Jessica & Jürgen in SOA

Reisezeit: Januar / Februar 2010  |  von Jürgen D.

Siem Raep und Angkor Wat

08.02.-11.02.2010

Nach einer entspannten, 6-stuendigen Busfahrt sind wir am fruehen Nachmittag in Siam Raep angekommen.
Die Landschaft, die wir unterwegs in uns aufgesogen haben, war nach den Eindruecken aus Vietnam richtig wohltuend.
Siedlungen wechseln sich ab mit Reisfeldern, Palmenhainen und verstreuten, zum Teil auf 10m hohen Stelzen stehenden Bauernhuetten. Kuhherden aus 5-15 Tieren grasen friedlich auf freien Flaechen und man kann kilometerweit sehen.

Obwohl Kambodscha sehr arm ist, haben wir den Eindruck, dass die Menschen hier besser leben. Vor vielen Huetten, die immer zurueckgesetzt von der Strasse stehen, gibt es einen kleinen Teich mit Enten, kleine Vorgaerten, Blumentoepfe... Und es wird immer wieder gekehrt und Muell weggeraeumt (natuerlich nur bis zur naechsten Vertiefung). Auf jeden Fall machen es sich die Menschen hier schoen.

Wir hatten es auch schoen, unser Hotel hatte naemlich einen Pool und nach Stunden in Tempeln in der prallen Sonne ist das einfach grossartig!!!
Wir haben uns entschlossen, dem achten Weltwunder drei Tage Zeit zu widmen, jeder hat gesagt, einer waere zu wenig.

So hatten wir einen Tuk-Tuk-Fahrer, der mit uns am ersten Tag die "kleine Runde" gefahren ist, d.h. Angkor-Wat, den bekannten mit den fuenf Tuermen, Angkor-Thom, weniger bekannt aber viel weitlaeufiger weil einstmals eine richtige Stadt, und an ein paar kleineren vorbei zum Ta Promh, der eingewachsene, in dem Tomb Raider gedreht wurde.
Ist schon alles sehr schoen und auch beeindruckend, aber viele Menschen haben erzaehlt, selbst wenn man mit Kultur nicht viel am Hut haette, wuerde einem vor Staunen der Mund offen stehen bleiben... naja...

Zum Abschluss sind wir zu einem kleinen abgelegenen Tempel gefahren (es gibt im und um den archaeologischen Park insgesamt 2490!) um den Sonnenunetrgang anzuschauen- auch so ein Pflichtprogramm, wir haben auf dieser Reise wirklich schon schoenere gesehen.

Was wirklich beeindruckend ist, ist die Tatsache, dass alle diese z.T. riesigen Tempel 800 Jahre lang ungeachtet allen weltpolitischen Geschehens und voellig unbemerkt im Dschungel versteckt blieben.
Und rings um den Ta Promh ist der Dschungel noch relativ urspruenglich- nachdem der Tempel nicht mehr zu retten war, hat man wohl auf grossflaechige Rodungen verzichtet. In den 200-300 Jahre alten Baeumen leben zahlreiche Papageien und die Geraeuschkulisse ist beeindruckend.

Am naechsten Tag naben wir einen Tag Pause gemacht, im Pool geplantscht und unsere Weiterreise organisiert.
Das hat sich schwierig gestaltet, denn der Grenzuebergang von Kambodscha nach Laos ist seit ein paar Tagen geschlossen. Warum, weiss niemand so genau, nur, dass es keinen politischen Grund hat. Vermutlich wieder Mal das chinesische/vietnamesische Neujahrsfest, das uns unsere Plaene ja jetzt schon des oefteren aendern liess.
Die Fluege nach Pakse in Sued-Laos sind fuer den naechsten Monat auch gestrichen, weil der Flughafen geschlossen ist. Also haben wir uns ganz schweren Herzens entschlossen, Laos ausfallen zu lassen, obwohl wir uns soooo darauf gefreut hatten. Umso mehr, weil wir wieder von so vielen Menschen gehoert haben, wie schoen es dort sein muss. Wir werden also ein bisschen laenger in Kambodscha bleiben, denn hier gefaellt es uns ja auch sehr gut, und Laos bekommt einen ganz eigenen Urlaub beim naechsten Mal.

Ueber Nordthailand einzureisen wuerde soviel Zeit kosten, dass wir wohl nur wenige Tage in Laos haetten, wie immer rennt uns gegen Ende des Urlaubs die Zeit davon...

Am naechsten Tag hat um halb fuenf der Wecker geklingelt, Sonnenaufgang ueber Angkor Wat stand auf dem Programm. Lohnt sich nur, weil es ganz witzig ist, im Dunkeln ueber die Tempeltreppen zu klettern und weil man ganz frueh schon zu den abgelegeneren Tempeln fahren kann, wenn dort noch nichts los ist.
Ansonsten einfach Massen von Menschen, die klatschen, sobald sie die Sonne entdecken, schreien, lachen und dabei drei suuuuper-witzige Photos machen auf denen sie die Sonne quasi in der Hand halten. In Hotpants und Spaghettitraegern vorzugsweise, obwohl es genuegend Hinweistafeln gibt, die um ein angemessenes Verhalten bitten, was einfach auch der Stimmung halber nett waere. Aber 10 Millionen Besucher pro Jahr sind halt auch eine Menge. Schliesslich fallen die paar Prozent Deppen halt immer mehr auf als der Rest.

Von Tempeln hatten wir fast schon genug, aber die langen Strecken dazwischen waren grossartig um mehr von Land und Leuten zu sehen. Wir sind duch Doerfer voellig abseits des Tourismus gefahren, wo auf Maerkten Dinge fuer den taeglichen Bedarf angeboten wurden. Ganz viele Sachen zum Beispiel, die aus Korb geflochten waren. Staelle fuer Huehner, bzw. fuer die Haehne, wenn die Eier gerade nicht befruchtet sondern gegessen werden sollen (die angebrueteten Eier zum Essen sind von Enten), Schoepfkellen, Schuesseln und viele Dinge, von deren Verwendung wir keine Ahnung haben. Auch hier gab es kaum Muell, vermutlich, weil die Menschen kaum welchen produzieren. Sie haben kein Wasser in Plastikflaschen und packen ihre Einkaeufe vom Markt auch nicht in Tueten. Hier ist fast alles selbst produziert und die Menschen leben ziemlich autark.

Ganz anders ist dagegen die Stadt Siem Raep. Sie lebt ausschlieslich von "Angkor-Touristen" und ist entsprechend voller Cafes und Restaurants. Aber alles nett gestaltet und fuer viele Kambodschaner eine Verbesserung ihres Lebensstandarts. Die Restaurants, die wirklich von Khmer-Familien gefuehrt werden, haben das dran stehen und wir denken, da kann man sich einigermassen drauf verlassen, denn das Essen ist dort billiger und besser.
Eine Spezialitaet ist Krokodil, es gibt eine Farn bei Siem Reap, und Schlange (Python). Haben wir beides probiert und war gaaanz lecker. Man bekommt den typischen Tontopf voll gluehender Kohle auf den Tisch gestellt, darauf einen Rost und los geht das Cambodian BBQ.
Ansonsten isst man hier viel Amok, ein Khmer-Curry, oder Lok Lak, Fleisch mit viel Knoblauch scharf angebraten auf Salat.

© Jürgen D., 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
BKK - Vietnam - Kambodscha - Laos
Details:
Aufbruch: 16.01.2010
Dauer: 6 Wochen
Heimkehr: 26.02.2010
Reiseziele: Thailand
Vietnam
Kambodscha
Der Autor
 
Jürgen D. berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.