Zwei Schwaben unterwegs in (Nord)Deutschland

Reisezeit: September / Oktober 2009  |  von Ulrike S.

Weiterfahrt nach Mecklenburg-Vorpommern: Radtour um den Bodden

Da uns der Wettergott Petrus weiterhin hold war und auch der nächste Tag Sonne satt versprach, wollten wir heute zur Fahrradtour in Richtung Nationalparkgebiet Sundische Wiesen aufbrechen. Das Gebiet gehört zu Zingst und liegt etwa acht Kilometer entfernt. Bis zur Kernzone des Nationalparkgebietes in Pramort, das nur noch zu Fuß zu erreichen ist und während der Kranichsaison im Herbst sogar nur für eine begrenzte Zahl an Besuchern zugänglich ist, sind es nochmals runde 12 Kilometer. Wir haben uns also ganz schön was vorgenommen. Nach einem ausgiebigen Frühstück im Freien ging es also los in Richtung Osten. Immer auf dem Deich entlang strampelten wir gemütlich los. Immer wieder blickten wir auf die Ostsee, die wie ein glatter Spiegel vor uns lag. Auf der anderen Seite hinter dem Deich erstreckten sich zunächst die Häuser von Zingst und später ein ausgedehntes Waldgebiet. Wir erreichten den großen Parkplatz, ab dem es nur noch zu Fuß oder per Fahrrad weitergeht, um die Mittagszeit. Ein Ausflugslokal mit schönem, schattigem Biergarten bot sich für eine erste längere Rast an. Ein Alsterwasser (auf schwäbisch: Radler) und eine Bockwurst mundeten uns recht gut.

Ostsee im Nationalparkgebiet "Sundische Wiesen"

Ostsee im Nationalparkgebiet "Sundische Wiesen"

Verdiente Radlerpause im Biergarten

Verdiente Radlerpause im Biergarten

Danach besuchten wir das Nationalpark-Informationszentrum, das Einblicke in die geschützte Landschaft samt ihrer Tier- und Pflanzenwelt gibt. Kaum vorstellbar, dass dies zu DDR-Zeiten und auch noch nach der Wende militärisches Sperrgebiet war, in dem mit der Natur ziemlicher Raubbau betrieben wurde. Nach dem Besuch sind wir ziemlich hin und her gerissen: sollen wir tatsächlich die Betonplatten-Piste bis nach Pramort fahren oder doch lieber abzweigen und um den Bodden zurück nach Zingst fahren? Ein Blick auf unseren Vierbeiner ließ uns den kürzeren Weg wählen. Immerhin ist der gute Rüde inzwischen 11 Jahre alt und insgesamt zwar noch ganz gut zu Fuß, aber da er die Touren brav neben unseren Rädern herläuft, müssen 30-Kilometer-Strecken nicht unbedingt sein. Da schwächelt der Gute halt ein bisschen.
Die Tour um den Bodden war schließlich Genuss pur. Den Blick auf die weitläufige Landschaft, auf der anderen Seite der Kirchturm von Barth, vorbeiziehende Ausflugsschiffe und immer wieder Haltepunkte mit Aussichtsplattformen. Immer wieder legten wir kleine Pausen ein, für uns und den Hund, genießen die Stille, den Sonnenschein und fühlten uns einfach nur wohl.

Einsame Häuser am Bodden

Einsame Häuser am Bodden

Netter Humor

Netter Humor

Segler auf dem Bodden

Segler auf dem Bodden

Als wir schließlich im Zingster Hafen ankamen, waren sowohl wir als auch der Hund geschafft. Die letzten Kilometer kam ein kräftiger Gegenwind auf, der uns dann doch einiges an Muskelkraft abverlangte. Deshalb kam "Fischer Kruse" wie gerufen und wir stärkten uns hier nochmals mit - ja, womit wohl - natürlich Fischbrötchen und Schwarzbier. Dann ging es die letzten Kilometer zurück zum Campingplatz und an diesem Abend pflegten wir unsere strapazierten Muskeln bei einem TV-Krimi.

Mississippi-Feeling am norddeutschen Bodden

Mississippi-Feeling am norddeutschen Bodden

© Ulrike S., 2009
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Eine Wohnwagenreise von Baden-Württemberg über Sachsen-Anhalt nach Mecklenburg-Vorpommern
Details:
Aufbruch: 22.09.2009
Dauer: 11 Tage
Heimkehr: 02.10.2009
Reiseziele: Deutschland
Der Autor
 
Ulrike S. berichtet seit 12 Jahren auf umdiewelt.
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