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Australien-Reisebericht  |  Reisezeit: August - Oktober 2011  |  von Corinna Holder

Yungaburra

unser Tourbus

unser Tourbus

Nach meiner Rückkehr aus Airlie bin ich noch für zwei Tage in Yungaburra und dem dazugehörigen Regenwaldstück (und Weltkulturerbe, wer hätte das gedacht ) südlich von Cairnes untergekommen - was für ein Riesenunterschied, verglichen mit Cape Trib! Der Veranstalter (...für den ich an dieser Stelle gerne Werbung mache: onthewallaby.com) war diesmal privater Natur und hat das Programm mit einer Liebe zum Detail ausgearbeitet, die einfach süß war: ich bin morgens in den Bus eingestiegen, der uns zum Resort gefahren hat und der Fahrer und Guide, Sidney, hat mir drei Magnetwandstifte in die Hand gedrückt. Er meinte, ich solle auf der Fahrt doch was ans Fenster malen, damit uns nicht langweilig wird! Nachdem dann jeder aus der Gruppe da war, haben wir uns alle einander übers Mikrofon vorgestellt und das zog sich dann die ganze Tour über weiter so durch: mal gabs Geschicklichkeitsspiele, dann hat Sid eine Geschichte erzählt, nach dem Badestopp gabs Schokolade... toll
Am ersten Tag haben wir uns einen Fig-Tree angeschaut (eindrucksvoll), einen Dschungelspaziergang gemacht (im Nachhinein die Blutegel abzukratzen war allerdings wirklich widerlich, brrr) und in verschiedenen Bächen nach Schnabeltieren gesucht, leider erfolglos. Ich hätte zu gerne nochmal eins gesehen
Weiterhin standen zwei beschwimmbare Wasserfälle (Dinner Falls und ein anderer, hab den Namen vergessen) auf dem Programm, die mich allerdings nach Ko Kood nicht mehr so vom Hocker gerissen haben, zumal die Aussies in ihrem schier unendlichen Sicherheitswahn die Wege zu den Fällen betoniert hatten, was einfach sch... aussieht und in meinen Augen eine Todsünde ist, mit der ein herrliches Stück Natur echt verdorben wurde. Just my two cents

Abends hat Sidney uns dann in der On The Wallaby Lodge abgesetzt, da gabs Obst, Kekse und heissen Tee, und dann wurden die Tagesgäste, die keine Übernachtung gebucht hatten, wieder nach Cairns gebracht. Wir übrigen vier, Ruth, Yves und Sina (hallo ), haben uns ein tolles BBQ schmecken lassen, gegrillt von der Lodge-Managerin höchstpersönlich, die auch jeden einzelnen Gast mit Vornamen kannte. Was die Lodge betrifft, sind der Lonely Planet und ich übrigens ausnahmsweise mal einer Meinung: ein echtes kleines Juwel und das beste, in dem ich auf meinem Trip war: klein, liebevoll eingerichtet, familiär und einfach nett. Abends haben wir noch einen sehr netten Kanadier kennengelernt, Matt, uns mit ihm ein fürchterliches Tischtennisdoppel geliefert und hatten dabei einen Heidenspaß.
Einer der Männer dort hatte außerdem eine Babypython, die Sina und ich mal halten durften, das war ziemlich cool. Und der riesige Hund, der die ganze Zeit durch die Lodge geschlurft ist, kam dann am nächsten Tag sogar mit zum Kanufahren

Am Folgetag hat es leider geregnet, und zwar am laufenden Band. Dementsprechend hat der Regenwald seinem Namen also alle Ehre gemacht, und unser Mountainbikeausflug durch den Dschungel war dann auch eine ziemlich schlammige Angelegenheit. Außerdem hat sich mein Mangel an Bewegung und die ungesunde Ernährung der letzten zwei Monate gerächt und ich war nach ein paar kümmerlichen Kilometern schon fix und fertig. Und klatschnass natürlich auch
Leider haben wir auch dabei keine Schnabeltiere gesehen, dafür aber wieder haufenweise Blutegel, die unser sehr cooler Guide Damien aber heldenhaft von unseren Beinen gepflückt hat. Das war ziemlich nett von ihm, weil die Viecher echt eklig sind. Ich hoffe, mir ist keins in den Rucksack gekrochen, das Letzte was ich will ist so ein Biest zuhause einzuschleppen!

Lunch gabs dann in einem kleinen Inn irgendwo im Nirgendwo, und nachmittags sind wir dann mit Damien und Hund Jed zum Kanufahren gegangen. Da wir schon vom Vormittag nass waren, war der Regen auch kein Problem mehr für uns, nur Jed fand den nicht mehr so witzig, nachdem er ins Wasser gepurzelt ist und dann den Rest der Fahrt tropfnass vorne auf dem Kanu balancieren musste und dauernd vor sich hingefiept hat, der Ärmste. Sina hat ihn aber dann erfolgreich mit Oreo-Keksen trösten können

Wir haben während der Fahrt nach Schnabeltieren und Baumkänguruhs geguckt (natürlich vergeblich), dafür aber Seeadler, Leguane, Wallabys und irgendwas niedliches, was wie eine Mischung aus Stachelschwein und Igel aussah, gesehen - ich muss mal googeln, was es war; oder wenn es jemand von euch weiß, bitte mailt mir, danke
An einem flachen Uferstück sind wir ausgestiegen - und erst mal knietief im Matsch versunken. Lecker. Dann haben wir in einem kleinen Teich nach Schnabeltieren geguckt, aber auch da war keins. Ich glaube langsam, das Schnabeltier ist eine Lüge
Und weil wir schon mal da waren und auch schon von oben bis unten matschig waren, hat Damien uns noch gezeigt, wie die Aborigenees ihre traditionelle Gesichtsbemalung herstellen: Ein poröser Stein aus dem Fluß wird mit Wasser auf einem Felsen verrieben und dabei entsteht rotbraune Farbe. Also, ran an den Schlamm und nach einer Viertelstunde waren wir dann mit mehr oder weniger gelungenen australischen Motiven dekoriert und sind dann in Kriegsbemalung stilecht zurückgepaddelt. Übrigens, wenn sich zuhause jemand über den Dreckrand unter meinen Fingernägeln wundern sollte - ich habe mein Möglichstes versucht, das Zeug wieder loszuwerden
("...die geht auch ganz leicht wieder abzuwaschen!" - jaja von wegen ).

Danach gings zurück ins Hostel zu heißem Tee und warmer Dusche, und dann sind wir zurück nach Cairns gefahren.

Für mich war dieser Ausflug auf jeden Fall ein Australien-Highlight. Wirklich spektakulär war dabei zwar an sich nichts, keine wirklich spannenden Tiere, Sauwetter - aber in unserer Gruppe waren so tolle Leute (nicht zu vergessen unsere zwei wackeren Guides), dass wir einfach trotz Regen einen Riesenspaß hatten. Danke an alle, die dazu beigetragen haben

An meinem letzten Tag in Cairns schien dann auch endlich wieder die Sonne, und schwupps waren die Temperaturen wieder auf 30 Grad und die Luftfeuchtigkeit wieder altbekannt tropischer Schwüle, und in der Nacht zum Folgetag ging es dann zum letzten Mal weiter und zurück nach Brisbane.

...kann jemand ein Schnabeltier sehen?

...kann jemand ein Schnabeltier sehen?

Fig-Tree

Fig-Tree

© Corinna Holder, 2011
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nunja, die Welt in 80 Tagen zu umrunden ist ja heute keine große Herausforderung mehr... Aber wenn man Land und Leute kennenlernen möchte, sind eigentlich schon 80 Tage pro Land viel zu wenig. Daher habe ich beschlossen, mich bei meinem 80-Tage-Tripp auf Asien und Ostaustralien zu beschränken. Und wenn du jetzt Fernweh bekommen hast - komm doch einfach mit! Los gehts Mitte August, aber das werdet ihr ja dann schon sehen. Liebe Grüße und bis ganz bald, Corinna
Details:
Aufbruch: August 2011
Dauer: circa 9 Wochen
Heimkehr: Oktober 2011
Reiseziele: Österreich
China
Hongkong
Kambodscha
Thailand
Singapur
Australien
Der Autor
 
Corinna Holder berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.
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