Slowakei von ihrer schönsten Seite

Reisezeit: August / September 2015  |  von Manfred Sürig

Slowakisches Paradies-die Naturwildnis

In der Pension müssen wir wie üblich unsere Ausweise vorzeigen. Als die Wirtin unsere Geburtsdaten anblickt, sieht sie uns ungläubig an. In dem Alter (78 und 70) solche Radtouren ? Na ja, heute wollen wir ja nur eine Fußwanderung machen. Sucha Bela hoch und nach Klastorisko, von dort runter zum Hornad und zurück nach Hrabusice. 25 bis 30 km höchstens, von den Höhenunterschieden mal abgesehen.

Alle Wege gut markiert, da kann man sich unmöglich verlaufen.....

Alle Wege gut markiert, da kann man sich unmöglich verlaufen.....

Einbahn-Wanderweg. In der Schlucht Sucha Bela darf man nur den Weg bergauf gehen, wer die erste Stiege betritt, darf nicht mehr zurück. Warum, das sehen wir gleich

Einbahn-Wanderweg. In der Schlucht Sucha Bela darf man nur den Weg bergauf gehen, wer die erste Stiege betritt, darf nicht mehr zurück. Warum, das sehen wir gleich

Bei so viel Andrang gibt es schon mal Staus, Gegenverkehr darf da nicht zugelassen werden !

Bei so viel Andrang gibt es schon mal Staus, Gegenverkehr darf da nicht zugelassen werden !

Ein Blick zurück

Ein Blick zurück

In der kühlen Schlucht spüren wir noch nicht, dass die Temperatur heute auf 33 Grad gestiegen ist.

In der kühlen Schlucht spüren wir noch nicht, dass die Temperatur heute auf 33 Grad gestiegen ist.

fast 2 Stunden klettern wir knapp 400 Höhenmeter in der Schlucht bergauf. Oben angekommen, kommt uns der Wanderweg nun fast eben vor.
Hier wird inzwischen die Natur gut vermarktet: Da begegnen uns Radler auf geliehenen Mountainbikes, die nur den Weg bergab fahren wollen, aber auch schwer bepackte Wanderer, die die Gegend in mehreren Tagen durchstreifen wollen.
Überall Tafeln und Hinweisschilder.
Dennoch kommen wir einmal vom Weg ab und landen auf einem Stück Weg ohne Markierung! Am Zentrum Klastorisko kommen wir heraus, dort kreuzen sich alle Wege und natürlich gibt es ein Ausflugslokal, obwohl Autofahrer hier nicht hin können.

Wir klettern durch die Ruinen des Klosters, das teilweise restauriert wird, in Umrissen erkennen wir die Gemeinschafträume und die Klausuren der Mönche. Das Kloster diente im Mittelalter auch der Zuflucht vor Überfällen feindlicher Horden.

Wir klettern durch die Ruinen des Klosters, das teilweise restauriert wird, in Umrissen erkennen wir die Gemeinschafträume und die Klausuren der Mönche. Das Kloster diente im Mittelalter auch der Zuflucht vor Überfällen feindlicher Horden.

Dem Wildgulasch können wir nicht widerstehen, auch das Bier schmeckt ausgezeichnet, und bei über 30 Grad im Schatten bietet sich ein Mittagsschläfchen an.

Dieser Baum auf dem Gelände des ehemaligen Klosters hat den richtigen Schatten in der richtigen Richtung. Pünktlich um halb vier weckt uns die Sonne, Zeit für den Abstieg !

Dieser Baum auf dem Gelände des ehemaligen Klosters hat den richtigen Schatten in der richtigen Richtung. Pünktlich um halb vier weckt uns die Sonne, Zeit für den Abstieg !

Bevor es in die Tiefen einer Schlucht steil bergab geht, führt der Weg am Nordhang zu einer Stelle, an der man die gesamte Hohe Tatra auf ein Bild bekommen kann.

Bevor es in die Tiefen einer Schlucht steil bergab geht, führt der Weg am Nordhang zu einer Stelle, an der man die gesamte Hohe Tatra auf ein Bild bekommen kann.

Den Rückweg hatten wir uns eigentlich ganz einfach vorgestellt, es kann ja nur bergab gehen. Geht es auch, wieder fast 400m Höhenmeter bis zur Sohle am Hornad. Doch da wir ja gestern schon am Hornad herumgekraxelt sind, wollen wir uns die Schlucht heute auf dem Weg von oben ansehen, außerdem müßte es ja eine Abkürzung sein !

Unten am Hornad hatten wir auf eine Erfrischung mit Bademöglichkeit gehofft, aber es ist zu schwierig, ans Wasser heranzukommen.

Unten am Hornad hatten wir auf eine Erfrischung mit Bademöglichkeit gehofft, aber es ist zu schwierig, ans Wasser heranzukommen.

Und die vermeintliche Abkürzung hat es in sich. Volle 250 Meter wieder nach oben, dort kommen wir an den Sonenhang. Die Sonne hat hier alles ausgetrocknet, eine Stelle ist als die wärmste in der ganzen Gegend bezeichnet. Wir können das nur bestätigen und schwitzen wie selten.

Die Bäume haben wegen der Trockenheit das grüne Laub abgeworfen, noch schonungsloser scheint uns die Sonne am Südwesthang auf Kopf und Schultern!

Die Bäume haben wegen der Trockenheit das grüne Laub abgeworfen, noch schonungsloser scheint uns die Sonne am Südwesthang auf Kopf und Schultern!

Kurz vor dem Abstieg müssen wir noch einmal 100 Meter steigen, bevor es besonders steil bergab zum "Rachen des Hornad" geht. Schweißgebadet kommen wir unten an.
Gott sei Dank gibt es hier eine Stelle zum Baden!
Die Wassertemperatur interessiert uns nicht, nur rein und abkühlen.
Fast eine halbe Stunde lassen wir uns im Wasser treiben, schwimmen mal etwas aufwärts in kühleres Wasser, dann wieder zurück ins weniger kühle. Als wir uns anziehen, fühlen wir uns wieder richtig wohl.
Ich staune nur über meine klammen Finger, die sich gar nicht kalt anfühlen, aber schneeweiß geworden sind.

Die Abkühlung muß wohl ausreichend gewesen sein.

Die Abkühlung muß wohl ausreichend gewesen sein.

9 Stunden sind wir im Slowakischen Paradies unterwegs gewesen , davon 2 Stunden tiefer Mittagsschlaf. Zum Abend gönnen wir uns im Restaurant RANC noch ein Mahl mit herrlichem Blick auf die Hohe Tatra. Dass wir dabei bis zum Einbruch der Dunkelheit im T-Shirt im Freien sitzen können, ist nun schon selbstverständlich geworden.

Es muß mindestebns 2 Tage im Jahr geben, an denen die Sonne genau hinter den Bergen untergeht. Wenn keine Wolken davor sind. Dieses Jahr hätten wir dazu in der Jahreszeit früher kommen müssen.

Es muß mindestebns 2 Tage im Jahr geben, an denen die Sonne genau hinter den Bergen untergeht. Wenn keine Wolken davor sind. Dieses Jahr hätten wir dazu in der Jahreszeit früher kommen müssen.

Sonne oder Mond ?

Sonne oder Mond ?

© Manfred Sürig, 2015
Du bist hier : Startseite Europa Slowakei Slowakisches Paradies-die Naturwildnis
Die Reise
 
Worum geht's?:
2012 war ich zuletzt dort. Darum fehlt mir etwas. Hinfahren und Genießen, die Fahrtroute spontan an Hand des Wetters festlegen und dann erst beschließen, ob das Rad, die Wanderstiefel oder die Bahn benutzt wird. Kann man da Neues erleben ?
Details:
Aufbruch: 23.08.2015
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 06.09.2015
Reiseziele: Slowakei
Der Autor
 
Manfred Sürig berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.