Main-Rhein-Mosel Radtour

Reisezeit: August 2014  |  von Uta Weißel

Es ist wieder mal soweit. Gerald und ich wollen drei Wochen lang im August 2014 mit dem Fahrrad von Nürnberg bis Trier immer an den Wasserstrassen entlang, beginnend mit der Regnitz in Nürnberg und anschließend den Main und Rhein sowie die Mosel entlang. Vielleicht noch ein Stück von der Saar...
Wer neugierig auf unsere Tour ist: es gibt viel Schönes zu sehen an Landschaften mit allem Drumherum...

Berlin-Nürnberg-Bamberg

Anreisetag: Berlin - Erlangen,

Tageskilometer: 38 Gesamtkilometer: 38

Es geht los. Wir sind trotz Aufregung gut ausgeschlafen. Die Satteltaschen sitzen schon um 7:45 Uhr fest auf den Rädern und ab geht es zum ZOB. Wir brauchen bis dahin nur 10 Minuten. Der Busbahnhof steht voller abfahrbereiter Busse, die alsbald in alle möglichen Richtungen ausschwärmen. Wir finden endlich unser "Gate", aber der Bus steht noch nicht da.
15 Minuten vor unserer Abfahrtszeit 8:30 Uhr kommt er schließlich. Das Einsteigen geht fix und der sehr nette Busfahrer befestigt am Heck mit uns die Räder. Ein Ticket für ein Rad für eine Tour kostet nur knapp 10 Euro.
Ein echtes Schnäppchen...
Da das Mitnahmekontingent für Räder begrenzt ist, haben wir die Hinfahrt nach Nürnberg und die Rückfahrt von Koblenz (unser Mindestziel) als einziges schon vorher gebucht. Alles andere wie Unterkünfte und Tageskilometer wird sich ergeben. Na dann mal los:

Unser Bus mit den am Heck befestigten Fahrrädern

Unser Bus mit den am Heck befestigten Fahrrädern

Wir sitzen in der drittletzten Reihe auf den letzten beiden freien Plätzen nebeneinander. Der Bus ist ziemlich neu und summt friedlich wie ein Bienchen vor sich hin.
Nach 4 Stunden Fahrt soll es eine große Pause geben, in der man ausgiebig was essen kann. Aber schon nach ca. 1 Stunde packen drei junge Damen ihr selbst gekochtes Essen aus und mampfen munter drauf los. Ist ja normalerweise nicht so schlimm, aber das Essen riecht sehr eigenartig und streng. Wie gebratenes Fell...
Alle Passagiere rundherum ertragen es so 20 Minuten lang, bis sich eine andere junge Frau bemerkbar macht und die drei auffordert, doch dann zu essen, wenn wir Pause machen. Nach 5 Minuten ist der Spuk vorbei.
Was macht eine von den Dreien? Sie fängt eine Viertelstunde vor der Pause an wieder drauf los zu futtern und den Geruch dieses Essens erneut zu verbreiten.
Wir finden das schon ganz schön respektlos den anderen Fahrgästen gegenüber.

Mit 10 Minuten Verspätung erreichen wir Nürnberg.
Weil an diesem Wochenende das jährliche "Bardentreffen" statt findet, ist die Stadt schon ganz schön voll.
Kaum stehen wir an der Kofferausladeluke umarmt uns schon Carola ganz herzlich, eine Freundin aus Nürnberg. Wir haben gar nicht so richtig mehr mit ihr gerechnet, und deshalb ist die Freude ziemlich groß.
Wir schlendern noch 2 Stunden mit Sack und Pack durch den Trubel und probieren hier und da noch ein bayrisches Bierchen...
Gegen 16:00 Uhr verabschieden wir uns und treten kräftig in die Pedalen.

Herzlicher Abschied

Herzlicher Abschied

Der Weg entlang der Regnitz ist erst mal sehr schön, aber der Himmel produziert immer mehr dunkle Wolken.
Es heißt ja immer "Der Glaube versetzt Berge", vielleicht auch "Wolken"?
Nee, funktioniert nicht so richtig.
Schon fallen die ersten drei Tropfen und ich sage nur noch zu Gerald, dass ich unter der Brücke, die unmittelbar vor uns liegt, mal anhalte.
Keine drei Sekunden später fängt es an zu schütten. Und wir stehen zu unserem großen Glück im Trocknen.
Ein Gewitter vom allerfeinsten hängt genau über uns fest und die Regenwasserrohre von der Straße über uns ergießen sich volles Rohr unter die Brücke.

So fing es gemütlich auf dem Regnitzradweg an...

So fing es gemütlich auf dem Regnitzradweg an...

... dann erst mal fix unter die Brücke...

... dann erst mal fix unter die Brücke...

... aber duschen wollten wir dann noch noch nicht.

... aber duschen wollten wir dann noch noch nicht.

Während es genau über uns kracht und blitzt wie verrückt, kommen doch mal kurz Zweifel auf, ob unter einer Brücke stehen bei solchem Gewitter das Richtige ist...
Zum Glück fließt alles dank günstigem Gefälle gleich in die Regnitz und wir bleiben fast trocken.
Nach einer Stunde gegen 17:30 Uhr versuchen wir als letzte von den Obdach Suchenden den Standort zu verlassen, denn wir wollen hier nicht übernachten. Es nieselt dann noch bis Erlangen, das erste Tagesziel.
Leider ist der Weg nicht immer an den entscheidenden Stellen ausgeschildert, so dass wir das Zentrum von Erlangen einfach nicht finden und der olle Regen immer mehr nervt.
Nach mehreren Irrungen und Wirrungen liegt schließlich doch der Stadtrand von Erlangen vor uns und wir steuern den erst besten Gasthof "Ritter St. Georg" an und fragen nach einem Zimmer. Ha, kein Zimmer frei, aber der Chef persönlich, der grad auf dem Hof draußen zu Gange ist, geht noch mal zu seiner Angestellten und fragt nach. Schließlich erhalten wir in einem wunderschön restaurierten uralten Bauernhaus mit grünem Innenhof ein niedliches Zimmer. Deftiges Essen gibt es am Abend im Gasthof und am nächsten Morgen ein ordentliches Frühstück.

Unsere erste Unterkunft

Unsere erste Unterkunft

Sonntag, Erlangen - Bamberg

Tageskilometer: 40 Gesamtkilometer: 78

Als wir mit Sack und Pack den Hof verlassen, herrscht trockenes Wetter und vor lauter Freude sehe ich den Bordstein vorm Haus nicht und knicke mit dem linken Fuß heftig um.
Gerald fängt mich auf, er steht grad günstig und so bleibt es am Ende beim Schrecken. Es wird zum Glück nichts dick oder blau.
Bis Bamberg gibt es 2 Routen:
entweder direkt am Regnitztalradweg oder am Main-Donau-Kanal entlang.
Unser Votum fällt für die Kanalroute:

Eitle Wolken, die sich im Wasser spiegeln

Eitle Wolken, die sich im Wasser spiegeln

Heute findet in Erlangen ein Triathlon statt. Wir sehen die Teilnehmer im Kanal schwimmen und wie sie am Zwischenziel von Helfern aus dem Wasser gezogen werden.

Nur noch 20 Meter bis zum ersten Zwischenziel schwimmen...

Nur noch 20 Meter bis zum ersten Zwischenziel schwimmen...

Puh, geschafft.

Puh, geschafft.

Wir freuen uns und fahren weiter.
Plötzlich merken wir nach ungefähr 5 weiteren Kilometern, das Geralds Hinterrad einen Platten hat. Na toll, das fängt ja alles super an.
Unter der nächsten Brücke wird der Schlauch gewechselt und während Gerald damit beschäftigt ist, gucke ich mir nun das Radrennen vom Triathlon auf der Brücke an, welches zufällig hier vorbei führt.

Fahrradreparatur unter der Brücke

Fahrradreparatur unter der Brücke

Triathlon über der Brücke

Triathlon über der Brücke

Leider bekommen wir am Ende die Kette nicht mehr drauf und entschließen uns kurzerhand, mit dem Zug nach Bamberg zu fahren, unserem nächsten Etappenziel. Dort wird es wohl montags einen geöffneten Fahrradladen mit Service geben.
Ein Ordner von der Radrennstrecke erklärt uns zwar den Weg zum Bahnhof, aber wir biegen wohl mal wieder irgendwo falsch ab und sind plötzlich wieder auf dem Regnitztalradweg und schon viel zu weit gelaufen.
Also wird der nächste Radfahrer angehalten und noch mal nach dem Weg gefragt und gleichzeitig, ob er vielleicht weiß, wie man die Kette wieder drauf bekommt. Er schaut etwas unschlüssig und es kommt noch ein zweiter Radfahrer. Er fragt gleich, ob er uns helfen kann und schwupp die wupp ohne viele Worte ist die Kette ordnungsgemäß dort, wo sie hin gehört.
Recht herzlichen Dank für die Hilfe!
Leider ist aber die Gangschaltung im Eimer, so dass Gerald nur noch mit dem 2. Gang fahren kann.
Aber das ist alles halb so schlimm. Das Wetter ist super, die Bahn kann uns mal und die restlichen 30 Kilometer genießen wir im Schneckentempo bei herrlichstem Wetter.
Die Kanalroute ist wunderschön, die Autoverkehrsstraße weit weg und nicht zu hören. Es geht immer am Wasser entlang inmitten herrlicher Natur. So haben wir uns das von Anfang an vorgestellt.
Die folgenden Bilder sind Impressionen vom Weg...

Guck durch die Blume...

Guck durch die Blume...

Wir finden zwischenzeitlich etwas abseits der Route einen Gasthof um mal was zu trinken, ansonsten gibt es so gut wie keine Gastronomie am Kanal entlang.
Kurz vor 18:00 Uhr erreichen wir Bamberg und buchen anhand eines tollen Stadtplanausschnitts am Wegesrand schnell über HRS ein günstiges Hotel im Zentrum.
In weniger als 5 Minuten stehen wir an der Rezeption und können unser Zimmer beziehen und uns frisch machen.
Wir nutzen den Sonntagabend noch für einen ersten Spaziergang und sind begeistert von dieser wunderschön gepflegten alten Stadt. Hinter jeder Ecke wartet eine neue Überraschung.

Montag: Bamberg

Gleich nach dem Frühstück verlängern wir unseren Aufenthalt um eine Nacht.
Wir haben am Vorabend eine Fahrradwerkstatt erkundet nicht weit vom Hotel in der Nähe der Luitpoldstraße.
Der Meister des Fahrradhauses Griesmann hat das Hinterrad ohne groß Tamtam schneller ausgebaut als wir guten Tag sagen können.
In einer Stunde kann das Rad wieder abgeholt werden. Das ist ein Service vom Feinsten bei total korrekten Preisen.
Nachdem das Rad dann wieder im Hotel angeschlossen ist, geniessen wir den Aufenthalt in Bamberg. Wir schlendern durch die Fußgängerzone und kraxeln auf den Michaelsberg. Hier oben schmeckt uns der Kaffee mit der Aussicht auf die ganze Stadt. Die Temperaturen sind sehr angenehm und der Abstieg ist schon fast romantisch.

Blick vom Michaelsberg auf Bamberg

Blick vom Michaelsberg auf Bamberg

Mal ein anderer Blickwinkel

Mal ein anderer Blickwinkel

Ehemaliges Benediktinerkloster auf dem Michaelsberg

Ehemaliges Benediktinerkloster auf dem Michaelsberg

In der Gartenanlage auf dem Michaelsberg

In der Gartenanlage auf dem Michaelsberg

Auf dem Michaelsberg mit Blick auf die Stadt

Auf dem Michaelsberg mit Blick auf die Stadt

Durch dieses Gebäude verläuft der Abstieg vom Berg

Durch dieses Gebäude verläuft der Abstieg vom Berg

Mitten in der Altstadt von Bamberg

Mitten in der Altstadt von Bamberg

schöne Wandmalerei

schöne Wandmalerei

Blick von der unteren Brücke

Blick von der unteren Brücke

Unter der unteren Brücke

Unter der unteren Brücke

Ehemaliges Schlachthaus, gehört heute zur Uni

Ehemaliges Schlachthaus, gehört heute zur Uni

Regnitz mit Ausflugsdampfer im Hintergrund

Regnitz mit Ausflugsdampfer im Hintergrund

© Uta Weißel, 2014
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 02.08.2014
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 23.08.2014
Reiseziele: Deutschland
Der Autor
 
Uta Weißel berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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