Kirgistan - Kasachstan

Reisezeit: Juli / August 2014  |  von Peter Kiefer

Urlaub - Am Yssyk Köl

Jurtenkuppel.

Jurtenkuppel.

Urlaub - Am Yssyk Köl

Wieder ist es eines der gängigen shared taxis, das uns nach Balakchy bringt, der Stadt am Westzipfel des Yssyk Köl, dem nach dem Titicacasee zweitgrößten Gebirgssee der Welt. Mit einem der Minibusse, den wir dort nehmen, gelangen wir, weil unser Guide (Lonely Planet) mit genaueren Ortsangaben geizt, an einen Ort am Südufer, der, wie dann irgendwann klar wird, von der angepeilten Unterkunft am See kilometerweit entfernt ist. Anders gesagt, wir sind zu weit gefahren. Wir rufen eine Nummer an, die des angepeilten Jurtencamps. Die Frau am anderen Ende der Leitung versteht kaum Englisch, immerhin verrät sie so nach zwei, drei Minuten, in welchem Ort dieses Camp überhaupt angesiedelt ist, er heißt Tosor. Ein freundlicher älterer Mann nimmt uns dorthin mit. An der Straße weist ein Schild den Weg. Die Entfernung beträgt den obligatorischen Kilometer und der Weg führt an den Häusern einer einzigen schmalen Nebenstraße des Dorfes entlang. Schließlich angekommen - es sei aber nur für diese Nacht eine Jurte frei - stellt sich heraus, dass die Managerin recht gutes Englisch spricht und dass gar nicht sie es war, die mit mir telefoniert hatte, sondern eine andere von einem Camp, das nun zwar in Sichtweite liegt, aber doch noch ein gutes Stück entfernt ist. Schluss mit der Kilometerfresserei, wir sind jetzt hier und bewohnen eine geräumige Jurte. Das Plumpsklo hat sogar eine funktionierende Wasserspülung, die einen freilich, wenn man sich nicht in Acht nimmt, gleich selbst wegspült. Dieses Mal sind es drei Deutsche und ein Engländer, die wir treffen, zwei Paare, Japanologen, die auf Einladung in dieses Land gekommen sind. Sie unterscheiden sich auch von den anderen, denen wir sonst begegnet waren, es fehlt ihnen ein bisschen Abenteurermentalität. Haben wir die eigentlich noch? Fest steht, dass das hier eine der touristischsten Gegenden Zentralasiens ist. Der Yssyk Köl ist nämlich ein Badesee auf 1.600 Metern Höhe und er zieht Leute aus allen Himmelsrichtungen an, nicht zuletzt Russen und Kasachen. Man findet sonst wo auf der Welt sicher schönere Badestrände, das Besondere des Yssyk Köl ist freilich die Einbettung in die Gletscherwelt des Tien Schan Gebirges. Wohin man sich wendet, überall, so das Wetter es zulässt, blickt man auf Gipfelpanoramen. Die Wärme des Tages gleicht die eher niedrige Wassertemperatur aus. Wir legen uns an den Strand und beobachten das Treiben der in Familienstärke angereisten heimischen Urlauber. Wenn sie ins Wasser gehen, tragen die Frauen über ihren Bikinis oder Badeanzügen stets ein Tuch, gewöhnlich ist es durchsichtig. Zum Schwimmen eignet sich das trotzdem nicht, womöglich ist das dann der Grund, warum die meisten im Wasser nur herumplanschen. Morgen, sagen wir, werden wir auch ein Bad nehmen. Ein Mann, der uns schon zuvor Zeichen gemacht hatte, doch mit im See zu kraulen, gesellt sich nun einfach zu uns in den Sand und betet in einer Tour die Namen ihm bekannter Deutscher herunter, von Bach bis Hitler, in erster Linie aber die von Fußballspielern. Am Abend helfen wir Autos von denen, die zu weit aufs Strandufer hinausgefahren sind, aus dem Sand zu schieben. In der Nacht, merke ich, ist es draußen wärmer als drinnen in der Jurte.

Gleich hinter dem Frühstück der See.

Gleich hinter dem Frühstück der See.

© Peter Kiefer, 2014
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Zentralasien stand schon viele Jahre auf unserer Agenda, nun endlich hatte sich eine Gelegenheit ergeben. Es war eine recht bewegte Reise, auch im körperlichen Sinn, denn Kirgistan, das Hauptziel, ist ein fast durchweg gebirgiges Land. Spaziergänge wurden rasch zu Wanderungen, das Reiten auf Pferden spielte eine Rolle.
Details:
Aufbruch: 12.07.2014
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 08.08.2014
Reiseziele: Kirgisistan
Kasachstan
Der Autor
 
Peter Kiefer berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
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