Irland - Keltenkreuze, Kleeblätter und schroffen Küsten

Reisezeit: Juni / Juli 2022  |  von Ralf Beelitz

Quer durch Irland und England

Clonmacnoise

Es geht zurück. Einmal quer durch Irland nach Dublin. Immer geradeaus auf der R 357 passiere ich „Clonony Castle“, ein Tower House, das natürlich wieder einen Fotostopp wert ist. Nur wenige Meilen ostwärts gönnt sich meine Silver Wing erneut eine Pause. Vor mir erheben sich die Ruinen von „Clonmacnoise“. Die Klosteranlage aus dem 6. Jahrhundert liegt in einer idyllischen Landschaft im County Offaly, umgeben vom sich langsam dahin windenden River Shannon und ausgedehnten Wiesen und Feldern. Voller besinnlicher Ruhe ist der weite Friedhof mit seinen verwitterten Kreuzen. Der Blick schweift von den alten, steinernen Zeitzeugen weiter über den tiefblauen Shannon.

Kilbeggan Distillery

Was wäre Irland ohne Whiskey? Dieser Frage gehen wir in der ältesten Destillerie Irlands nach. Die „Kilbeggan Distillery“ liegt im verschlafenen Nest Kilbeggan, direkt an den Kilbeggan DistilleryUfern der Brusna. Die Brennerei wurde auf den Überresten eines Zisterzienserklosters erbaut. Da wir noch eine gute Strecke nach Dublin vor uns haben heißt das Motto leider „nur gucken, nicht trinken“.

Peak District Nationalpark

Den Abend lassen wir im „Hard Rock Cafe“ im Temple Bar Bezirk von Dublin ausklingen. „Temple Bar“ ist eine Touri-Hochburg am Südufer des Flusses Liffey. Der Song „Whisky in the jar“ schallt live aus fast jedem zweiten Pub; dazu ein Guinness…oder zwei….oder… - gibt es übrigens auch als alkoholfreies Bier!
Am nächsten Vormittag schieben wir noch eine Besichtigung des „Guinness Storehouse“ ein. Guinness ist mittlerweile viel mehr als nur ein Bier, es ist eine irische Institution. Mehr als einer Million Besucher besichtigen jährlich die Brauerei mit angeschlossenem Museum, worin sich alles um die 250-jährige Geschichte des Guinness dreht.
Nach zähen Verhandlungen mit dem Parkhausbetreiber - er will zunächst tatsächlich 42 €uro pro Moped auf einem 3er Stellplatz/Nacht; letztendlich einigen wir uns auf 22 €/Moped - brechen wir am nächsten Morgen zum Fährhafen auf. Übergesetzt nach Holyhead schwingen wir auf kleinen Straßen durch den „Snowdonia National Park“ in Nord-Wales. Ab und zu weiden ein paar Kühe zwischen alten Trockensteinmauern am Straßenrand. Der Himmel erscheint grau und düster, aber es bleibt trocken. Ziel ist unser letztes Zwischenhotel, das „Royal Oak Hotel“ im kleinen Bergdorf Bettws-y-Coed, welches auch „Tor nach Snowdonia (Adlerhorst)“ genannt wird. Ich kann meine Silver Wing abseits der Strasse im Schutz der trutzigen, dunklen Mauern des Hotels parken.
Der nächste Tag birgt fast eine kleine Überraschung: Sonne strahlt ins Zimmer! Beste Voraussetzungen für entspannten Fahrspaß - natürlich erst nach einem herzhaften englischen Frühstück (was sich allerdings nicht wesentlich von einem irischen unterscheidet). Den Zündschlüssel umgedreht; der Motor der Siwi erwacht zum Leben. Auf dem griffigen Asphalt der A5 ist sie in ihrem Element.
Der „Peak District Nationalpark“, ist ein riesiger Nationalpark, nur wenige Kilometer von den großen Industriezentren Manchester und Sheffield entfernt. Weite Graslandschaften und einsame Farmen prägen die Landschaft des „White Peak“. Im Südosten des Parks liegt das Dörfchen Edensor, umgeben von hohen Mauern und Gittern. Das Dorf ist u.a. im Besitz der Herzöge von Devonshire. 50 Häuser des Örtchens sind denkmalgeschützt. In früheren Zeiten gab es hier die Regel, dass „keine Schweine erlaubt sind“. Eine kleine Pause im „Edensor Tea Cottage“ ist ein „Muss“. Die kleinen Kuchen sind einfach eine Sünde wert!
Im Fährhafen von Hull merke ich, dass Großbritannien nicht mehr zur EU gehört. Der Harley-Fahrer unserer Gruppe (was ich verstehen kann) und ich (was ich nicht verstehe kann), müssen absteigen, die Arme heben und die Beine breit machen. Wir werden von den Zöllnern, mit einem leichten Schmunzeln im Gesicht, abgetastet, ehe wir in den riesigen Bauch der Fähre einfahren dürfen.
Pünktlich um 20.30 Uhr legt die Fähre ab. Die „Skyline“ von Großbritannien wird schnell kleiner und versinkt dann ganz am Horizont. Schön war’s!!!

Reiseinfos

Weitere Bildergalerien, Videos und GPS-Tracks findet ihr auf meiner Homepage. Viel Spass >>> http://motorroller-info.de/html/irland.html

© Ralf Beelitz, 2022
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Der Westen von Irland zählt zu den spektakulärsten Landschaften Europas. Der Ring of Kerry, die Cliffs of Moher, Moor- und Heideflächen. Schmale Teerspuren winden sich entlang der Küste, klettern über kleine Pässe und tauchen hinab zu traumhaften Buchten.
Details:
Aufbruch: 22.06.2022
Dauer: 12 Tage
Heimkehr: 03.07.2022
Reiseziele: Irland
Der Autor
 
Ralf Beelitz berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (2/2):
Ralf 1668173928000
Hallo Ste­fan,
, freut mich, dass dir der rei­se­bericht gefällt. Irland ist un­be­dingt eine Reise wert. Tolle Lan­dschaften und am Wich­tig­sten - freun­dliche­und inte­res­sier­te Menschen­.

Gruß Ralf
Stefan Böhm 1668098115000
Hallo Ral­f,
Vie­len Dank für den schöne. Bericht. Seit drei Jahren schiebe ich meine Rol­ler­tour nach Irland vor mir her und habe sie mir jetzt fest für nächstes Jahr vor­ge­nom­men. Da kommt Dein Bericht genau rich­tig­.
Gruß Stefan