Südamerika, die Dritte ! Ecuador und Bonaire

Reisezeit: November / Dezember 2009  |  von Sabine H.

Santa Cruz

28.11.2009

Ich wache morgens auf und checke als erstes die Position meiner Mitbewohnerin "Spinni". Sie sitzt genau da, wo sie sitzen soll, brav ! Auf der Veranda, wo das Frühstück serviert wird, entdecke ich sogleich Jeff. Shit ! Nur die Höflichkeit, aber kein Gesetz der Welt verdonnert mich dazu, mich zu ihm zu gesellen. Also nicke ich ihm nur freundlich zu und nehme einen eigenen Tisch in Beschlag. Er ist eh fast fertig, kommt zu mir herüber und flüstert mir zu, er habe bereits gehört, dass wir heute nur zu zweit seien ! Wow, na das ist ja toll ! Geahnt habe ich das auch bereits, da von "Frankreich" nichts mehr zu sehen und vor allem zu hören ist. Und "USA" und "Schweiz" sind eh auf Isabela geblieben. Also steigen Josy, Jeff und ich ins Taxi und werden zum Hafen kutschiert. Jeff informiert mich, dass er meine ruhige Anwesenheit ja soviel angenehmer finde, als all die anderen schnatternden Gäste. Danke für die Blumen, Jeff ! Sobald Du aufhörst, zu nörgeln, liebe ich Dich auch !

Aber ganz im Ernst: Es wird ein total schöner, super-entspannter Tag !

Im Vordergrund eine Opuntie, dahinter ein Frachtschiff. Diese Art Schiffe bringen z.B. Autos und Busse vom Festland auf die Inseln.

Im Vordergrund eine Opuntie, dahinter ein Frachtschiff. Diese Art Schiffe bringen z.B. Autos und Busse vom Festland auf die Inseln.

Spielende Seelöwen

Spielende Seelöwen

Dieses Jungtier wird verenden. Von der Mutter ist es bereits verlassen und es hat keine Chance. Ich frage Josy, ob irgendetwas getan wird von Seiten des Nationalparks. Nein. Getreu Charles Darwins Erkenntnis von der "selection of the fittest", nothing, nichts, nada.

Dieses Jungtier wird verenden. Von der Mutter ist es bereits verlassen und es hat keine Chance. Ich frage Josy, ob irgendetwas getan wird von Seiten des Nationalparks. Nein. Getreu Charles Darwins Erkenntnis von der "selection of the fittest", nothing, nichts, nada.

An dieser Stelle frohlockt Josy: Noch nie hat sie so viele Haie hier gesehen. Wir scheinen ziemliches Glück zu haben heute vormittag !

An dieser Stelle frohlockt Josy: Noch nie hat sie so viele Haie hier gesehen. Wir scheinen ziemliches Glück zu haben heute vormittag !

Ein Boobie - Blautölpel

Ein Boobie - Blautölpel

Die Boobies finde ich einfach total niedlich und diese knallblauen Füsse ! Witzig ! Dabei ist blau eine in der Natur nur sehr selten vorkommende Farbe. Es gibt auch Rottölpel, aber nur auf San Cristobal und Genovesa.

Die Boobies finde ich einfach total niedlich und diese knallblauen Füsse ! Witzig ! Dabei ist blau eine in der Natur nur sehr selten vorkommende Farbe. Es gibt auch Rottölpel, aber nur auf San Cristobal und Genovesa.

Kommt man ihnen zu nahe, spucken sie Salz...

Kommt man ihnen zu nahe, spucken sie Salz...

Kurz bevor wir den Tortuga Beach erreichen, entdecken wir Meeresschildkröten und zwar eine ganze Menge davon. Ich stecke in nullkommanichts in Neoprenanzug und Flossen und springe ins Meer. Wow ! Sie schwimmen direkt unter mir her und sie sind riesig ! Das ist ein majestätischer Anblick ! Ich kriege kaum genug davon.

Eine Meeresschildkröte

Eine Meeresschildkröte

Da Jeff grundsätzlich nicht ins Wasser geht, muss ich etwas Rücksicht auf ihn nehmen und kann leider nicht endlos lange schnorcheln. aber kurz darauf erreichen wir schon die Mangroven in der Nähe des Tortuga Beaches und haben wieder Glück: Gleich 3 Haie sind hier unterwegs und ich stürze mich wieder in die Fluten, um diese tollen Fische aus nächster Nähe beobachten zu können. Angst braucht man vor den Haien überhaupt nicht zu haben, sie sind völlig harmlos und es interessiert sie überhaupt nicht, ob man da nun herumdümpelt, oder nicht.

Tortuga Beach - ein absoluter Traumstrand !

Tortuga Beach - ein absoluter Traumstrand !

Während Josy, Jeff und unser Captain am Strand picknicken, gehe ich alte Wasserratte wieder ins Wasser, diesmal zum Schwimmen ohne Neoprenanzug, denn das flache Wasser ist warm genug.

Zum Abschluss des Vormittages laufen wir einen Felsen in der Academy Bay an und hier tummeln sich wieder haufenweise Seelöwen. Ich hätte auch hier wieder schnorcheln können, aber ich bin vorsichtig und lasse es an dieser Stelle, weil wir ziemlich dicht an den wellenumtosten Felsen herumdümpeln.

Hiii !!!

Hiii !!!

Der wunderschöne Vormittag geht zuende und Jeff hat überhaupt nicht genörgelt !!! Das Mittagessen in der Red Mangrove Lodge steht an, man hat immer jeweils 2 Gerichte für jeden Gang zur Auswahl. Wenn es denn ein "Nationalgericht" in Ecuador gibt, ist es Ceviche, ein kalter Salat aus rohem Fisch. Da ich Sushi liebe, denke ich, Ceviche auch zu mögen und ordere diese Vorspeise. Bääähh ! Das mag ich überhaupt nicht. Vor allem die Saugnäpfe der Tintenfische im Salat schrecken mich auch optisch ab. Es geht aber mit einem hervorragenden Steak sehr lecker weiter und für den Nachtisch habe ich schon gar keinen Platz mehr und verzichte darauf.

14.00 Uhr: Es geht schon weiter, Josy steht parat. Jeff schmeisst sich neben mir auf den Taxi-Rücksitz und flüstert schon wieder in seiner typischen Art seinen (negativen) Kommentar über´s Mittagessen in mein Ohr. Wie könnte es anders sein ? Es hat ihm nicht geschmeckt, alles nicht. Dabei hat er scheinbar alle Varianten von allen Gängen probiert. Ich ignoriere das geflüsterte Genörgel einfach.

Wir sind auf dem Weg ins Hochland von Santa Cruz und halten an den los gemelos, den Zwillingen. 2 gigantische Einsturzkrater, einer links und einer rechts der Strasse. Wenn ich das richtig verstanden habe, sind riesige Gasreservoirs irgendwann eingestürzt und haben diese Krater hinterlassen.

Nun ja, einer der Zwillinge im Hintergrund

Nun ja, einer der Zwillinge im Hintergrund

Die gibt´s nur hier: Galapagos-Taube

Die gibt´s nur hier: Galapagos-Taube

Und das ist eine Spottdrossel

Und das ist eine Spottdrossel

Ich will nicht angeben mit irgendwelchen wirklich nicht vorhandenen ornithologischen Kenntnissen. Im Leben hätte ich nicht gewusst, welchen Vogel ich da vor mir habe ! Josy hat´s erzählt und die englischen Bezeichnungen muss ich auch erst per Wörterbuch ins Deutsche übersetzen und dann kommt erst das Aha-Erlebnis !

Und dies ist ein Goldwaldsänger, ok das sagt mir auch auf deutsch nichts, aber hübsch gelb, das Vögelchen !

Und dies ist ein Goldwaldsänger, ok das sagt mir auch auf deutsch nichts, aber hübsch gelb, das Vögelchen !

Der nächste Stopp findet auf einem Farmgelände statt, wo unheimlich viele Landschildkröten in ihrer absolut natürlichen Umgebung leben. Der Farmer hat´s überhaupt nicht nötig, seine Felder zu bestellen oder Vieh zu halten, die Einnahmen aus dem Schildkröten-Business reichen offenbar bestens zum guten Leben.

Ich hatte als Kind auch mal eine Schildkröte namens "Tucki". Angesichts von mindestens 30-40 Exemplaren von Riesenschildkröten hier, hätte ich schon Lust, mich mal wieder um eine Haustierschildkröte zu kümmern. Nur lerne ich hier auf Galapagos auch, dass Katzen Tod-Feinde von Schildkröten sind. Unsere Mautzi und eine potentielle Tucki II würden sich also wahrscheinlich nicht verstehen...

Ich hatte als Kind auch mal eine Schildkröte namens "Tucki". Angesichts von mindestens 30-40 Exemplaren von Riesenschildkröten hier, hätte ich schon Lust, mich mal wieder um eine Haustierschildkröte zu kümmern. Nur lerne ich hier auf Galapagos auch, dass Katzen Tod-Feinde von Schildkröten sind. Unsere Mautzi und eine potentielle Tucki II würden sich also wahrscheinlich nicht verstehen...

Grössenverhältnisse

Grössenverhältnisse

Wir steigen jetzt in die Unterwelt von Santa Cruz ab, es gibt einen 600 m langen vulkanischen Tunnel auf dem Farmgelände. Unheimlich, das Teil. Wir klettern herab und wandern nur die ersten 200 Meter des Tunnels entlang, später muss man kriechen und das müssen Jeff und ich uns beide nicht antun, da sind wir uns einig. Dieser Tunnel ist auf natürliche Weise entstanden, niemand hat nachgeholfen. Ich finde diese Inseln immer verrückter...

Auf dem Weg zurück nach Puerto Ayora nehmen wir noch 2 Anhalterinnen auf der Ladefläche des Pickup-Taxis mit, die im Dorf Santa Rosa gestrandet sind. Josy will auch Jeff noch etwas Gutes tun und verrät ihm die Geheimtipp-Adresse in Puerto Ayora für Hummer, da ihm ja das Essen nie gut genug ist. Ich selbst überlege auch schon, am Abend Gebrauch zu machen von diesem Tipp, aber irgendwie gelüstet es mich mal wieder nach meinen heissgeliebten Spaghetti Carbonara und so suche ich also am Abend den örtlichen Italiener auf. Wer schon andere Reiseberichte hier von mir gelesen hat, weiss, dass ich eine internationale "Spaghetti-Carbonara-Hitliste" führe. Die Galapagos-Spaghetti rangieren ab sofort auf Platz 3 der Liste, die sind nämlich echt gut !

Am späteren Abend packe ich wieder mal meine Reisetasche und muss schon ganz schön stopfen, um alles hineinzubekommen.

© Sabine H., 2009
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Zum 3. Mal in diesem Jahr nach Südamerika, ich bin ein Südamerika-Freak geworden ! Nach Argentinien und Peru, nun Ecuador mit dem "B" der ABC-Inseln zum Nachtisch...
Details:
Aufbruch: 21.11.2009
Dauer: 16 Tage
Heimkehr: 06.12.2009
Reiseziele: Ecuador
Niederländische Antillen
Der Autor
 
Sabine H. berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
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