Das erste Mal im schrillen, pulsierenden Indien mit allen Gegensätzen

Reisezeit: Oktober - Dezember 2011  |  von Kathrin S.

Jaisalmer, ein Traum aus 1001 Nacht mitten

Jaisalmer Fort

Jaisalmer Fort

Karawanenstadt Jaisalmer

Jaisalmer: Die Busfahrt nach Jaisalmer war wie immer eine unruhige sehr holprige Angelegenheit, der Anblick von Jaisalmer war dafür umso überwältigender- ein Traum aus Tausendundeiner Nacht inmitten einer kargen Landschaft, der Wüste Thar. Diese uralte Karawanenstadt, ein auf einem 80m hohem Fels errichtetes Fort galt lange Zeit als wichtiger Stützpunkt an der Karawanen-Route zw Indien und Vorderem Orient. Zudem ist auch das Fort in Jaisalmer eines der wenigen, die bewohnt sind. Trotz der Gerüchte über Probleme mit dem Abwasser innerhalb des Forts suchte ich mir eine Unterkunft innerhalb der Mauern. Mein guest house war aus dem 16Jhd wie die meisten Häuser im Fort, gebaut aus Sandstand mit reichhaltigen Verzierungen, das Zimmer ein Traum...Man merkt sehr schnell, dass Jaisalmer eine wichtige Handelsmetropole war, bevor dieses nach Bombay verlagert wurde. In den Gassen im Fort kann man sich anfangs schnell verlaufen, aber irgendwie irgendwie ist es doch sehr überschaubar und man hat bald den Überblick über den besten Chai, die beste Wifi Dachterasse, das beste Essen und die optimale Sonnenuntergangsterasse.

Simla Haveli guest house in Jaisalmer

Simla Haveli guest house in Jaisalmer

2 tägige Kamel Safari in die Wüste Thar

Nachdem ich die Wüste um mich herum aus der Ferne gesehen hatte, entschied ich mich dann doch noch für eine Kamelsafari. Tausende Anbieter mit unterschiedlichen Preisen und den gleichen Versprechungen machen es schwer sich für die richtige Tour zu entscheiden. Letztendlich habe ich mich dann mit meinen Bekannten aus Freiburg für eine Tour angemeldet. Frühmorgens ging es, praktisch ohne Gepäck los, für Essen/Getränke/Matten & Decken war gesorgt, wir mussten uns nur um wüstentaugliche Klamotten, Mückenspray, Sonnencreme kümmern. Ein Jeep holte uns ab und wir fuhren ca 40km in die Wüste, um dann auf unsere Kamele zu warten. Insgesamt waren wir zu acht mit ca 3 Kamelführern, die auch für uns kochten.
Lustig ist bereits der Aufstieg aufs Kamel, eine wackelige Angelegenheit. Endlich thronen wir alle auf einem Kamel und los geht die Tour...

und ab in die Wüste

und ab in die Wüste

schön verschleiert wegen der Hitze, mein treues Kamel Bullerbulla und ich

schön verschleiert wegen der Hitze, mein treues Kamel Bullerbulla und ich

Kamelsafari

Gemütlich schritten wir so durch die Wüste und durften irgendwann die Kamel selbständig reiten, dabei war das Traben besonders witzig. Kamele sind einfach tolle Tiere und man merkt richtig, wie sie sich in der Wüste wohlfühlen, und gerne sich im Sand wälzen. Die Mücken verschonten jedoch die armen Tiere auch nicht und so bearbeitete ich mein Kamel etwas mit Mückenspray, danach war er viel entspannter.
In der Mittagshitze machten wir eine lange Pause in der wir dann auch mit Curry, Reis und Chapati bekocht wurden. Ansonsten war die Landschaft eher eintönig, die Dörfer nicht sehr aufregend. Abends kamen wir dann an einer Sanddüne an und schlugen dort unser Nachtlager auf.
Das war vielleicht irre, unter freiem Himmel in der Wüste umringt von Kamelen zu schlafen, so viele Sterne habe ich noch nie in meinem Leben gesehen. Die Temperaturen sanken stark, aber wir hatten gute Decken, die Bilder vom Sonnenuntergang/Sonnenaufgang in den Dünen werde ich nie vergessen. Traumhaft!!

Die Karawane zieht weiter, der Sultan het...

Die Karawane zieht weiter, der Sultan het...

Jaisalmer, Entspannung pur

Allgemein lädt Jaisalmer zum Entspannen ein, allzu viel gibt es nicht zu Besichtigen, der nahegelegende See Gadi Sagar ist nicht gerade ein Badesee. So dass man in Jaisalmer viel Zeit hat, auf Terassen abzuhängen, zu lesen, andere Touris kennenzulernen und lecker zu essen. Die Dörfer um Jaisalmer müssen jedoch eine Tour wert sein. Leider boomt Jaisalmer auf und wird immer mehr zur Tourimetropole, so dass man hier nicht mehr das ursprüngliche Indien erlebt, Drogen & Alkohol werden auf der Strasse angeboten und die männlichen Inder werden teilweise gegenüber Frauen recht aufdringlich (Touris als leichte Beute), was mir so in diesem Masse bisher nicht aufgefallen ist. Aber man macht auch durchaus positive Erfahren, so wurden wir spontan zu einer Hochzeit eingeladen. Dabei durften wir 3h dem Hochzeitszug durch die Stadt folgen, im Anschluss gab es ein Riesenbuffet, eine Hochzeit dauert hier 3 Tage, in dieser Zeit muss man den halben Ort aushalten (ca 1000 Gäste pro Tag sind normal). Der Kostenfaktor für eine Familie ist immens, aber alle haben sehr viel Spaß und wettern diesen events entgegen. Nach wie vor wird die Auswahl des Partner von den Eltern vorgenommen, zu meinem Erstaunen wird das von den Jugendlichen aus so respektiert, Freundinnen haben sie bis zum heiratsfähigen Alter, danach wissen sie ganz klar wohin der Weg geht.

Hochzeit in Jaisalmer, der Bräutigam darf während dem Ritt durch die Stadt nicht lächeln (Lächeln = er nimmt die Hochzeit nicht ernst)

Hochzeit in Jaisalmer, der Bräutigam darf während dem Ritt durch die Stadt nicht lächeln (Lächeln = er nimmt die Hochzeit nicht ernst)

Unser Kameltreiber

Unser Kameltreiber

© Kathrin S., 2011
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Köln - Mumbai erste Etappe, die weitere Planung ist noch offen Alle Reiseführer sind veraltet, Mumbai ist viel moderner & sauberer als ich erwartet hatte. Kühe auf den Strassen, das war einmal!
Details:
Aufbruch: 31.10.2011
Dauer: 8 Wochen
Heimkehr: 23.12.2011
Reiseziele: Indien
Vatikan
Der Autor
 
Kathrin S. berichtet seit 10 Jahren auf umdiewelt.