Radreise in der Horde und auf eigene Faust nach Südosteuropa

Reisezeit: August / September 2003  |  von Manfred Sürig

Rumänien und Bulgarien per Rad zu bereisen traute ich mir zunächst allein nicht zu, also buchte ich eine Gruppenreise, an deren Ende sofort noch eine Zweiertour durch Rumänien, die Ukraine und die Slowakei angehängt und zu einem großartigen Erlebnis wurde

Greuelgeschichten und Vorurteile

Radtour durch 5 Länder Ost -Mitteleuropas im Spätsommer 2003

Nachdem ich in den Sommern 2000 und 2002 schon ausgedehnte Radtouren allein durch die Slowakei gemacht hatte, lockte mich im Jahr 2003 der Osten erneut. Rumänien - flächenmäßig ein Land von der Größe der alten Bundesrepublik- hat mit dem Banat, Siebenbürgen und den Moldauklöstern viel Neues zu bieten.
Als ich einem Bekannten vorsichtig von meinen Absichten erzählte, konfrontierte er mich mit einem Schockerlebnis, das mich vorsichtig werden lassen sollte: Bei ihm in der Schule ist ein Zigeunerjunge, den eine österreichische Autotouristin auf einem Parkplatz in Rumänien weinend aufgelesen hatte. Sie erfuhr, dass seine Eltern auf diesem Parkplatz mit ihrem Wohnwagen genächtigt hatten. In den frühen Morgenstunden waren sie von Polizei kontrolliert worden, aber es handelte sich um verkleidete Banditen. Sie räuberten die Eltern komplett aus und als der Vater sich zu wehren versucht hatte, hatten die Banditen beide Eltern vor den Augen des Kindes erschossen.

Von einem anderen Bekannten hörte ich von agressiven Bettelmethoden, die er in Lemberg (L'viv) in der Ukraine kennengelernt hatte: Er war allein in der Stadt gebummelt, als er plötzlich von einer Menge kleiner schwarzhaariger Leute umringt wurde, aus deren Mitte ihm plötzlich ein ziemlich großes Baby in den Arm geworfen wurde. Er war so überrascht, dass er es nicht auffing - hätte er es mit beiden Armen festgehalten, wäre er dem Taschendiebstahl der übrigen hilflos ausgesetzt gewesen, nach dem Motto: einer lenkt ab, die anderen klauen inzwischen.

Und in solche Länder wollte ich nun also reisen. Immerhin war ich von den warnenden Erzählungen so beeindruckt, dass ich es vorzog, mich einer geführten Radreise in einer Gruppe von 15 Mitreisenden anzuschließen, richtig schön komfortabel, mit Begleitbus fürs Gepäck, Reiseleitung, vorbestellten Übernachtungsquartieren, das alles für 14 Tage mit Vollverpflegung für 820 Euro ab Arad/Rumänien (ro-aktiv Reisen GmbH). Weitere drei Freunde (Jonas, Wolfgang und Toni) konnte ich auch noch für die Teilnahme gewinnen, die das Risiko nicht scheuten, gleich zwei Länder kennenzulernen: Rumänien und Bulgarien, denn die Tour sollte in der ersten Woche von Arad über Temesvar nach Resita ins Banat, von dort an die Donau, dann entlang der Donau, dort wo sie am Durchbruch durch die Karpaten am schönsten ist, über das Eiserne Tor bis nach Calafat zur Fähre nach Bulgarien führen. In der zweiten Woche von Vidin über Vraza durch den Westlichen Balkan zurück nach Vidin und dann per Bus wieder zurück nach Temesvar und Arad. Zeitraum: vom 24.August 2003 bis zum 6.September 2003.
Für Jonas und mich ging die Planung aber weiter. Wir wollten weitere 14 Tage im Anschluß an die geführte Tour noch auf eigene Faust über die Ukraine in die Slowakei, extra dafür hatten wir uns schon ein Ukraine-Visum besorgt. Start und Zielort sollte Budapest werden, weil wir dorthin günstige Flüge von/nach Köln bekommen hatten. Flexibel wollten wir sein, um täglich unser Ziel nach Wetter, Laune und unserer Kondition festlegen zu können.

© Manfred Sürig, 2006
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 22.08.2003
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 19.09.2003
Reiseziele: Rumänien
Bulgarien
Ukraine
Slowakei
Ungarn
Der Autor
 
Manfred Sürig berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.