Reise nach Amerika

Reisezeit: Januar - Mai 2010  |  von Nicole Bachmann

Santarém: Ausflug zu Einheimischen

Von Alter do Chão aus schloss ich mich einer Tourgruppe an, welche den Dschungel und eine dort einheimische Familie besucht.
Mit dem alten Klapperbus gings zwei Stunden Richtung Norden. Die Scheiben des Busses waren so verdreckt, dass man kaum Tageslicht hindurch erkennen konnte. Alles fuehlte sich sehr klebrig und dreckig an. Fast alle 5 Minuten hielt das Fahrzeug an und Leute stiegen ein und aus. Wir machten an einem Essstand kurz Rast und spaeter sassen die einheimischen im Bus und kauten am Pouletspiess herum und leckten sich die verschierten Finger ab...Irgendwie fand ich das ziemlich eklig, da sich in meinem Fall die Haende so dreckig anfuehlten und ich daher den Kontakt mit der Zunge unbedingt vermeiden wollte. Ich kaute an einem Apfel herum und warf das "Pitschgi" mit schlechtem Gewissen aus dem Fenster, weil im Bus keine Abfalleimer zu finden waren. Ich staunte dann nicht schlecht, als meine Sitznachbarin den halben Spiess, die halb gefuellte Flasche Cola mit allem Papier ohne mit der Wimpfer zu zucken aus dem Fenster schmiss. Ich starrte sie mit grossen Augen an und wollte schon den Mund aufmachen als mir einfiel, dass ich nichts dazu sagen koennte, was das Fraeulein verstehen wuerde. Es ist halt normal in da, aber sehr schade, weil die Natur eigentlich so schoen waere und durch den ganzen Muell sehr an attraktivitaet verliert.

Heil angekommen, spatzierten wir mit dem Guide durch den Regenwald. Ich liebe den frischen, intensiven Duft des feucht tropischen Waldes. Es gab viele interessante Pflanzenarten zu sehen, doch leider haben wir keine Affen angetroffen. Inmitten des Waldes konnten wir baden. Das Wasser war kristallklar und eine herrliche Erfrischung. (Wollte dazu ein Bild hochladen, aber die Technik liess mich einmal mehr im Stich). Was mir am meisten imponierte, waren die enorm hohen Baeume und der "Urwald-Sound" Leider konnten die Geraeusche nur vom Guide eingeordnet werden. Und mit einem bekannten Bruellen eines Loewen konnten wir nicht rechnen
Viele Heilkraeuter und Heilpflanzen (Beispiel ein Baum gegen Malaria) wurden uns gezeigt und erklaert. Haette ich bessere Portugiesisch Kenntnisse, waere dieser Bericht informativer. Denn der Fuehrer sprach leider kein Englisch

Nach dem Abendessen uebernachtete ich in der Haengematte unter einem Dach in der Naehe des Familienhauses. Der Mond und die Sterne funkelten ganz nah am Himmelszelt. Es fuehlte sich sehr "heimelig" an. Der einzig bittere Nachgeschmack an dieser Nacht war, dass der Bus zurueck in die Stadt nur einmal taeglich (naechtlich), und zwar um 4 Uhr morgens fuhr. Die Nacht im (fast) Freien war zu kurz, aber dennoch unvergesslich

Das Haus der Familie in mitten vom Nichts...

Das Haus der Familie in mitten vom Nichts...

Sie haben zwar Elektrizitaet, jedoch keine motorisierten Fortbewegungsmittel...

Sie haben zwar Elektrizitaet, jedoch keine motorisierten Fortbewegungsmittel...

Auweija, das Kloo  Doch es ist angenehmer als die stinkenden Toiletten bei den Raststaetten. Hier hat man beim Kacken wenigstens frische Luft

Auweija, das Kloo Doch es ist angenehmer als die stinkenden Toiletten bei den Raststaetten. Hier hat man beim Kacken wenigstens frische Luft

Das Essen gekocht auf diesen "nicht-Herdplatten" schmeckte wirklich gut.

Das Essen gekocht auf diesen "nicht-Herdplatten" schmeckte wirklich gut.

© Nicole Bachmann, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Brasilien-Panama-Costa Rica und USA
Details:
Aufbruch: 07.01.2010
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: 29.05.2010
Reiseziele: Brasilien
Panama
Nicaragua
Der Autor
 
Nicole Bachmann berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
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