Na nga def? - 4 Monate Senegal

Reisezeit: September 2008 - Januar 2009  |  von Yvonne Ndiaye

Unser Projekt: Dire Bonjour

Um uns einen Überblick über die vorhandenen Färber in Parcelles Assainis zu verschaffen und weiter Leute für eine Zusammenarbeit zu motivieren, zogen wir an fünf Tagen durch die Straßen von PA (Parcelles Assainis) und besuchten etwa 50 Arbeitsstätten.
Dazu waren wir jeweils mit einigen Färbern verabredet, die sich bereit erklärt hatte, uns behilflich zu sein.
Somit trafen wir am ersten Tag, wie verabredet, gegen 9 Uhr an dem Arbeitsplatz von Sokhna, einer Färberin, ein. Empfangen wurden wir mit einer Reihe von Befindenserkundigungen und einem Touba Kaffee (ein Kaffee mit Gewürzen und ziemlich viel Zucker). Wir hatten mit einem anstrengenden und stressigen Tag gerechnet und waren daher überrascht und etwas verwundert, als wir nach einer dreiviertel Stunde immer noch bei Sokhna saßen. Mit der Zeit kamen einige Frauen dazu und verschwanden teilweise wieder. Die Töchter begannen Stoffe zu färben und uns wurden sämtliche Stoffe präsentiert, die in der letzten Zeit gefertigt wurden, worauf hin wir stets entgegneten "rafet na" (das ist schön). Diese einfachen Wörtchen wirkten jedes Mal Wunder: Einerseits waren sie stolz auf ihre Arbeit weil die Tücher uns gefielen, außerdem waren sie überrascht und erfreut darüber, dass wir ein paar Worte Wolof sprechen konnten, was uns wiederum mit Stolz erfüllte.
Wir wunderten uns was gerade passiert, wann und ob wir überhaupt noch losgehen würden, aber wie so oft ließen wir uns einfach vom Geschehen treiben und versuchten unseren Kontrollverlust zu akzeptieren.

Unser Weg führte uns auch am Meer vorbei

Unser Weg führte uns auch am Meer vorbei

Dann, auf einmal ging es endlich los und wir zogen einige Strassen weiter. Abdou, unser Ansprechpartner bei der NGO und Mor, der Vorsitzende der Handwerkervereinigung waren ebenfalls dabei um uns zu begleiten. Den ersten Halt machten wir bei einer Färberin, die uns irgendwie bekannt vorkam. Sie war kurz vorher auch bei Sokhna auf dem Platz gewesen und erzählte, dass sie gelegentlich zu Hause oder aber mit bei Sokhna arbeitet. Wir wurden ins Wohnzimmer gebeten, wo wir in bequemen Sesseln platznahmen. Es folgte eine erneute Vorführung von sämtlichen Stoffen und Gespräche, die wir leider nicht verfolgen konnten, da sie auf Wolof geführt wurden. Unser vorsichtiger Versuch (schließlich wollten wir nicht unhöflich wirken) die Anwesenden zum Weitergehen zu bewegen, war schließlich erfolgreich. Und so zogen wir mit einer Gruppe von 6 Leuten los um die Färber von PA zu besuchen. Wir wurden überall sehr freundlich begrüßt und meist ins Wohnzimmer gebeten. Wir erklärten jedes Mal, weshalb wir da waren, was unser Projekt ist und dass wir planten ein Seminar zu veranstalten. Nicht selten mussten wir klar stellen, dass wir nicht gekommen waren um finanzielle Mittel zu verteilen, sondern um ihnen mit unserem Wissen behilflich zu sein selber etwas an ihren Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Färberinnen mit flottem Schritt

Färberinnen mit flottem Schritt

Unser Trüppchen schien von Besuch zu Besuch größer zu werden, da sich uns hin und wieder Leute anschießen um uns zu begleiten. So liefen wir irgendwann mit 10 Leuten durch die sandigen Straßen von PA. Es war sehr anstrengend durch die Mittagshitze zu marschieren und so langsam bekamen wir richtig Hunger. Daher war ich sehr froh, als bei einer Familie, die wir besuchten gerade Essenszeit war und wir spontan eingeladen wurden. Erfreut von der Gastfreundlichkeit und etwas verunsichert, ob es unhöflich sei das Angebot anzunehmen, setzte ich mich zu den essenden Frauen auf den Boden im Wohnzimmer. Ich weiß bis heute nicht wirklich ob es unhöflicher ist ein solches Angebot auszuschlagen oder anzunehmen. Auf jeden Fall war ich sehr dankbar für die kleine Stärkung und versuchte nicht zu kräftig zuzulangen. Nachdem alle fertig gegessen hatten, kam ein Mädchen mit Cola und Fanta ins Wohnzimmer und verteilte die kühlen Getränke an die Anwesenden. Wir freuten uns natürlich über die Erfrischung, es war uns allerdings auch etwas unangenehm, da die wir vermuteten, dass die Getränke nur wegen unserer Anwesenheit schnell beim nächsten Geschäft gekauft wurden. Nach einiger Zeit bedankten wir uns bei der ganzen Familie und zogen weiter.
Gegen 4 Uhr Nachmittags hatten wir schon 10 Färber Besucht und damit unser Tagespensum erfüllt.
Am Ende der Besuchstouren hatten wir eine schöne Liste von über 50 Färbern zusammen, die wir alle zu unserem Seminar einladen wollten. Aber vorher wollten wir die Arbeit der Färber noch etwas genauer kennen lernen...

© Yvonne Ndiaye, 2008
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Dieser Bericht beschreibt unseren Aufenthalt im Senegal, der aus 3 Monaten Projektarbeit in Dakar und einem Monat Reisen besteht. Hiermit moechten wir vor allem unsere Freunde und Familien auf dem Laufenden halten, aber auch allen anderen Senegal interessierten vesuchen das Land ein kleines bisschen naeher zu bringen. Viel Spass beim Lesen!
Details:
Aufbruch: 25.09.2008
Dauer: 4 Monate
Heimkehr: 24.01.2009
Reiseziele: Senegal
Der Autor
 
Yvonne Ndiaye berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.