Die Inseln des ewigen Sommers

Kap Verde-Reisebericht  |  Reisezeit: Januar 2018  |  von Brigitte Amrhein

Auf der Suche nach einem Ziel für unsere jährliche "Fluchtwoche" aus dem bayerischen Winter in die Wärme erinnerten wir uns an einen Zeitungsbericht vom vergangenen Sommer über die Kapverden - und nach kurzer Recherche im Internet war unser Ziel gefunden. Eine komplett selbst geplante und organisierte Rundreise auf mehrere Inseln brachte uns vielfältige Eindrücke und Erlebnisse.

Mittwoch, 10.01. - Boa Vista

Es heißt sehr früh aufstehen - um 6 Uhr geht unser Flieger nach Boa Vista. Er ist dann zwar nicht ganz pünktlich, aber wir landen trotzdem kurz vor dem geplanten Zeitpunkt - und nachdem es hier noch Vormittag ist, haben wir noch etwas vom Tag.
Der Flug ist angenehm ruhig und auch nach der Ankunft geht alles entspannt und zügig. Wir trinken am Flughafen noch was und nehmen uns dann ein Taxi nach Sal Rei. Unser Zimmer im "Residential Salinas" ist schon fertig und sehr nett.
Nachdem wir uns ein bisschen entspannt haben, gehen wir zum naheliegenden Strand und zu den alten Salinen.
Dort sind einige Vögel zu sehen und ich kann ein paar Fotos machen - was mit dem großen Tele bei dem sehr starken Wind aber zur Schwerstarbeit ausartet...

Oben Europa, unten Afrika - Straße von Gibraltar

Oben Europa, unten Afrika - Straße von Gibraltar

Sand und Lavafelsen - am Strand Praia da Cruz in Sal Rei

Sand und Lavafelsen - am Strand Praia da Cruz in Sal Rei

Wir sind pünktlich zurück und warten auf unseren Guide Bobs, um die im Voraus gebuchte Nachmittagstour zu den Highlights der Insel anzutreten. Zuerst kommt der Fahrer, dann sammeln wir ein paar Meter weiter Bobs ein.
Wir fahren zuerst nach Rabil, wo wir zum einen einen tollen Blick über die Insel haben, zum anderen auch schon einen persönlichen Draht zueinander finden. Wir besuchen die Keramikschule und kaufen auch ein paar kleine Souvenirs.
São Roque ist die älteste Kirche der Insel - und das sieht man ihr an. Die Kirche ist klein, aber durchaus beeindruckend!

Danach geht es weiter in die Wüste Deserto de Viana. Bobs empfiehlt uns, die Schuhe auszuziehen - und es ist wirklich ein tolles Erlebnis, den fast schneeweißen, feinen Sand zu spüren! Er ist warm, aber nicht heiß. Wir erklimmen eine der zahlreichen Dünen und genießen den Blick über die Wüste auf die Berge, aber auch die interessanten Details wie die Bewegung der Sandkörner im stetigen Wind sind faszinierend. Ein beeindruckender Ort!

Blick über die Insel Boa Vista von Rabil aus

Blick über die Insel Boa Vista von Rabil aus

In der Wüste Deserto de Viana

In der Wüste Deserto de Viana

Nun geht es fast nur abseits der Straßen zum Strand Praia do Sobrado, an dem unübersehbar das Wrack der "Cabo Santa Maria" liegt. Der spanische Frachter war hier 1968 auf Grund gelaufen und die rostigen Überreste des Schiffes liegen praktisch direkt auf dem Strand! Ob es so etwas noch ein zweites Mal irgendwo gibt? Was für ein Motiv!
Auf mehr oder weniger erkennbaren Pisten geht es an der Küste entlang nach Norden und zur kleinen Kapelle Nossa Senhora de Fátima. Die Lage der hübschen Kirche mit Blick auf die Küste und Richtung Sal Rei ist wirklich schön!

Rosthaufen am Strand - das Wrack der "Cabo Santa Maria"

Rosthaufen am Strand - das Wrack der "Cabo Santa Maria"

Hübsche Kapelle - Nossa Senhora de Fátima bei Sal Rei

Hübsche Kapelle - Nossa Senhora de Fátima bei Sal Rei

Nach einem kurzen Stop am jüdischen Friedhof - auf dem auch die (anglikanische) Tochter eines englischen Konsuls in ihrem Sarkophag ruht - bringt uns der Fahrer noch nach Sal Rei zum Fischmarkt (auf dem zu dieser Zeit aber nur noch aufgeräumt wird).
Jetzt geht es zu Fuß durch die Inselhauptstadt. Bobs zeigt uns schöne Ausblicke über die Bucht und interessante Orte wie den öffentlichen Waschplatz oder den Mercado Municipal. Am Ende besuchen wir noch das Kunst- und Kulturzentrum, wo wir zum Abschluss unserer Tour mit Grogue (Zuckerrohrschnaps), Punch (Grogue + Melasse bzw. + Kokosmilch) und Ziegenkäse verwöhnt werden.
Wir unterhalten uns gut und (nachdem Bobs offenbar halb Sal Rei kennt) fragen nach einem Lokal, wo wir abends Fisch essen können. Und unser Guide führt uns zu einem netten Restaurant, nur ein paar Minuten zu Fuß von unserer Unterkunft entfernt, mit dessen Chef er befreundet ist. Mit dem Koch vereinbart er direkt, was dieser für uns auf den Grill legen soll und reserviert auch gleich einen Tisch für uns.

Wir gehen zurück, zahlen unsere Tour und machen uns frisch.
Dann gehen wir beide zum Essen - es ist einfach super! Wir essen Filets von der Dorade Royale und von der Großen Bernsteinmakrele (von der wir vorher noch nie etwas gehört geschweige denn gegessen haben) - himmlisch! Und für uns nicht mal teuer, mit Wein, Wasser und großzügigem Trinkgeld zahlen wir umgerechnet nur rund 36 €.
Danach noch der kurze Heimweg, dann sind wir reif fürs Bett! Dieser erste Tag war voller Eindrücke...

Bucht von Sal Rei in der Nachmittagssonne

Bucht von Sal Rei in der Nachmittagssonne

Nicht jede Hausfrau hat eine Waschmaschine daheim - öffentlicher Waschplatz in Sal Rei

Nicht jede Hausfrau hat eine Waschmaschine daheim - öffentlicher Waschplatz in Sal Rei

© Brigitte Amrhein, 2018
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 10.01.2018
Dauer: 8 Tage
Heimkehr: 17.01.2018
Reiseziele: Kap Verde
Der Autor
 
Brigitte Amrhein berichtet seit 10 Tagen auf umdiewelt.
Aus dem Gästebuch (1/1):
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Ich habe gerade Euren tollen Rei­se­bericht über die Kap­ver­den ge­lesen. Wie ist es dort ei­gent­lich mit Kri­mi­na­lität? Habt Ihr Euch immer sicher gef­ühlt?
Von dem inte­res­santen Kul­tur­kreis und der Ve­ge­ta­tion wäre das auch für mich ein inte­res­santes Ur­laub­sziel. VG