Meine Reise durch Südamerika

Reisezeit: Februar - April 2009  |  von Norman H.

La Paz, Tiwanuaku, Ruta de la Muerte

Am naechstem Morgen ging es mit dem Bus nach La Paz. Dabei wurde an der schmalsten Stelle des Titicacasees der Bus per Floss uebergesetzt. Dabei musste alle Touris aussteigen und mit einem Extraboot fahren (und bezahlen), waehrend Fahrer und Einheimische im Bus blieben und sogar noch extra Fahrgaeste nur fuer die Ueberfahrt aufgenommen wurden. Sehr interessant
Nach einigen Stunden war El Alto erreicht, die arme Oberstadt von La Paz. Die Buergersteige neben der Strasse bestehen aus Staub und sind voller Plastikmuell. Alle Haeuser unverputzt und am Strassenrand ist ein riesiger Markt auf dem so ziemlich alles verkauft wird. Es sah jedenfalls nicht sehr einladend aus. Dann ging es ueber die Stadtautobahn 500m hinunter in den Talkessel, mit spektakulaerem Blick ueber La Paz. Wie die Haeuser sich am Rand des Talkessels hochziehen, ist schon aussergewoehnlich. Die Luftverschmutzung ist aber wirklich extrem! Vom Busbahnhof ging es dann mit einem Taxi ins Zentrum, was sich als schwierig herausstellte, da eine Demonstration stadtfand und ein Riesenstau war. Ich beschloss dann, dass Laufen schneller geht.

Den Nachmittag ueber besichtigte ich das recht kleine Zentrum und die beiden zentralen Plaetze. Vom Goldmuseum und den beiden angeschlossenen Museen war ich dann doch etwas enttaeuscht. Alles recht aermlich und kaum was interessantes zu sehen. Abends lief ich den Prado, die Hauptstrasse, hinunter und suchte das Goethe-Institut und die deutsche Botschaft. Beides war aber nicht zu finden. Die Hochhaeuser im Zentrum von La Paz sind schon beeindruckend. Man sieht dort aber kaum Indigenas, die gutangezogenen, wohlhabenden Leute sind alle eher europaeischer Abstammung. Mit leichten Atemproblemen aufgrund der miesen Luft quaelte ich mich dann den Berg wieder hoch zu meinem Hotel.

Am 03.04. besichtigte ich die wichtigsten Ruinen von Bolivien in Tiawanaku. Diese waren aber nicht sonderlich beeindruckend.
Am Nachmittag besichtigte ich dann einen der viele Maerkte von La Paz und auf dem Rueckweg versuchte man mich auszurauben. Ploetzlich war ich in einem kuenstlichen Gedraenge, wurde mit Dreck beschossen und jemand versuchte mein Portemonaie zu klauen. Obwohl ich das Ganze in Reisefuehrer gelesen hatte, dauerte es doch eine ganze Weile bis ich kapierte was grad los ist. Zum Glueck ging es nicht so schnell, den Knop meiner Gesaesstasche zu oeffnen und das Portemonaie herauszuziehen, so dass ich es gerade noch verhindern konnte. Den Typen rechts neben mir schubste ich erstmal auf die Strasse und beschimpte ihn ordentlich. Leider war natuerlich gerade keine Polizei in der Naehe. Gelohnt haette sich der Raub sowieso nicht, denn im Portemonaie waren nur ca. 5 Euro.

Fuer den 04.04. hatte ich mir dann die Mountainbike-Tour auf der "gefaehrlichsten Strasse der Welt" gebucht. Es ging erstmal auf 4700m hoch nach La Cumbre und von dort abwaerts bis auf 1200m nach Yolosa. Die ersten Kilometer der Strasse sind nun asphaltiert, danach gibt es ein neue asphaltierte Strasse und die alte "Ruta de la Muerte", die aus Staub und losen Steinen besteht. Da es eine neue Strasse gibt, wird die Alte mittlerweile nur noch von Radfahrern benutzt und davon gab es wirklich eine Menge. Meine Gruppe war nicht so besonders, da alle extrem langsam den Berg hinunterschlichen. Zum Glueck wurde die Gruppe nach einer Weile geteilt und so fuhr ein Guide mit mir und noch einem Deutschen vorneweg, waehrend der Rest hinten Sonntagsfahrt machte.
Den Vogel schossen zwei Maedels aus Israel ab, die sich nicht trauten, aufs Fahrrad zu steigen und die gesamte Tour in Bus sassen. Warum bucht man sich eine Downhill-Fahrt auf der "Todesstrasse" wenn man nicht Radfahren kann?

Am Ende der MTB-Tour fuhr ich dann nach Coroico, um dort einige Naechte zu bleiben.

© Norman H., 2009
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ich reise 10 Wochen lang durch Südamerika. Von Venezuela über Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien nach Chile.
Details:
Aufbruch: 07.02.2009
Dauer: 10 Wochen
Heimkehr: 20.04.2009
Reiseziele: Venezuela
Kolumbien
Ecuador
Peru
Bolivien
Chile
Der Autor
 
Norman H. berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.