USA - Kanada 2015 - Teil 5

Reisezeit: Mai - Juli 2015  |  von Uschi Agboka

Teil 5-Streckenverlauf Idaho/Utah/Wyoming/Colorado: 30.06.2015 - Sawtooth Range - Lost River Mountains

30.06.2015-Stanley-Peaks to Craters Scenic Byway - Lost River Valley - Arco

30.06.2015 Idaho City – Ponderosa scenic byway - Mores Creek Summit, 1.865 m - Lowman – Banner Pass, 2.150 m - Stanley – Lower Stanley – Sawtooth Range - Salmon River – Hot Springs Sunbeam – Sunbeam Damm – Bison Jump - Challis – Peaks to craters scenic byway - Lost River Mountains – Willow Creek Summit, 2.183 m - Borah Peak, 3.857 m – Lost river valley - Mackay Stausee – Mackay - Moore - Arco, Idaho
7 ½ Std. 241 Meilen (388 km)

Die Nacht war eine Tortur und so sind wir früh auf den Beinen, 6 Uhr. Da es in dem Hotel, welches wir nicht empfehlen können, kein Frühstück gibt, fahren wir über den schönen Ponderosa Scenic Byway – HW 21 – Richtung Stanley. Wir wollen dort frühstücken. Abfahrt 7.30 Uhr.

Heute Morgen ist kein Verkehr, doch viele Rehe, Streifenhörnchen und Marder sind auf der Pirsch. Herrlich die frische Luft am Morgen. Wir sind allein unterwegs, bis auf einen Schneeräumer, der uns fast auf die Schaufel nimmt. Er hat sicher gedacht, er sei allein auf der Straße unterwegs. Gut, dass Rolf so reaktionsschnell ist, sonst wäre ein Unglück geschehen.

Ein herrlicher Duft liegt in der Luft, doch es ist erschreckend, wie viel Wald verbrannt ist bei den letzten Feuern in der Gegend. Der Ponderosa Pine Scenic Byway führt ab Idaho City durch den Boise National Forest. Es ist eine herrliche kurvige Straße über den Mores Creek Pass, 1.865 m. Die komplette Landschaft ist hier von den Goldsuchern umgebuddelt worden. Nach Lowman kommen wir über den Banner-Pass, 2.150 m, folgen nun dem Payette River bis Stanley. Der 133 km lange Payette River ist ein wichtiger Nebenfluss des Snake River und sehr geschätzt als Wildwasser-Fluss.

Wir befinden uns in der Sawtooth Recreation Area, einer Traumlandschaft, zu der auch die Sawtooth Mountains (Sägezähne-Berge), die White Cloud Mountains und Boulder Mountains, alle Teil der Rocky Mountains, gehören. Wir haben einen herrlichen Blick auf die Sawtooth Mountains, deren unzählige schneebedeckte Gipfel in der Sonne glitzern. Sieht traumhaft aus. Die beiden höchsten Berge der Sawtooth Range sind Thompson Peak (3.277 m) und Mount Cramer (3.266 m). Die Sawtooth Mountains sind Heimat von Hunderten von Gletscherseen, allein über 400 Seen befinden sich in der Sawtooth Wilderness. Auf über 40 Wanderwegen kann man auf 560 km die Sawtooth Wilderness entdecken.

Um 10 Uhr sind wir in Lower Stanley, an „unserem“ Restaurant am Salmon River. Doch sie öffnen erst um 11 Uhr.

Lower Stanley liegt am Salmon River und man hat von dort einen phantastischen Blick auf die schneebedeckten Berge.

Da wir nicht bis 11 Uhr warten wollen, fahren wir zurück nach Stanley. Stanley ist ein kleiner Ort, ca. 100 Einwohner. Doch es gibt hier viele schöne Hotels für die Urlauber, die in den Sawtooth Mountains wandern, fischen oder jagen wollen.
Wir frühstücken im Mountain Village. Sehr gut und günstig. In dem schönen Lokal ist ein Plakat angebracht, eine Tiffani Streling wird seit dem 16. Mai vermisst. Für Hinweise ist eine Belohnung von 5.000 Dollar ausgesetzt.

Unsere Tour geht weiter, HW 75, immer am Salmon River entlang. Das ist eine herrliche Gegend – Salmon River Scenic Byway. Jedes Mal sind wir wieder begeistert von der Schönheit der Natur hier. Vorbei an Hot Springs – Sunbeam. Hier wurde in früheren Zeiten das Wasser von den Hot Springs in einer Leitung in den Salmon River geleitet, dort mit dessen kalten Wassern gekühlt und in ein Badehaus gepumpt. Alexander Ross, ein Hudson Bay Company Fellhändler, entdeckte am 1. Oktober 1824 das heiße Wasser – Hot Springs. In seinem Tagebuch findet man die Eintragung: I camped at a boiling fountain.

Kurzer Halt am Sunbeam Dam, an der Mündung des Yankee Fork Salmon River. Der alte Damm wurde teilweise gesprengt, um den Fischen wieder ihre Wanderung zu ermöglichen. Eine Hälfte des Dammes ist noch im Fluss zu sehen. Die Stromschnellen an dieser Stelle, die durch den Damm und die abrupte Richtungsänderung des Flusses entstanden sind, nennt man Sunbeam – Sonnenstrahl.

Hier am Salmon River befindet sich eine Laichstelle des Chinook Lachses, der der König unter den Pazifischen Lachsen ist. Der Chinook Lachs schwimmt fast 900 Meilen (1.449 km) vom Pazifischen Ozean bis hier in den Salmon River, um dort seine Eier abzulegen. Das Weibchen gräbt mit dem Schwanz ein Nest, legt die Eier hinein und das Männchen wirft seinen Samen darüber. Nach einem Jahr im Fluss wandern die Jungfische Richtung Pazifik, wo sie, falls sie die gefährliche Reise überleben, sich ca. 6 Jahre als aggressive Raubfische satt und rund fressen, um dann wieder die 900 Meilen zurück zu schwimmen, Eier ablegen und sterben. Der Chinook Lachs ist ein Riese, der bis zu 40 kg schwer werden kann.´

Kurz vor Challis fahren wir an den Felsen des Bison Jump vorbei. 1970 wurden hier viele Bison Knochen an den Klippen gefunden. Archäologen gehen davon aus, dass schon vor 7.000 Jahren die Bisons hierher gejagt wurden und in den Tod sprangen. Funde belegen, dass auch die Shoshone Indianer, nachdem sie zu Pferde auf die Jagd gehen konnten (den Spanier verdanken sie die Pferde), sie es sich leichter machten und die Bisons hier über die Klippen trieben.

Um 12.45 Uhr sind wir in Challis und machen Halt an einem Cafe. Rolf verputzt eine hervorragende Suppe und ich ein ungewöhnliches Eis.

Nachdem wir uns gestärkt haben, geht die Tour weiter, HW 93 South. Immer wieder sind Rehe am Straßenrand zu sehen, sie sind sehr flink und springen weit und hoch. Herrliche Tiere. Am Horizont begleiten uns die Lost River Mountains, dies ist eine Bergkette der Rocky Mountains in Idaho. Wir folgen dem Peak to Craters Scenic Byway.

Die Bergkette verläuft über 121 km vom Salmon River bei Challis bis zum Snake River Valley bei Arco. Im Westen liegen Salmon River Valley und Big Lost River Valley, im Osten Little Lost River Valley und Pashhimeroi Valley. Die Höhen der Berge steigen schnell von 1.500 m auf 3.378 m - Grouse Creek Mountain bzw. 3.395 m – Dickey Peak.

Der Highway führt über den Willow Creek Summit, 2.183 m. Die Landschaft hier sieht fast unwirklich aus. Schneebedeckte Gipfel am Horizont, schwarzes Lavagestein, grüne Büsche und am Himmel drohende Wolken.

Wir kommen zum Borah Peak, der mit 3.857 m die höchste Erhebung in Idaho ist. Der Berg wurde nach William Borah benannt, einem US-Senator für Idaho. Die Normalstrecke auf der Südwestflanke des Berges ist eine anstrengende Wanderung. Es ist ein Schneefeld mit steilen Abhängen zu durchqueren. Eispickel werden hier benötigt. Die Nordseite des Berges ist eine ganzjährig mit Schnee bedeckte Route uns erfordert viel bergsteigerisches Können. Diverse Bergsteiger verloren hier am Berg ihr Leben.

Eine Info-Tafel informiert über die Auswirkungen des Borah Peak Erdbebens, Stärke 7,3, am 28. Oktober 1983. Das Big Lost River Valley senkte sich und die Lost River Range Berge hoben sich, es entstand eine Bruchstufe, 12 km tief, auf einer Länge von 42 km.

Rechts des Highwayw liegt das große Mackay Reservoir (Stausee), am Fuß des Mount McCaleb. Die Damm-Mauer ist 21 m hoch. Der Stausee hat eine Kapazität von 55.267.012.046 Liter. Dort und in der umliegenden Gegend kann man Boot fahren, Fischen, Campen und Jagen. Bald sind wir in dem kleinen Ort Mackay, ca. 510 Einwohner, der auf 1.800 m Höhe liegt. Obwohl man Himmel drohende Regenwolken zu sehen sind, wird überall gesprengt. Schöne Häuser sind hier zu sehen, mit Blumen geschmückt. Die Temperatur ist angenehm, hin und wieder fallen 2 Tropfen Regen, mehr nicht. An einer kleinen Baustelle müssen wir warten. Dann kommen wir nach Moore, auch ein schöner kleiner Ort. Hier leben nur noch 189 Einwohner.

Gegen 15 Uhr erreichen wir Arco, nach 241 Meilen = 388 km. Arco, 1.000 Einwohner, ist Sitz des Countys und die größte Stadt im Butte County. Die Besitzerin des Hotels, welches Rolf vorgebucht hat, ist sehr nett. Sie erzählt uns, dass vor wenigen Minuten ein mehr als starker Regenschauer über den Ort hinweg fegte. Sie ist sehr froh, brachte er doch ein bisschen Kühlung. Wir haben mal wieder Glück gehabt und nichts abbekommen.

Das D. K. Motel selber sieht sehr einladend und freundlich aus. Überall vor den Zimmer wachsen blühende Blumen. Das Zimmer ist groß, 2 Sessel, 1 Stuhl, Tisch, kleine Küchenzeile mit Kühlschrank, großes Bad und gutes Bett. Preis 54 Dollar – mitten in der Wildnis.

Schnell abladen, dann fahren wir in den einzigen Laden im Ort, einkaufen für das Abendessen: Bananen, Blaubeeren, Tomaten, Schinken, Avocados, Sneakers, Bier. Zurück ins Hotel. Es tröpfelt leicht. Doch es ist ein warmer Regen, ich empfinde ihn als angenehm.

Arco ist das Tor zu der Lost River Range. Craters of the Moon National Monument liegt im Südwesten der Stadt. Das Idaho National Laboratory (INL), der größte Arbeitgeber in der Gegend (insgesamt mehr als 8.000 Angestellte) liegt im Osten von Arco. INL entwirft, plant und baut Atomreaktoren zur Stromerzeugung.

In Arco wurde 1955 der erste Boiling Water Reaktor der Welt – BORAX – in Betrieb genommen. Er versorgte u. a. den kleinen Ort mit Strom. Man scheint darauf sehr stolz zu sein, denn überall findet man diese Schilder: Arco, Idaho, became the first city in the world to be lighted by atomic energy on July 17, 1955!

Bilder auf der Homepage meines Mannes, www.harley-rolf.de oder auf meiner Facebook Seite - www.facebook.com/Uschi.Rolf.USA.Canada

© Uschi Agboka, 2016
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Reise durch folgende Staaten (USA und Kanada): Colorado / New Mexico / Arizona / Nevada / Arizona / New Mexico / Texas / Oklahoma / Kansas / Missouri / Illinois / Wisconsin / Michigan / CANADA – Ontario / Minnesota / North Dakota / Montana / Idaho / Utah / Wyoming / Utah / Colorado Motorrad-Tour-Verlauf – 10.250 Meilen = 16.503 km
Details:
Aufbruch: 13.05.2015
Dauer: 8 Wochen
Heimkehr: 09.07.2015
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Der Autor
 
Uschi Agboka berichtet seit 17 Jahren auf umdiewelt.
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