"Heisse Tage" in Biarritz
Bummeln an der Promenade und in der Stadt
Mein Hotel lag oberhalb der Promenade nicht weit vom Casino entfernt. Also begann ich von dort aus meinen Bummel über die Strandpromenade Richtung Süden.
Zunächst kam ich zum Basta Felsen, den man über eine Steinbrücke erreichen kann. Von dort aus hat man einen wunderschönen Blick auf die Strände, die St. Eugénie Kirche und den alten Hafen.
1895 war der hawaiianische Prinz Jonah Kuhio Kalanianaʻole mit seinem Gefolge zu Gast in Biarritz. Im Gepäck dabei waren seltsame Bretter, mit denen der Prinz über die Wellen ritt. Biarritz war begeistert. Ein neuer Trendsport war geboren.
Doch es sollte noch bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs dauern, ehe er von Biarritz aus Europa eroberte. Heute gilt Biarritz als weltberühmtes Surfermekka.
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Die Kirche Sainte-Eugénie ist der heiligen Eugénie geweiht, der Schutzpatronin der Frau von Napoleon III, Kaiserin Eugénie de Montijo. Es handelt sich um eine neogotische Kirche aus grauem Stein, die den Port Vieux überragt. Ihr Bau dauerte von 1898 bis 1903. Zuvor stand an dieser Stelle die Kapelle Notre-Dame-de-Pitié. Der Bau des Glockenturms begann 1927, und die Glocken wurden 1931 installiert. Das Gebäude besitzt aussergewöhnliche Glasmalereien. Das Schiffsmodell als Votivgabe ist ein mit Kanonen bewaffneter Dreimaster aus dem Krieg mit einem blau-schwarz-weissen Rumpf.
Selbst bei ruhiger See und wenig Wind brandet der Atlantik hoch gegen die Hafenmauer des Port Vieux von Biarritz.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts belebten fast 300 Berufsfischer den kleinen geschützten Hafen am Atalaye-Plateau. Heute reihen sich rund sechzig, mit Gedenktafeln und Souvenirs geschmückte crampottes genannte Hütten am Ufer und laden ein, die ehemalige commune libre (freie Gemeinde) zu entdecken.
Eugénie de Montijo, die spätere Frau Napoleons III., war bereits als Kind hier zur Kur wegen ihrer schwachen Lunge. Später überzeugte sie ihren Mann, sich im Sommer nach ihrer Heirat dort niederzulassen. 1854 erhielt die Kaiserin dort ihr eigenes Haus, die Villa Eugénie. Sie wurde die Sommerresidenz des Kaiserpaares.
Die Präsenz der Kaiserin machte das einstige Fischerdorf zum In-Ziel der Society. Biarritz erhielt Anschluss an die Eisenbahnlinie Paris-Bordeaux und stieg auf zu einem international beliebten Urlaubsort, den besonders die Hauptstädter aus Paris, Briten und Russen schätzten.
Heute birgt die Residenz das einzige als Palace klassifizierte Hotel der baskischen Küste. Für ihre Gebete erhielt die sehr fromme Eugénie eine eigene Kapelle.
Die 1892 geweihte Russische Kirche ist nach dem Heiligen Alexander Newski benannt und ist eine historische Verbindung zwischen Biarritz und dem russischen Adel. Sie ist heute ein Wahrzeichen der Stadt.
Die Entstehung der Russischen Orthodoxen Kirche von Biarritz geht auf das 19. Jahrhundert zurück, als Biarritz ein beliebtes Reiseziel für den europäischen Adel und der russischen Elite war.
Die Kirche ist ein Beispiel russischer Kirchenarchitektur mit ihren markanten goldenen Kuppeln und filigranen Details. Das Innere ist mit wunderschönen Ikonen, kunstvoller Holzarbeit und lebhaften Fresken geschmückt, die verschiedene Heilige und religiöse Szenen darstellen.
In der Chapelle Impériale, der an der Avenue Reine Victoria erbauten Privatkapelle der kaiserlichen Familie, fand Eugénie neben ihrem Mann Napoleon III. und ihrem Sohn Prinz Louis-Napoléon im Juli 1920 im hohen Alter von 94 Jahren ihre letzte Ruhe.
Leider kann man die Kapelle nur nach Voranmeldung besichtigen.
| Aufbruch: | 20.06.2026 |
| Dauer: | 8 Tage |
| Heimkehr: | 27.06.2026 |