Rundreise Kyushu und Yakushima - Japan

Reisezeit: Oktober 2009  |  von Klaus Möller

Ebino Kogen

Schon ist die Zeit auf Yakushima vorbei und wir sitzen in der Fähre nach Kagoshima. Auf der Rückfahrt nehmen wir die schnelle Fähre, können noch einmal Sakurajima bewundern, wie er seinen Rauch in den Himmel schleudert und betreten schon zwei Stunden später den Hafen von Kagoshima. Mit dem Bus geht's zum Bahnhof Kagoshima Chuo. Da wir noch über eine Stunde Zeit haben, essen wir in dem angrenzenden Shoppingcenter erst einmal Takoyaki. Danach gönnen wir uns ganz, ganz leckeren Kuchen. So geht die Zeit schnell herum und schon sitzen wir im Local Train nach Ebino. Vorteil des Zuges: Wir brauchen nicht umsteigen. Über Hayato und Yoshimatsu geht die Fahrt unserem heutigen Ziel entgegen. Die Fahrt ist wieder einmal herrlich. Zunächst führt die Strecke am Meer entlang. Im Hintergrund die beeindruckende Kulisse des Sakurjima vor strahlend blauem Himmel. Zum Abschied spuckt er noch einmal besonders viel Asche in den Himmel. Doch schon bald biegt die Strecke ins Landesinnere ab. Die Reisfelder sind hier schon alle abgeerntet und schon bald fahren wir durch Wälder aus Zedern und Bambus. Der Zug kämpft sich den Berg hinauf und die Gegend wird immer ländlicher. Die Bahnhofsgebäude sind hier urig alte Holzhäuser, sehr schön anzusehen.
Heute übernachten wir auf dem Ebinoplateau. Leider fährt doch weder die Bahn noch ein Bus hin. So müssen wir mit dem Taxi fahren. Wir wollen den Zug in Ebino verlassen, doch aus dem Zug können wir schon sehen, das hier keine Taxis am Bahnhof warten. So fahren wir bis Kobayashi. Rein ins Taxi und nach 20 km sind wir in Ebino Kogen. Das Dorf besteht aus dem Hotel, einem Campingplatz und zwei Souvenirläden.

Ebino Kogen liegt im Kirishima-Nationalpark und ist ein Gebiet mit mehreren Vulkanen. Wir entscheiden uns für den Ebino-Kogen-Rundweg, der zu drei Vulkanseen führt. Doch irgendwie verfehlen wir den Weg. Plötzlich geht es steil bergauf und tapfer nehmen wir die Anstrengung auf uns. Und wir werden dafür fürstlich belohnt. Wir erleben den farbigen japanischen Herbst. Der Weg wird gesäumt von japanischen Ahornbäumen, deren Blätter zwischen gelb und rot sämtliche Färbungen angenommen haben. Ich komme aus dem Staunen und Jubeln gar nicht heraus. Zudem werden wir mit einem wunderbaren Blick auf den in der Ferne liegenden Sakurjima belohnt. Wir besteigen wohl den Karakuni-dake. Doch nach 2/3 des Weges kehren wir um und suchen den Weg zu den Vulkanseen. Der Abstieg erweist sich nicht als einfach, kommen uns doch hunderte von Schülern entgegen. So stehen wir am Wegesrand und lassen alle passieren. Ich kann gar nicht sagen, wie viele "konnichi wa's" über unsere Lippen gekommen sind.

Am Fuß des Karakuni-dake finden wir auch gleich den ersten See, den Fudo-ike. Tief im Krater schauen wir auf hellblaues Wasser. Wir wandern weiter zum Rokkannon-miike. Der Weg dort hin ist gesäumt von tiefrot gefärbten Ahornbäumen. Das blaugrüne Wasser des Rokkannon-miike hat die intensivste Färbung. Hier machen wir eine Rast und essen unsere Kekse. Anscheinend sehen wir aber noch sehr hungrig aus, da wir von einer Japanerin Äpfel geschenkt bekommen. Um den Baykushi-ike zu sehen, besteigen wir den Shiratori (1.368 m). Doch das Wasser dieses Vulkansees wirkt tiefschwarz.

Es wird Zeit für unseren täglich Cafebesuch. So steigen wir wieder nach Ebino Kogen hinab und lassen es uns dort bei Tee und Kuchen gut gehen. Danach verwöhnen wir unsere Füße in einem "Fußonsen". Bald gesellen sich vier Japanerinnen zu uns. Sie können nur Japanisch, was sie jedoch nicht davon abhält, sich mit uns zu unterhalten. Wieder ein witziger Augenblick, versuche ich doch, meine Japanischkenntnisse auszuprobieren. Ich komme hier also nicht nur wegen des warmen Wassers ins Schwitzen. Wieder einmal wird der Unterschied zwischen Tourist und Japanern deutlich. Ein richtiger Japaner hat immer ein kleines Handtuch dabei. Hier, um sich die Füße zu trocknen. Jedoch ist eine der Japanerinnen so lieb, und leiht uns ihr Handtuch. So können auch wir mit trockenen Füßen in unsere Strümpfe steigen. 16 Uhr ist gerade vorbei und das eine von den beiden Souvenirgeschäften hat schon geschlossen. Vielleicht ist es auch besser so.

© Klaus Möller, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Im Oktober habe ich eine dreiwöchige Reise durch Kyushu gemacht: Stationen: Himeji (Honshu), Nagasaki, Imari, Okawachiyama, Unzen, Shimabara, Hitoyoshi, Kogoshima, Sakurashima, Yakushima, Ebino-Kogen und Aso.
Details:
Aufbruch: 04.10.2009
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 24.10.2009
Reiseziele: Japan
Der Autor
 
Klaus Möller berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
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