Die Molukken und .....

Indonesien-Reisebericht  |  Reisezeit: Juli / August 2017  |  von Thalia&Christine R

24.07.2017: Pulau Siau

In der Frühe nehmen wir eine indonesische Dusche. D.h. : kaltes Wasser aus einem großen Bottich. Wir gießen uns das Wasser gegenseitig über Körper und Haare. Bei der Wärme ist das kalte Wasser nicht so unangenehm…und nach der Prozedur stellen wir erstaunt fest wie wenig Wasser wir verbraucht haben…

Das spanische Pärchen reist heute ab, die Braunschweiger wollen per Moped die Insel erkunden, das Schweizer Pärchen will relaxen und schnorcheln und die deutsche Familie mit den 3 Kindern hat ein Auto für den ganzen Tag geordert und möchte etwas zu essen einkaufen und einen schönen Strand für die kids suchen.

Die Familie bricht mit dem kleinen "Public bus" zum Ausflug auf

Die Familie bricht mit dem kleinen "Public bus" zum Ausflug auf

Juan, der Sohn von Ayu ist sehr gewitzt--für seine 7 Jahre schon ein richtiger kleiner Manager

Juan, der Sohn von Ayu ist sehr gewitzt--für seine 7 Jahre schon ein richtiger kleiner Manager

Um 10 Uhr wird unser Moped gebracht und um 11 Uhr brechen wir auf. Ayu ermahnt uns zum X-ten Mal ja vorsichtig zu sein. Schon nach wenigen Metern merken wir dass die eine Bremse kaum Funktion hat. Die Straßen sind wirklich sehr schlecht und es geht nur steil bergauf und steil bergab.

Blick auf den Vulkan Karangetang

Blick auf den Vulkan Karangetang

Dieser Vulkan qualmt stets

Dieser Vulkan qualmt stets

Die freuen sich uns zu sehen

Die freuen sich uns zu sehen

Da waren wir noch guter Dinge..

Da waren wir noch guter Dinge..

Weit kommen wir nicht, nach dem ersten Dorf geht’s mal wieder ganz steil runter und es liegen viele Schottersteine auf dem Weg.
Thalia bremst und das Moped kommt in Schlingern. Ein lauter Fluch und wir liegen beide unter dem Moped.
Thalia hat ein mittelgroßes Loch im Ellenbogen und ich habe 2 kleine im rechten Knie die -wie immer bei mir- stark bluten.
Nach einem Moment Benommenheit setzen wir uns aufs Moped und fahren vorsichtig zurück.
Ayu bekommt einen Schreck als sie uns sieht—ruft 2 ihrer Jungs die mit Motorbikes mit uns ins Hospital fahren. Das Hospital hier ist eher wie bei uns eine offene Sanitätsstelle
Es gibt einen Vorhang und dahinter 3 Pritschen—auf 2 liegt eine dieser mir schon bekannten Plastikmatratzen.
Meine Wunde wird gesäubert, desinfiziert und abgetastet. Nix gebrochen und nix verstaucht. Aber mächtig geschwollen.
Thalias Wunde muß mit einigen Stichen genäht werden. Dazu bekommt sie eine Betäubungsspritze-das ist der unangenehmste Teil.
Der Arzt schreibt uns ein Rezept für Schmerzmittel und Antibiotikum und einer der Jungs holt die Sachen aus der Apotheke.
Jetzt haben die Ärzte Zeit mit uns zu plaudern: sie fragen was wir hier machen und wie lange usw…einer von ihnen stellt sich als Kardiologe vor.
Die Rechnung beträgt so etwa 140.000 IDR für uns beide—das konnte ich sehen, denn der Junge hat sie bezahlt—Ayu wollte das Geld nicht wiederhaben—wir wollten es selbstverständlich bezahlen.
Als Randinfo: Eine Krankenversicherung kostet hier etwa 50.000 IDR monatlich pro Person.
Die Jungs fahren uns wieder zurück, was mit den Schmerzen nicht so einfach ist.
Für den Rest des Tages sind wir außer Gefecht. Mein Knie ist auf den 3-fachen Umfang angeschwollen.

Mittags kam noch eine holländische 4-köpfige Familie mit 2 Teenagern an. Ayu ist wieder „overbooked“- Somit bleiben wir auch erstmal in unserer „Besenkammer“ ist ok, nur der Weg zur Toilette ist echt hart für mich.
Für Abends hatten wir uns eigentlich mit den anderen zu einer Fahrt zu den „Tarsianen“ verabredet-ich kann mich kaum rühren, aber Thalia wird im Auto von der deutschen Familie mitgenommen. Die anderen fahren mit den Motorbikes-entweder selber oder mit einem der Jungs.

Ich schaue ihnen von unserer Holzterrasse aus nach

Ich schaue ihnen von unserer Holzterrasse aus nach

Mit lautem Getöse düsen sie los (hier geht nix leise vonstatten)

Mit lautem Getöse düsen sie los (hier geht nix leise vonstatten)

Ayu kümmert sich rührend um mich-sie hat aus irgendwelchen Gründen ein schlechtes Gewissen. Mein Abendessen bekomme ich ins Cottage gebracht.
Sie erzählt mir wie schwierig die Situation mit den Arbeitern hier ist—die meisten haben keine Lust zu arbeiten-sind sehr unmotiviert. Es ist einfach hier Geld mit der Muskatnuss zu verdienen-das liegt sozusagen auf der Straße-bzw ds Gold wächst ja hier auf den Bäumen. Sie will bis Januar hierbleiben und versuchen alles auf die Reihe zu kriegen. Im September kommt ihr Mann auf „Urlaub“ hierher.
Jetzt hat sie gerade Info vom Koch bekommen, dass er krank ist. Nun musste sie selber kochen.

Sind sie nicht ZU süß????

Sind sie nicht ZU süß????

Zum Glück habe ich im NAtionalpark vor 2 Jahren schon welche gesehen, aber ich war schon traurig , dass ich nicht mitkonnte

Zum Glück habe ich im NAtionalpark vor 2 Jahren schon welche gesehen, aber ich war schon traurig , dass ich nicht mitkonnte

...aber die kann man sich öfter ansehen..

...aber die kann man sich öfter ansehen..

Ganz spät am Abend fährt sie noch mal los um Matratzen zu kaufen-tatsächlich ist sie wohl mehr als „overbooked“

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Versäumtes nachholen und neue Freunde wiedersehen...Nach meinem krassen Krankenhausaufenthalt auf Papua letztes Jahr, der mich um den Besuch der "Steinzeitmenschen" gebracht hat, wollen wir nun einen 2. Versuch starten. Vorher soll es aber zu den Molukkeninseln gehen. Wir hoffen, dass wir Kiky und Susi treffen und ich möchte das Krankenhaus noch einmal besuchen...
Details:
Aufbruch: 07.07.2017
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 06.08.2017
Reiseziele: Indonesien
Der Autor
 
Thalia&Christine R berichtet seit 8 Jahren auf umdiewelt.
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