"Heisse Tage" in Biarritz
Bayonne
Mit gut 50.000 Einwohnern zählt Bayonne zu den grössten Orten im französischen Baskenland. Bayonne war durch seine günstige Lage am Zusammenfluss des Adour und der Nive schon zu Zeiten der Römer besiedelt.
Aus Bayonne stammt nicht nur das bekannte Bajonett als Messeraufsatz am Gewehr und der berühmte Bayonne-Schinken. Auch der Siegeszug der Kakaobohne in Frankreich und später Europa hat hier begonnen.
Die Hafenstadt war im 18. Jahrhundert eine Hochburg des Kakaohandels und 1780 wurde hier die erste Schokoladenfabrik eröffnet. Noch heute sind die Schaufenster vieler Feinkost-Geschäfte etwas Besonderes für Naschkatzen und Schokoladefans.
Ich bummelte durch die Altstadt mit den schmalen Gassen und Kopfsteinpflaster vorbei an hübschen Geschäften und baskischen Fachwerkhäusern. Die Farben der Holzbalken geben Auskunft über den Beruf der ersten Bewohner. Rot wurde dem Handwerk zugeordnet, während Grün für die Landwirtschaft und Blau für die Fischerei steht.
Die Altstadt von Bayonne unterteilt sich in die zwei durch den Fluss Nive getrennten Bereiche „Grand Bayonne“ und „Petit Bayonne“. Viele der engen Gassen sind autofrei. „Grand Bayonne“ ist der geschäftigere Teil der Altstadt und bietet mehr zu sehen. „Petit Bayonne“ auf der anderen Seite des Flusses ist deutlich ruhiger. Der Charme der Altstadt besteht aus den vielen Fachwerkhäusern mit Fassaden aus dem 16. Jahrhundert, diese wurden im Lauf der Zeit aber natürlich saniert
Das Château Vieux gibt es schon seit dem 11.Jahrhundert. Die Burg wurde über den Resten des antiken Castrums errichtet. Sie ist im Besitz des französischen Militärs und dient heute als Kaserne.
Am Ufer der Nive befindet sich die Markthalle (Les Halles de Bayonne), in die ich natürlich reinschaute. Die Halle ist jeden Tag geöffnet und bietet alles, was man sich in einer Markthalle wünscht - Stände mit Fleisch, Käse, Fisch, Gemüse und Obst sowie Wein und fertige Gerichte vom Traiteur und einige kleine Restaurants. An Samstagen findet zusätzlich der Bauernmarkt rund um die Markthalle statt.
Die heutige Markthalle wurde erst 1994 eröffnet in einer ähnlichen Bauart wie die ursprüngliche aus dem Jahr 1866.
Die Kathedrale Sainte-Marie de Bayonne steht auf einer Anhöhe in der Altstadt und gilt als Wahrzeichen der Stadt. Die Kathedrale wurde zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert im gotischen Stil erbaut, wobei die Fertigstellung der beiden 85 Meter hohen Türme erst im 19. Jahrhundert erfolgte. An ihrem Platz stand vorher ein romanisches Bauwerk. Im Laufe der Zeit musste das Bauwerk wegen Bränden und Kriegsschäden immer wieder neu aufgebaut werden. Seit dem Mittelalter ist die Kathedrale Teil des Jakobsweges nach Santiago de Compostela in Spanien. Gemeinsam mit dem Kreuzgang Cloître de la Cathédrale de Bayonne zählt die Kirche unter dem Titel „Jakobsweg in Frankreich“ deshalb seit 1998 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Nach dem Betreten der Kathedrale hat man einen imposanten Blick in das 77 m lange und 33 m breite Kirchenschiff. An dessen Ende steht der faszinierende Baldachin des gotischen Hochaltars. Sehr sehenswert ist der Chorumgang mit sieben Kapellen sowie das Deckengewölbe in den baskischen Farben rot und grün, die kunstvollen Gemälde und die spektakulären hohen Kirchenfenster.
Der Kreuzgang (Cloître de la Cathédrale de Bayonne) ist ein weiterer Höhepunkt in der Kathedrale Sainte-Marie de Bayonne. Er ist rechteckig angelegt und entstand bereits in den Anfängen der Kathedrale im 13. Jahrhundert. Die Rundbögen sind in gotischem Stil gebaut und lassen das Licht der Sonne sehenswert in den Gang fliessen. Leider war der Kreuzgang nicht zugänglich, aber ich konnte wenigstens von der Strasse aus einen Blick hineinwerfen.
Ich kam zur malerischen Uferpromenade der Nive und zur 200 m langen Bogenbücke "Pont Saint Esprit" und lief weiter, bis ich zum Zusammenfluss von Nive und Adour kam.
Glücklicherweise war in der Nähe dann auch eine Bushaltestelle, von wo ich dann zurück nach Biarritz fuhr. Denn es war einfach zu heiss, noch länger in der Stadt herumzulaufen....
| Aufbruch: | 20.06.2026 |
| Dauer: | 8 Tage |
| Heimkehr: | 27.06.2026 |