Die Slowakei bei Regen kennenlernen

Reisezeit: August / September 2010  |  von Manfred Sürig

ejndlich eine Radtour nach Plan !

1250 m hoch liegt der See, die Schneefallgrenze scheint nur wenig höher zu liegen, aber noch schneit es nicht!

1250 m hoch liegt der See, die Schneefallgrenze scheint nur wenig höher zu liegen, aber noch schneit es nicht!

Geblieben ist wenigstens die Absicht, am 2.9.2010 eine Etappe zu radeln, die ich genau vor 10 Jahren auch so gefahren bin.

Und heute endlich bietet das Wetter die Chance dazu.

Die Kamera tropft nicht mehr, so dass ich sogar ein paar Bilder werde machen können.
Es soll am Osthang der Hohen Tatra entlang bis Lendak und Stara Ves gehen, von dort nach Norden über die Spiska Magura ins Tal des Dunajec. Dieser Fluss durchbricht im Pieniny die Kalkberge nördlich der Tatra und bildet dort eine sehenswerte Schlucht, durch die man sich auf Flößen treiben lassen kann.

Endlich macht das Radeln heute Spaß! Obwohl es nur 9 Grad kalt ist und man Handschuhe und Pudelmütze gut vertragen kann.

Aber es hat heute noch nicht geregnet !

Wenn die Sonne da stünde, wo man zwischen den Wolken mal blauen Himmel sehen kann, könnte es sogar noch schöner werden!

Gegen 12 Uhr kann ich dann endlich das erste Sonnenfoto dieser Reise machen ! Und es geht stundenlang nur bergab, durch wildromantische Natur, durch mondäne Kurorte, auf gut asphaltierter Straße ohne Lastwagenverkehr.

Als wir vor Lendak weit unten angekommen sind, haben wir Kräfte und Unternehmungslust genug, um nun die ersten Steigungen anzugehen, sich warmzustrampeln hat auch seinen Reiz ! Die lange Steigung an der Spiska Magura schaffen wir in der Vorfreude auf den Abhang auf der Nordseite.

Erst nachmittags um 16 Uhr fällt uns auf, das wir noch nichts zu Mittag gegessen haben. Beim Potravinny in Hanusovce holen wir uns das Brot und können anschließend in der Nachmittagssonne vor dem Postamt Picknick halten.

Dann kommt der Endspurt zur Dunajecschlucht.

Der Dunajec hat braunes Hochwasser, die Floßstartrampen sind überflutet, es kann nicht mehr geflößt werden - zu gefährlich, sagt man uns.

Dann fahren wir eben noch heute per Rad talwärts durch die Schlucht - wer weiß, wie morgen das Wetter und das Hochwasser ist.
So erreichen wir noch heute am tiefstgelegenen Punkt der Reise zugleich einen Höhepunkt: Rauschende Fluten zwischen steilen Felswänden, Natur pur und - was Seltenheitswert hat- die Sonne scheint von oben herein !

Wir sind uns einig, der Umweg weit nach Norden hat sich gelohnt und die 86 km Tagesleistung, trotz des Gebirges dazwischen, waren locker zu schaffen.

Da schmeckt die gegrillte Forelle zum Bier am Abend in unserem Quartier, der Penzion U Gorala in Lesnica 25, besonders gut.

© Manfred Sürig, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Zehn Jahre nach meiner ersten Radtour in die Slowakei wollte ich diese Tour möglichst exakt genauso noch einmal erleben. Dass sich das Land seitdem stark verändert hat, wusste ich, auch, dass mit deutlich mehr Verkehr zu rechnen sein würde, nur dass das Wetter auch mal nicht mitspielt, das hatte ich nicht einkalkuliert
Details:
Aufbruch: 30.08.2010
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 19.09.2010
Reiseziele: Polen
Slowakei
Ungarn
Der Autor
 
Manfred Sürig berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.