Malaysia Roadtrip

Reisezeit: Juli / August 2014  |  von Christoph Schoeffmann

Taman Negara Nationalpark

Mittwoch, 30. 7. 2014:

Heute ging es nach einem entspannten Frühstück mit dem Mietauto von den angenehm kühlen Cameron Highlands zurück ins Tiefland. Ziel war der größte Nationalpark West- Malaysias, der Taman Negara. Nach einer anstrengenden langen Fahrt über teilweise atemberaubende Schlaglöcher kamen wir in Kuala Tanah an, wo wir zur Überfahrt zum Hotel erst einmal mitsamt unserem Gepäck ein Boot besteigen durften. Dieses Ressort liegt wunderschön mitten am Eingang zum Regenwald, bereits kurz nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, durften wir einen Waran auf Beutezug beobachten.

Später ging es wieder per Boot auf die andere Seite zum Abendessen, allerdings war auf Grund der immer noch anhaltenden 'Hari Raya' - Feierlichkeiten (Ende des Ramadan), die Auswahl sehr beschränkt und vieles geschlossen.

Donnerstag 31. 7. 2014:

Nun sollte es zu einer Trekkingtour durch den Dschungel gehen, als wir unseren Guide getroffen haben, hat sich allerdings sehr bald herausgestellt, dass diese Tour durchaus sehr strapaziös werden sollte. Da Eva leider auch nicht ganz gesund war, beschlossen wir, dass sie und Hannes im Ressort bleiben würden - ich machte mich also mit dem Guide auf den Weg in den Regenwald. 4 ½ h später und einige verschwitzte Kilo leichter kamen wir schließlich bei unserem 'Hide' an, einem bunkergleich gebauten Versteck mitten im Dschungel. Auf dem Weg dorthin konnten wir einige wenige Tiere sehen (Eichhörnchen, Nashornvogel, Wasser-Agame, Riesen-Ameisen, Termiten, diverse Vögel), aber noch mehr hören (Gibbons, Brüllaffen, andere diverse Vögel). Der Weg war durchaus anstrengend, vor allem auf Grund des hohen Tempos, welches mein Guide einschlug. Dementsprechend erschöpft fiel ich in der neuen Unterkunft sehr schnell in einen koma-ähnlichen Tiefschlaf, so dass ich auch die Ankunft einer tschechischen Gruppe gar nicht mitbekam. Kurz vor Dämmerung bin ich dann doch noch erwacht, mein Guide hatte das herrliche Abendessen (Chicken Curry aus der Dose) bereits aufgewärmt und anschließend ging es wieder hinauf in den Hide zur Wildtierbeobachtung. Nach ca. einer Stunde und mittlerweile einsetzender Dunkelheit ging es dann doch ins Bett - mein Guide würde die ganze Truppe aufwecken, falls er etwas sehen sollte, leider vergebens.

Freitag 1. 8. 2014:

Nach einer etwas härteren Nacht - die immer wieder aufkommenden wolkenbruchartigen Regenfälle, die steinharten Holzpritschen auf denen man lag, der schnarchende Tscheche neben mir und die unglaublich lauten Zikaden, Affen, und was auch immer das alles war, machten einen ordentlichen Tiefschlaf unmöglich - gab es dann ein schnelles Frühstück (Chilli-Nudeln & Marmorkuchen) und schon ging es zurück - allerdings nicht mehr die ganzen 12 km durch den Regenwald, sondern direkt zum Fluss - um nun angenehmerweise mit dem Boot zurückzufahren. Da es in der Nacht durchaus recht viel geregnet hatte, durften wir unterwegs nicht länger stehen bleiben, da der ganze Boden voller Blutegel war, die sich nur all zu gerne auf unsere verschwitzten Waden gestürzt hätten (allerdings sollte sich diese Verhaltensweise später als nutzlos erweisen). Nach dem Einsammeln heruntergefallener Durian-Früchte ging es per Boot weiter - ich stand gerade unter einem solchen Baum und fragte den Guide, ob es stimmt, dass diese Früchte nur in der Nacht herunterfallen, er antwortete mit 'also during day-time' & wer diese Früchte kennt, ca. 1 kg schwer, dornenbesetzt, kann sich vorstellen, dass ich mich dann ziemlich schnell von diesem Baum entfernt habe.

Mit dem Boot ging es über diverse Stromschnellen wieder den ganzen Weg zurück, mit einem kurzen Stopp bei einem Dorf der 'Orang Asli', den Ureinwohnern Malaysias. Diese Familie lebt hier an dem Fluss natürlich mittlerweile vor allem von den ständig ankommenden Touristen, hat aber in einigen Aspekten die ursprüngliche Lebensweise dieses Naturvolks noch beibehalten. Bemerkenswert vor allem auch das Aussehen, dieses Volk erinnert mit der sehr dunklen Hautfärbung und auch der Augenform eher an afrikanische Völker, denn an asiatische. Ich durfte auch - Obertourist wie ich bin - mit einem Blasrohr schießen, allerdings wenig erfolgreich. Bei einem weiteren Stopp mit dem Boot ging es dann zum 'Canopy Walkway', einem System von wackligen Hängebrücken und Plattformen in schwindelerregender Höhe (bis zu 40m über dem Grund) mitten im Regenwald. Die letzte Station war wieder bei meinem Hotel, konnte ich 2 Tage die Treppen zum Ressort noch fliegenden Schrittes hinauf laufen, musste ich mich diesmal wirklich hinauf quälen und war sehr glücklich, kurz darauf Eva und Hannes wieder zu treffen. Nach einem kurzen Mittagessen in einem der Floating Restaurants und ein paar Drinks in der Hotelbar bekamen wir dann endlich unser neues Zimmer und ich die heiß ersehnte Dusche! Am Nachmittag konnten wir dann noch ein paar Affen direkt vor unserem Bungalow mit Früchten füttern, welche ich von den Orang Asli mitbekommen hatte. Weiter ist heute noch eine Massage im Hotel eingeplant und anschließend werden wir uns noch in den Floating Restaurants kulinarisch verwöhnen lassen. Morgen geht es dann per Auto weiter, in einer langen, langen Fahrt nach Kota Bharu.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
3 Wochen quer durch Malaysia, Kuala Lumpur - Cameron Highlands - Taman Negara National Park - Kota Baru - Perhentian Islands
Details:
Aufbruch: 24.07.2014
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 11.08.2014
Reiseziele: Malaysia
Der Autor
 
Christoph Schoeffmann berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.