Na nga def? - 4 Monate Senegal

Reisezeit: September 2008 - Januar 2009  |  von Yvonne Ndiaye

Dakar: La fête s´aproche

La fête s'approche

Das Fest rückt näher! Tabaski ist das größte Fest des Jahres der Muslime.

Zitat Wikipedia: "Beim Opferfest wird des Propheten Ibrahim (Abraham) gedacht, der die göttliche Probe bestanden hatte und bereit war, seinen Sohn Ismael (vgl. Isaak) Allah zu opfern. Als Allah seine Bereitschaft und sein Gottvertrauen sah, gebot er ihm Einhalt und Ibrahim und Ismail opferten daraufhin voller Dankbarkeit im Kreis von Freunden und Bedürftigen einen Widder. Dies fand am Felsendom in Jerusalem statt. Getreu der 22. Sure des Korans, Vers 37"

Dass sich das Fest langsam nährte, konnte man schon Wochen vorher an verschieden Anzeichen merken. So wurden zum Beispiel "Tabaski"-Schafe im Fehrnsehn verlost und auch auf Plakaten am Straßenrand wurde Werbung für Verlosungen gemacht.

Werbetafel

Werbetafel

Etwa zwei Wochen vorher musste Stefen sich langsam aber sicher um seinen Festtags-Boubou kümmern. Dazu machte er sich auf zu Saliou (ein Färber) der begeistert war als er hörte, dass Stefan einen Stoff kaufen und von ihm färben lassen wollte. Die beiden zogen gemeinsam los, kauften einen weißen Stoff und noch am selben Abend hatte Saliou ihn schon fertig gefärbt und geklopft (hiesige Technik zum plätten von Stoffen). Er wollte dann noch nicht einmal Geld dafür haben, aber Stefan hat ihm trotzdem etwas bezahlt und war begeistert von der fixen Arbeit. Mit dem Stoff ist er dann auf den Markt zu einem Schneider gegangen, der seine Maße nahm und versprach in den nächsten Tagen den Boubou fertig zu machen. Es hat dann zwar doch noch etwas länger mit dem Boubou gedauert aber nach einigen Änderungen waren beide sehr zufrieden, wie man sieht...

Stefan und der Schneider

Stefan und der Schneider

Dass das Fest nun nicht mehr weit sein konnte, merkten wir auch eines Abends als wir Papa, einen Freund von uns, anriefen und dieser meinte: "Nein, heute hab ich leider keine Zeit, ich muss Schafe verkaufen..." Papa ist der Schwager von unserem Kollegen Abdou. Er war sehr froh üben diesen kleinen Job, da seine Ausbildung zum Elektriker für einige Zeit unterbrochen war.

Stefan und Papa mit den Tabaski-Schafen

Stefan und Papa mit den Tabaski-Schafen

In der Stadt wurden viele Plätze zu Schafverkaufsplätzen und auch die Stände, an denen man Grills und scharfe Messer kaufen konnte wurden immer mehr. Sarkastischerweise waren diese nie weit weg von den Schafen zu finden.

Als es dann nur noch eine Woche bis zur Tabaski war, haben uns immer wieder Leute gefragt: "Na, wie geht's? Und die Vorbereitungen der Tabaski? Hast du schon ein Schaf gekauft? Hast du schon einen Boubou?". Auch die Färber, die wir besucht haben, hatten jetzt mehr zu tut: "Il faut bien travailler pour achter un bon mouton!" (Man muss hart arbeiten um ein gut Schaf zu kaufen).

Am Vortag wurden dann die letzten Schafe mit Auto oder Pferdekarren zu den stolzen Besitzern gebracht und im Hof oder auf dem Balkon untergebracht. Wir waren gerade bei Ndiaye's (Abdous Familie, bei der wir die Tabaski verbracht haben) als Papa mit einem Mopet-Transporter angebraust kam. Dabei hatte er zwei Schafe, eins für Ndiaye´s und eins für seine Mutter.

Jetzt mussten nur noch die Messer geschärft werden und das Fest konnte beginnen.

© Yvonne Ndiaye, 2008
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Dieser Bericht beschreibt unseren Aufenthalt im Senegal, der aus 3 Monaten Projektarbeit in Dakar und einem Monat Reisen besteht. Hiermit moechten wir vor allem unsere Freunde und Familien auf dem Laufenden halten, aber auch allen anderen Senegal interessierten vesuchen das Land ein kleines bisschen naeher zu bringen. Viel Spass beim Lesen!
Details:
Aufbruch: 25.09.2008
Dauer: 4 Monate
Heimkehr: 24.01.2009
Reiseziele: Senegal
Der Autor
 
Yvonne Ndiaye berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.