Zwei Schwarzwälder auf Bootstour

Frankreich-Reisebericht  |  Reisezeit: Mai - Juli 2019  |  von Agnes Jenne

Weiter geht es: Kanalbrücke, Schleusentreppen, Motorschaden

Kanalbrücke bei Beziers

Kanalbrücke bei Beziers

Wir fahren über die Kanalbrücke

Wir fahren über die Kanalbrücke

In der Schleusentreppe von Fonserannes

In der Schleusentreppe von Fonserannes

Ups.... kommen wir da durch?

Ups.... kommen wir da durch?

Und es geht durch einen Tunnel.

Und es geht durch einen Tunnel.

Schleusenhaus bei Trebes. Die Entfernungen zu den nächsten Schleusen werden angezeigt.

Schleusenhaus bei Trebes. Die Entfernungen zu den nächsten Schleusen werden angezeigt.

Kanalbrücke bei Beziers, Schleusentreppen von Fonserannes, Motorprobleme

Weiterreise ab Beziers auf dem Canal du Midi

Im Hafen von Beziers legen wir ab und stellen uns in die Reihe der Schiffe, die in die Schleuse zur Kanalbrücke möchten. Bei der Überfahrt über die Kanalbrücke beeindruckt der Blick auf die Kathedrale von Beziers bevor man nach einer Kanalwindung bei der Schleusentreppe "Echelle de Fonserannes" ankommt, Riquets Meisterwerk.Diese Schleusentreppe mit 7 Kammern, befördert die Schiffe insgesamt 20 Meter in die Höhe oder in die Tiefe, je nachdem, wo man hin will.
Das Bauwerk ist berühmt und überall hat man Publikum. Für den Kapitän ist das nicht einfach, doch er fährt mühelos in die Kammern ein, die jeweils mit 2 Schiffen belegt. werden. Durch die Rundung der Kammern ist das platzieren des Bootes eine Zirkelei und beim aufwärts schleusen, kann ich kaum die Poller sehen, um die das Seil zum Festhalten gelegt werden muss.
Gemeinsam hat die Besatzung der LINA die Schleusung geschafft. Die letzte Schleusenkammer war die Schwierigste.
Es gab sogar Applaus für uns vom Publikum ringsum.

Wir haben ein Problem: Ein Motor wird heiß. Zum Glück haben wir zwei Motoren. Wir tuckern mit einem weiter. Schneller als 8 Stundenkilometer darf man nicht fahren, vielerorts auch nur 3 oder 4 Stundenkilometer.
2 Schildkröten haben wir gesichtet. Ich bin mir sicher, das bringt Glück.

Im Hafen "Port de Robine", schlagen wir unser Nachtquartier auf. Der Hafenmeister empfängt uns sehr freundlich und ich fasle etwas von " Probleme avec motor". Er versichert uns, dass am nächsten Tag gleich ein Monteur unser Problem beheben wird. Wir fühlen uns gut versorgt.

Tatsächlich kommt gleich morgens ein netter Monteur, ein Engländer, der schon 20 Jahre in Frankreich lebt, und sieht sich unseren Motor an. Er versucht, den Impeller zu wechseln, erachtet es aber als unmöglich, da ran zu kommen. Er meint, der Impeller wäre in Ordnung. Er reinigt das Ansaugrohr, weil da etwas den Zulauf verstopft haben könnte und tatsächlich, das Kühlsystem des rechten Motors funktioniert wieder. Wir können weiter reisen.

Unterwegs steigt die Temperatur des rechten Motors wieder an. Also doch ein Problem. Wir machen in Hombs Halt, legen uns dort in den Hafen und sehen selbst, ob der Impeller nicht doch zu wechseln ist. Alles wird abgeschraubt, die Leitungen überprüft und in mühevoller Kleinstarbeit der Impeller ausgetauscht. Die Aktion dauert über 3 Stunden und eigentlich wollten wir heute unseren 39. Hochzeitstag feiern. Wir schaffen es, um 20 Uhr fertig zu sein und essen zu gehen.

In Hombs gibt es gleich neben unserer Anlegestelle ein feines Restaurant" Les Tonneliers" bei Sylvie und Christophe Jacquel. Das Paar stellen den Wein selbst her, Christophe ist für die Weinberge zuständig, Sylvie für den Ausbau des Weines im Keller. Und sie hat tolle Weine. Wir probieren einen Rotwein von der Grenache-Rebe und sind begeistert.

Am nächsten Tag geht es weiter, durch viele Rundschleusen, oft auch mit kleinen Schleusentreppen, die einem über 2 oder 3 Kammern höher befördert. Ein älteres Ehepaar aus Ostdeutschland hat totale Mühe und, wie uns die Frau gesteht, keinerlei Freude an der Schleuserei. Ohne Erfahrung ist das auch ein bisschen schwierig. Wir geben Ratschläge und helfen in die nächste Schleuse.

Eigentlich wollten wir bis Trebes kommen. Aber wir sind zu spät dran und schaffen die letzte Schleuse nicht mehr. Wir machen vor der Schleuse nach Trebes für die Übernachtung fest, ohne Stromanschluss.

Eine ruhige Nacht war das vor der Schleuse in Trebes.

Am nächsten Morgen radeln, joggen und walken die sportbegeisterten Franzosen vorbei.
Unser Sport ist derzeit die Adrenalin-Spiegel-Erhöhung vor den Schleusen und bei engen Brücken. Schaffen wir das oder eckt unsere LINA irgendwo an. Es klappt.....meistens. Ja - und natürlich das Schleusen. Nicht grade unsportlich. Der Kapitän, dem auch noch, wenn wir nicht über Nacht an Landstrom hängen, das Bugstrahl-Ruder ausfällt und das Heckstrahl - Ruder auch nur manchmal reagiert, hat da genug zu rudern und zu schauen, dass er sicher in die Schleuse kommt.

© Agnes Jenne, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Der große Traum meines Mannes hat sich erfüllt. Er hat sich ein Boot gekauft, um sein Rentnerdasein mit Bootstouren aufzupeppen. Das Boot steht nun noch im Burgund, genauer in St. Jean de Losne und wartet darauf, fertig geputzt und poliert ins Wasser gelassen zu werden. Losgehen soll unsere Reise am 18. Mai 2019 auf der Saone Richtung Rhone und dann ab ans Mittelmeer.
Details:
Aufbruch: 18.05.2019
Dauer: circa 8 Wochen
Heimkehr: Juli 2019
Reiseziele: Frankreich
Der Autor
 
Agnes Jenne berichtet seit 3 Monaten auf umdiewelt.
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