Kulturland TÜRKEI - 2010

Reisezeit: April - Juni 2010  |  von Uschi Agboka

Tatvan am Vannsee / Türkei

Bei Yenicaglar entdeckten wir diese schöne Türkenbrücke über den Fluss Batman.

Bei Yenicaglar entdeckten wir diese schöne Türkenbrücke über den Fluss Batman.

Wir kommen zum Vansee - Blick auf die hohen schneebedeckten Berge (Ziyaret Dagi - 2.450 m).

Wir kommen zum Vansee - Blick auf die hohen schneebedeckten Berge (Ziyaret Dagi - 2.450 m).

In Tatvan haben wir übernachtet im Hotel Alice, welches wir nicht empfehlen können.

In Tatvan haben wir übernachtet im Hotel Alice, welches wir nicht empfehlen können.

Am Vansee - auf dem Weg nach Ahlat.

Am Vansee - auf dem Weg nach Ahlat.

Am Vansee - auf dem Weg nach Ahlat.

Am Vansee - auf dem Weg nach Ahlat.

Ahlat - einer der größten und schönsten Friedhoefe Anatoliens.

Ahlat - einer der größten und schönsten Friedhoefe Anatoliens.

Ahlat - Wie groß die Grab-Stelen sind, kann man auf diesem Bild erkennen.

Ahlat - Wie groß die Grab-Stelen sind, kann man auf diesem Bild erkennen.

Am Vansee - eine Traumlandschaft

Am Vansee - eine Traumlandschaft

Besonders beeindruckend sind die schneebedeckten Berge um den Vansee.

Besonders beeindruckend sind die schneebedeckten Berge um den Vansee.

Tatvan - Blick auf das Hotel Alice - der Portier hängte zwischenzeitlich mal seine Socken zum Trocknen an den Motorradspiegel.

Tatvan - Blick auf das Hotel Alice - der Portier hängte zwischenzeitlich mal seine Socken zum Trocknen an den Motorradspiegel.

Hier im Hinterhof haben wir gegessen: super gut und super lecker und eine hervorragende freundliche Bedienung!

Hier im Hinterhof haben wir gegessen: super gut und super lecker und eine hervorragende freundliche Bedienung!

Freitag, 14. Mai 2010 15. Tag Tatvan/Vansee/Türkei

Wir sind schon um 6 Uhr auf, haben super geschlafen. Vom Straßenlärm hört man kaum etwas. Und den Gestank des Raucherzimmers hat das Duftwasser übertönt, welches wir im Restaurant über unsere Hände geschüttet bekamen. Nach einem guten Frühstück fahren wir um 8.30 Uhr los. Es ist bereits heiß, 32 Grad. In der Nacht hat man die türkische Flagge am Motorrad zusammengerollt. Die Kurden mögen sie nicht. Da wir nun weiter durch Kurdengebiet fahren, wollen wir niemanden provozieren und nehmen die türkische Flagge ab. Zunächst geht es Richtung Silvan. Ab dort ändert sich die Landschaft, es wird hügelig, bergig, aber immer bleibt es grün. Kleine Bäche durchfließen die Landschaft, die uns hin und wieder an die USA erinnert. Um 11 Uhr machen wir Teepause in Baykan. Die Straße heute geht einigermaßen. Zwar sind die Straßen 4- oder gar 6-spurig, aber voller Unebenheiten oder tiefer Schlaglöcher. Rolf muss dann Slalom fahren oder den Kuhherden ausweichen, die frei umherwandern, sogar mitten in der Stadt. Nach Bitlis kommen wir ins Gebirge, über einen Pass, eine riesige Baustelle für eine neue Autobahn. Es folgt ein wildromantisches Tal, durchzogen von einem Fluss, an dessen Ufer es leider einige Müllhalden gibt. Um 13 Uhr erreichen wir Tatvan (1.690 m hoch gelegen) am Vansee. Ein phantastischer Anblick, das türkisfarbene Wasser des Sees und im Hintergrund der schneebedeckte Ziyaret Dagi (2.450 m). Nachdem wir uns im Hotel eingerichtet und alles abgeladen haben, fahren wir nach Ahlat am Vansee entlang. Ahlat sucht man nicht wegen den Lebenden, sondern wegen den Toten auf. Den bereits um 900 v. Chr. bewohnten Ort machten um 1060 die von Osten einfallenden Seldschuken zu einem bedeutenden Kunst- und Kulturzentrum. Einer der größten und schönsten Friedhöfe Anatoliens erinnert noch heute daran. Tausende von schlanken, hohen Grabstelen liegen verstreut im Gras oder staken in den Himmel. Die Ornamentik lässt armenischen Einfluss erkennen. In der Nähe des Friedhofs sind einige Türbe zu sehen. Als Türbe bezeichnet man ein muslimisches Mausoleum oder eine Grabstätte. Es handelt sich dabei meistens um architektonisch prachtvoll geschmückte Gebäude, in deren Innerem der Sarg des Toten steht, was jedoch nur ein Scheingrab ist. Der Leichnam selbst befindet sich mehrere Meter unter der Erde. Am Ticketschalter kaufe ich eine kleine handgeschnitzte Türbe für Zuhause. Unsere Fahrt am Vansee entlang ist wunderschön, besonders wegen des Farbkontrastes - schneebedeckte Berggipfel und türkisfarbenes Wasser. Die Kinder und Erwachsenen am Wegesrand winken uns freundlich zu. Sehr viel Militär ist präsent, da wir uns im Kurdenland befinden. Den in der Nähe gelegenen Vulkan Nemrut Dagi (3.050 m) haben wir nur von weitem bestaunt, obwohl ein Besuch sicher lohnenswert gewesen wäre. Aber leider kann man nicht alles ansehen.

Vansee
der abflusslose See ist mit 3.700 qkm der größte See der Türkei, ca. 7x größer als der Bodensee und bis zu 450 m tief. Wahrscheinlich hat der heute erloschene Vulkan Nemrut Dagi den See entstehen lassen. Das Wasser des Sees hat einen sehr hohen Sodagehalt, es fühlt sich seidenweich und seifig an. Bis auf eine Karpfenart fühlen sich hier nur Algen wohl. Fürchten muss man Vanessie, das legendäre Seeun-geheuer, was Angst und Schrecken verbreitet, aber keiner so recht beschreiben kann. Die berühmten Van-Katzen haben von Natur aus ein gelbes und ein blaues Auge. An der lokalen Universität wird diese edle Katzenrasse noch erforscht. Da ich leider keine echte Van-Katze mitnehmen kann, erstehe ich eine schöne Fotografie für Zuhause.

Um 17 Uhr sind wir zurück im Hotel, es wird geduscht und dann gehen wir zum Essen. Der Portier des Hotels hängte in der Zwischenzeit seine Socken zum Trocknen an den Spiegel des Motorrades. Als wir wegfahren wollen, nimmt er sie mit hinein! Leider ist die Verständigung hier schwierig. Sie sprechen Kurdisch, kein Englisch und kein Deutsch wie in den Gegenden der Türkei, die wir bisher durchfahren haben. Wir essen in einem kleinen Lokal in der Nähe des Hotels: Es gibt geschlagenen Joghurt, Salat, Hackfleisch-Spieße mit Huhn und Lamm, Pudding zum Nachtisch, Wasser und brennenden Tee. Kosten 8 Euro. Ein sehr leckeres Essen und wir werden freundlichst bedient. Heute gehen wir früh schlafen.
Gefahrene Meilen 211 (340 km).

Zwar keine der berühmten Van-Katzen, aber doch ein liebes Tier, welches sich unter der Harley versteckte.

Zwar keine der berühmten Van-Katzen, aber doch ein liebes Tier, welches sich unter der Harley versteckte.

Und solche Köstlichkeiten gab es in den Geschäften in Tatvan und auch sonst in der Türkei!

Und solche Köstlichkeiten gab es in den Geschäften in Tatvan und auch sonst in der Türkei!

© Uschi Agboka, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Mit dem Motorrad von Niederbayern über Österreich, Italien, Griechenland in die Türkei und zurück über Griechenland, Mazedonien, Kosovo, Montenegro, Kroatien, Österreich
Details:
Aufbruch: 30.04.2010
Dauer: 5 Wochen
Heimkehr: 01.06.2010
Reiseziele: Italien
Griechenland
Türkei
Serbien
Montenegro
Kroatien
Der Autor
 
Uschi Agboka berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.
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