schlösser - das und noch viel mehr ist Jordanien.
Details:
Aufbruch: 16.11.2021
Dauer: heute
Heimkehr: 30.10.2021
Reiseziele: Jordanien
Der Autor
 
Peter Belina berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.
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