Na nga def? - 4 Monate Senegal

Reisezeit: September 2008 - Januar 2009  |  von Yvonne Ndiaye

Dakar: Unsere Wohnung

Unser Reich, eine 3-Zimmer Wohnung im Erdgeschoss, ist komplett gefliest. Das ist hier keine Selbstverständlichkeit. Viele Wohnungen haben hier nur eine dünne Kunststofffolie auf dem Betonboden liegen, die entfernt an Lenolium erinnert.
Unsere Schlafzimmer sind sehr spartanisch eingerichtet. Das einzig vorhandene "Möbelstück" ist jeweils eine Matratze über der wir unsere Mückennetze aufgehangen haben. Aber das ist auch völlig ausreichend, denn hier sind wir eh nur zum schlafen. Etwas unangenehm sind die Matratzen, die aus Schaumstoff bestehen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es einfach daran liegt, dass es hier sehr viel heißer als bei uns ist, oder ob die Wahl dieses Kunststoffes für eine Matratze nicht die Richtige war, denn sobald man es sich auch nur 5 Minuten lang bequem gemacht hat, ist man komplett nass geschwitzt.
Was die sanitäre Einrichtung angeht, sind wir sogar im Besitz einer Toilette mit Schüssel, wie man es von zu Hause gewohnt ist. Die meisten Häuser haben hier nämlich Toiletten zum hinhocken, ohne Spülung. Das Bedauerliche ich nur, dass unsere Spülung aus ungeklärten Gründen nicht funktioniert und es ist erstaunlich wie viel Wasser man in eine Kloschüssel kippen muss, damit alle Überreste fein säuberlich den Ausguss hinab schwimmen. Aber zum Glück haben wir immer einige 10 Liter Wasserflaschen im Bad stehen, schon allein weil hin und wieder das Wasser ausfällt. Vorzugsweise ist das immer genau dann der Fall, wenn man sich duschen möchte. Ich vermute, dass es daran liegt, dass morgens so viele Leute Wasser brauchen und dabei der Druck auf den Leitungen nicht ausreicht. Aber es ist erstaunlich wie gut man sich mit einer aufgeschnittenen Wasserflasche, die man zum Wasser schöpfen nutzt, waschen kann. Etwas komplizierter wird es nur, wenn dann auch noch Stromausfall ist. Aber für diesen Fall halten wir immer ein paar Kerzen und Streichhölzer bereit.

Abendessen bei Stomausfall

Abendessen bei Stomausfall

Zum Kochen benutzen wir eine Gasflasche, wie das die meisten Leute hier tun. Mit einem Kühlschrank ist unsere Küche leider nicht ausgestattet, aber es geht auch ohne sehr gut. Etwas nervig ist, dass der Abfluss von der Spüle in der Küche undicht ist, so dass hier auf dem Boden immer eine kleine Pfütze zu finden ist.

Der schönste Raum unserer Wohnung und gleichzeitig der Raum in dem wir uns am meisten aufhalten, ist unser Wohnzimmer. So "richtige" Möbel sind hier zwar auch nicht zu finden, aber auf unseren Sitzkissen auf dem Boden sitzt es sich sehr gut. Diese haben wir von unseren Matratzen abgeschnitten und uns auf dem Markt ein paar Tücher gekauft um die Schaumstoffstücke etwas zu verschönern. Das Wohnzimmer ist auch der einzige Raum, der ein Fenster hat, dass nach Draußen geht. Die Fenster unserer Schlafzimmer führen nämlich auf einen kleinen Innenhof, was für die Luftzirkulation nicht gerade förderlich ist. Da wir im Erdgeschoss wohnen, kommt es oft vor, dass die Kinder von unserem Vermieter, der über uns wohnt, am Fenster stehen und nach uns rufen. Ich kann mich dann öfters nicht entscheiden ob ich es total süß oder nervig finden soll, wenn Ami, oder Eissatuka (bin mir nicht sicher wie der Name geschrieben wird) zum 5. mal hintereinander sagt "Bonjour, comment tu t´appeles?"

Hier kommt man sich manchmal vor, wie ein exotisches Tier im Zoo

Hier kommt man sich manchmal vor, wie ein exotisches Tier im Zoo

Andere, eher ungebetene Besucher kommen öfter einfach in unsere Wohnung. So haben wir nach einigen Tagen herausgefunden, dass das Rascheln, was uns nachts regelmäßig geweckt hat, von Mäusen stammt. Kakerlaken sind auch regelmäßig im Hof und gelegentlich in der Wohnung anzutreffen. Ein Grund mehr das Fliegengitter geschlossen zu halten!
*Yvonne*

Ein Stück Heimat und ein Stück Exotik, auf die man verzichten kann

Ein Stück Heimat und ein Stück Exotik, auf die man verzichten kann

© Yvonne Ndiaye, 2008
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Dieser Bericht beschreibt unseren Aufenthalt im Senegal, der aus 3 Monaten Projektarbeit in Dakar und einem Monat Reisen besteht. Hiermit moechten wir vor allem unsere Freunde und Familien auf dem Laufenden halten, aber auch allen anderen Senegal interessierten vesuchen das Land ein kleines bisschen naeher zu bringen. Viel Spass beim Lesen!
Details:
Aufbruch: 25.09.2008
Dauer: 4 Monate
Heimkehr: 24.01.2009
Reiseziele: Senegal
Der Autor
 
Yvonne Ndiaye berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.