Kolumbien und Panama

Reisezeit: Februar / März 2014  |  von Hartmut Laue

Ein „Halbtagesausflug“ und Cartagena

Schon wieder klettern wir schwitzend steil hinauf, der Pfad ist kaum zu erkennen, es ist mehr ein Klettern über sehr große Felsbrocken. Zum Teil kommt man alleine gar nicht hoch, sondern braucht eine Räuberleiter oder jemanden, der einen hochzieht. Dazwischen tiefe Spalten. Dann geht es wieder durch einen dunklen Gang unter Riesenbrocken hindurch. Es geht rund 200 m auf diese Weise hoch, um auf diese Weise zu einer weiteren ehemaligen Stätte der Tayrona zu gelangen, Pueblito genannt.

hier mussten wir durch

hier mussten wir durch

Eigentlich sollte es ein gemütlicher Halbtagesausflug in den Parque Nacional de Tayrona werden. Dort soll es einen schönen Rundweg geben. Nach 1 Stunde mit dem Collectivo sind wir am Parkeingang, nach weiteren 4 km mit einem Shuttle am Strand Arrecifes. Der abwechslungsreiche Weg führt nun ca. 6 km in Meeresnähe auf und ab, mal im Lianengewirr, mal direkt über den Strand. Wir kommen immer wieder zu neuen Stränden, leider kann man nur an den beiden letzten baden, bei den anderen sind die Strömungen zu gefährlich. Am letzten, dem Cabo ist relativ viel los, es gibt Mietzelte, ein Restaurant und man kann auch mit dem Boot hierhergelangen. Wir relaxen, baden und essen etwas.

ganze Heerscharen Blattschneiderameisen sind unterwegs

ganze Heerscharen Blattschneiderameisen sind unterwegs

Dann kommt der schwierigere Teil, nämlich der bereits beschriebene Aufstieg zum Dorf Pueblito und dann der folgende Abstieg zurück zur Küstenstraße, der auch schwierig zu finden sein soll. Ein Schild warnt, nicht nach 1 pm loszugehen, es ist aber schon 2 pm. Wir kommen nur sehr langsam vorwärts, da man jeden Schritt erklettern muss, es geht praktisch alles über Felsen.

Nach 1 Stunde sind wir fast in Pueblito, als uns ein Kolumbianer warnt, es sei noch sehr weit bis zur Straße, allein von Pueblito nochmal 2 Stunden und dafür eigentlich zu spät, da die Sonne gegen 18 Uhr untergeht.

Wir beratschlagen und entschließen uns, zurückzugehen und den bekannten Weg zu benutzen. Das bedeutet, dass wir über die ganzen Riesenfelsen wieder zurückklettern müssen und dann auch den hindernisreichen Weg am Meer entlang wieder zurückmüssen.

Ich habe das Gefühl, mich von der Ciudad Perdida noch nicht ganz erholt zu haben, am Ende jedenfalls bin ich ziemlich erledigt, wir sind dann 17 km gelaufen und geklettert, waren 12 Stunden unterwegs und sind erst in tiefer Dunkelheit wieder zurück in Palomino, wo wir dann ja auch noch mal 2 km zum Strand laufen müssen. Das Dinner - für mich Langostinos - haben wir uns jedenfalls redlichst verdient.

Ausspannen ist nicht, denn am nächsten Tag geht es mit mehrfachem Buswechsel zu unserer letzten Station in Kolumbien, zur Hafenstadt Cartagena. Die Klimaanlage im Bus fällt kurz nach dem Start endgültig aus, es ist brütend heiß und leider haben wir irgendwie den falschen Bus erwischt, denn er sucht ständig Fahrgäste, hält alle 50 m, bleibt auch schon mal länger stehen, so dauert es deutlich mehr als die avisierten 4 Stunden, bis wir am Busterminal sind. Von dort braucht das Taxi nochmal 45 Minuten bis in die Altstadt.

Cartagens Altstadt ist fast komplett von einer Stadtmauer umgeben, man betritt sie durch den Uhrenturm, die Puerto de Reloj. Abends sind die Gebäude romantisch angestrahlt. Auf der Plaza de los Coches kann man mit Pferdekutschen fahren. Die eigentliche Altstadt ist gut renoviert, aber etwas steril und vor allem von Touristen bevölkert, Getsemani - wo wir wohnen - ist dagegen etwas heruntergekommen und sehr lebhaft, abends allerdings laufen schon einige merkwürdige Gestalten in unserer "Halbmondstraße" (sie heißt tatsächlich so - Calle de la Media Luna) herum.
Wir besuchen zwei Museen, das Museo de la Inquisicion mit allerlei Folterinstrumenten und einer Videoinstallation "Türken in Deutschland"!!?? Gibt's da einen Zusammenhang? Ferner das Museo de Oro mit einigen sehr schönen Goldstücken.

das Uhrentor

das Uhrentor

Plaza de los Coches

Plaza de los Coches

hoffentlich kommt er da wieder raus

hoffentlich kommt er da wieder raus

die Ankündigung "Türken in Deutschland"

die Ankündigung "Türken in Deutschland"

... und die Installation

... und die Installation

im Goldmuseum

im Goldmuseum

Abends ist dann das Meeting für die Segeltour nach Panama. Wir lernen den legendären Fritz Breckner kennen, der die Touren schon seit Jahren macht und alle Damen mit Handkuss begrüßt - er ist Österreicher (alte Schule). Wir werden 16 Leute an Bord sein, ein Drittel davon sind junge Aussies, die wir als Chaoten einschätzen, die viel trinken und Lärm machen. Sie kommen mit Bierflasche in der Hand und während Fritz rät, keinen Alkohol zu trinken, weil dies die Seekrenakheit begünstigt, heißt es bei ihne am Ende des Treffens "Let's get drunk now!"

© Hartmut Laue, 2014
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Die Reise
 
Worum geht's?:
5 Wochen in Kolumbien und Panama
Details:
Aufbruch: 18.02.2014
Dauer: 6 Wochen
Heimkehr: 28.03.2014
Reiseziele: Kolumbien
Der Autor
 
Hartmut Laue berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.