Rundreise durch Südosteuropa

Rumänien-Reisebericht  |  Reisezeit: Juni / Juli 2018  |  von Gerd Dorn

Rumänien zum Zweiten: Schlammvulkane bei Berca

Am nächsten Morgen frühstückten wir noch in der Wohnung und brachen gegen 08:00 Uhr auf. Heute hatten wir viel zu fahren. Über 400 km - 6 Stunden - bis in Rumäniens Norden nach Piatra Neamț.
Und schon die ersten Kilometer begannen recht holprig. Zwar wahren wir so clever und hatten eine Unterkunft außerhalb des Zentrums von Bukarest gebucht. Allerdings im Westen. Bei der Planung halt vergessen, dass wir Bukarest in Richtung Osten verlassen müssen. Zwar führte die Route nicht durch das absolute Zentrum, aber auch der etwas äußere Ring von Bukarest war an einem Werktag hoffnungslos überfüllt.
Quälend langsam ging es durch den Berufsverkehr dem ersten Ziel entgegen - den Schlammvulkanen bei Berca.
Diese liegen bei Buzău einer etwas größeren Stadt, etwa 150 km von Bukarest entfernt.
Die Fahrt durch die walachische Tiefebene ist nicht so spannend - eher ermüdend. Endlose Felder auf denen vor allem Getreide angebaut wird. Die kleinteilige Parzellierung der Anbauflächen lässt nicht auf eine hohe Effizienz beim Ertrag schließen.
Positiv war allerdings, dass ein Wetterumschwung einsetzte. Das Regentief, dass uns seit dem Rila Gebirge täglich mit Feuchtigkeit erfrischte, schien abgezogen zu sein. Nunmehr hatten wir Wetter, wie man es sich an diesen Breitengraden vorstellt.

Berca ist von der Schnellstraße 1B aus gut ausgeschildert. In Berca selbst findet man auch handgefertigte Hinweisschilder auf die Schlammvulkane, so dass wir diese relativ problemlos ansteuern konnten.
An einer windschiefen Hütte am Eingang mit einem ziemlich zerzausten Mann drin konnten wir ein par Lei Eintritt abdrücken und das Gebiet der Schlammvulkane betreten.

Kegelförmiger Schlammvulkan

Kegelförmiger Schlammvulkan

Bei der Entstehung der Schlammvulkane handelt es sich um sogenannten kalten Vulkanismus. Gase aus ca. 3000m Tiefe dringen durch die darüber liegenden Schichten zur Oberfläche. Da diese Schichten in der Regel aus Wasser und Ton bestehen, nehmen sie dieses Material mit und führen es bis nach oben, wo es blubbernd und schmatzend austritt.
Die höchsten Kegel sind einige Meter hoch.

Kegelstumpf mit Caldera

Kegelstumpf mit Caldera

Seine besten Schuhe sollte man bei der Besichtigung nicht anziehen. Der Untergrund ist feucht und rutschig und manchmal ist nicht klar, ob er fest ist oder man in eine Schlammpfütze tritt.
Glücklicherweise ist es nicht gefährlich, heiß sind diese Gebilde nicht.

Schwelablagerungen in den Randgebieten

Schwelablagerungen in den Randgebieten

Das Zentrum des Gebietes wird von den tonhaltigen Vulkanen geprägt. In den Randbereichen zeugt die gelbliche Färbung davon, dass hier schwefelhaltige Gase ausgetreten sind und eine lebensfeindliche Umgebung geschaffen haben. Wenige Pflanzen vertragen dieses Milieu, dadurch wirkt die ganze Anlage sehr bizarr.

Groß ist dieses Gebiet nicht, nach einer Stunde hat man Alles gesehen. Beim Ticketzausel kann man sogar noch Ansichtskarten kaufen, was wir auch taten.

© Gerd Dorn, 2019
Du bist hier : Startseite Europa Rumänien Rumänien-Reisebericht
Die Reise
 
Worum geht's?:
Tour durch Moldawien, Rumänien, Bulgarien, Serbien und die Ukraine
Details:
Aufbruch: 21.06.2018
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 09.07.2018
Reiseziele: Moldau
Rumänien
Bulgarien
Serbien
Ukraine
Der Autor
 
Gerd Dorn berichtet seit 28 Monaten auf umdiewelt.