Die Slowakei bei Regen kennenlernen

Reisezeit: August / September 2010  |  von Manfred Sürig

Das Wetter schreibt uns den weiteren Weg vor

...schon wieder Regen

Als ich morgens kurz nach unseren Rädern sehe, werde ich schon wieder nass getröpfelt.

Zunächst müssen wir wieder Höhe gewinnen, da stören so geringe Mengen Regen noch nicht, aber jederzeit kanns mehr werden und von Sonne ist eh keine Spur mehr. Wir halten uns nach Südosten Richtung Stara Lubovna.
Erst an der Einmündung auf die Hauptstraße Poprad-Stara Lubovna werden wir entscheiden, wie wir weiterfahren.
Oberstes Ziel heute: So wenig nass werden wie möglich und dabei wieder an eine Bahnstrecke kommen, damit wir notfalls einen Zug nehmen können.

Schließlich muss Domi morgen Abend spätestens seine Rückreise per Zug nach Bünde antreten, und da darf er auf keinen Fall in nassen Klamotten stecken !

So eine Reiseplanung hat Tücken. Wir merken es , als wir uns an der Einmündung für die Richtung nach Westen, nach Keczmarok und Poprad entschieden haben. Zwar führt die Straße malerisch im Tal des Poprad flussaufwärts, aber wenn das Tal zu eng wird, geht es steil bergauf am Hang. Außerdem ist auf der schmalen Straße besonders starker Lastwagenverkehr; beim Überholtwerden hat man immer ein ungutes Gefühl.
So endet eine recht stressige Tour nach nur 62 Kilometern in Keczmarok, wo wir in einem Privathaus eine schnuckelige Unterkunft auf dem Dachgeschoß eines Hinterhauses finden

Der deutsch sprechende Vermieter wird nicht müde, sein Haus anzupreisen, und in der Tat: Man kann sich hier wohl fühlen.

Keczmarok ist ein einziges Museum, das allerdings schon bessere Zeiten erlebt hat. Zur Restaurierung gibt es noch viel zu tun, aber es gibt schon ein feines Hotel im historischen Stil, die Burg, die wir besichtigen werden und eine große Holzkirche.
Nicht zu vergessen die historisch einmalige Bücherei des Lyzeums, die am Samstag aber leider geschlossen ist.

Mittags machen wir uns auf, den Endspurt nach Poprad anzutreten. Gleich am östlichen Stadtrand kommen wir dabei nach Spiska Sobota , einem ehemals selbstständigen Dorf, das ganz im früheren Stil der Orte der Zips erhalten und sehr schön herausgeputzt ist. Heute ist Jahrmarkt, an den Ständen gibt es viel Landestypisches zu futtern und Souvenirs zu kaufen, die nicht alle made in China sind.

Bei dem einsetzenden Regen ziehen wir uns ins Cafe Fortuna zurück, wo wir bei einem Palatschinken Marke "Gundel" und einem heißen Tee sehr gut, wenn auch zu Touristenpreisen, aufgehoben sind.

Der anschließende Weg zum Bahnhof im strömenden Regen bleibt uns leider nicht erspart, aber wir finden eine leidliche Unterkunft für Tony und mich, in der Domi vor seiner Abreise nachts um 1 Uhr noch duschen kann.

Und die Slowakei wird Domi schon wegen des Bierpreises an diesem Abend in guter Erinnerung behalten: Für 5 halbe Liter vom Fass zahlen wir ganze 3,50 Euro.

Da wird er wohl seinen Kumpels davon erzählen!

© Manfred Sürig, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Zehn Jahre nach meiner ersten Radtour in die Slowakei wollte ich diese Tour möglichst exakt genauso noch einmal erleben. Dass sich das Land seitdem stark verändert hat, wusste ich, auch, dass mit deutlich mehr Verkehr zu rechnen sein würde, nur dass das Wetter auch mal nicht mitspielt, das hatte ich nicht einkalkuliert
Details:
Aufbruch: 30.08.2010
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 19.09.2010
Reiseziele: Polen
Slowakei
Ungarn
Der Autor
 
Manfred Sürig berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.