Frankreich - Vogesen 2016 - Teil 1

Reisezeit: September 2016  |  von Uschi Agboka

1. Tag - 3. September 2016: Informationen über die Vogesen

Informationen über die Vogesen

Die Vogesen sind ein Mittelgebirge in Ostfrankreich mit einer höchsten Erhebung von 1.424 m. Die Vogesen begrenzen die Oberrheinische Tiefebene auf etwa 170 km Länge. Sie bestehen im südlichen Teil vorwiegend aus Granit und Gneis. Die Nordvogesen, die von der Gletschertätigkeit verschont blieben, sind mit Buntsandstein überdeckt.

Die Vogesen sind aus Gneisen, Graniten, Schiefern und Vulkaniten aufgebaut und ähneln darin dem Schwarzwald. Der Bergbau auf Blei und Silber, später auch Baryt, spielte in den Vogesen eine ähnliche Rolle wie im Schwarzwald. Im Süden und im Osten gab es auch kleinere Vorkommen von Steinkohle.

Der Name Vogesen leitet sich vermutlich von dem ursprünglich keltischen, später von den Römern in Gallien übernommenen Berg- und Waldgott Vosegus ab.

Die Vogesen sind ein ausgesprochenes Waldland, viel wilder als der Schwarzwald. Der Wald besteht fast ausschliesslich aus Tannen, Fichten, Kiefern und Buchen. Es gibt Mischwälder oder reine Nadelwälder. Oberhalb der Baumgrenze liegt das Gebiet der Hochweiden, chaumes genannt. Diese Wiesen auf den Gipfeln der sanft gewölbten Granitrücken entstanden im frühen Mittelalter durch Rodung, die die großen Abteien durchführten, um Sommerweiden für ihr Vieh zu schaffen. Die Hochweiden sind mit Hochmooren, Heidekraut und Blaubeergesträuch durchsetzt. Im Sommer grast auf den Hochweiden wie seit Jahrhunderten das Vieh. Es ist Grundlage der für die Gegend wichtigen Käseherstellung.

Neben den üblichen Waldtieren Hirsch, Reh und Wildschwein findet man in den Wäldern der Vogesen vereinzelt auch den Luchs und die Gämse, beides Tiere, die wieder angesiedelt wurden. Das für die Vogesen besonders typische Auerhuhn ist vom Aussterben bedroht.

Die eiszeitlichen Gletscher hinterließen ihre Spuren in kurzen, tiefen Tälern mit steilen Talschlüssen, in Mulden, Moränen und Geschieben, so dass sich die Bergseen bilden konnten.

Die bekanntesten sind: Lac Blanc, Lac Noir, Lac des Truites, Lac de Kruth Wildenstein, Lac de Ge-rardmer, Lac de Longemer, Etang de Hanau, Lac de la Maix,Lac de la Pierre Percee.

Durch den Nord-Südverlauf der Gebirgsketten und die Höhe der Pässe sind die Vogesen für den Verkehr ein Hindernis, das nur einige Quertäler überbrücken.

Die Kammlinie des Gebirges bildet die Grenze zwischen den französischen Regionen Elsass im Osten und Lothringen im Westen, die über einige wichtige Pässe verbunden sind – von Süd nach Nord:

Col de Bussang, 731 m - Mülhausen – Remiremont
Col d’Oderen, 884 m - Cornimont – Fellering
Col de la Schlucht, 1.139 m - Colmar – Gerardmer
Col du Bonhomme, 949 m - Colmar – Saint Die des Vosges
Col de Sainte Marie, 772 m - Schlettstadt – Saint Die des Vosges
Col de Saverne, 413 m - Saverne – Phalsbourg

Die Vogesen waren merowingischer Zeit (5.–7. Jahrhundert) wenig besiedelt, aber kulturhistorisch bedeutsam durch das in den Westvogesen gelegene Kloster Luxeuil, in dem sich der Ire Columban einige Zeit aufhielt, bevor er über die Alpen nach Oberitalien zog, um dort das Kloster Bobbio zu gründen. Aus dem Kloster Luxueil sind vorkarolingische Handschriften erhalten.

Im Ersten Weltkrieg waren die Vogesen Schauplatz erbitterter Kämpfe. Auf der Ostseite der Vogesen liegen große Soldatenfriedhöfe. Auch heute noch sind an vielen Stellen die Schützengräben deutlich sichtbar, in denen sich die Feinde oft nur wenige Meter voneinander entfernt gegenüberlagen. Auf der Westseite des Vogesenkammes verläuft kurz unterhalb der Gipfel die Route des Crêtes, eine Militärstraße, die von der Französischen Armee als Versorgungsstraße zur Sicherung des gerade eroberten Terrains gegen die von Osten anrückenden Deutschen gebaut wurde. Anders als die meisten anderen Straßen verbindet sie keine Orte untereinander. Heute ist diese Straße eine beliebte Touristenstrecke, vor allem für Motorräder.

© Uschi Agboka, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Reisetagebuch Vogesen Teil I - 3. bis 10. September 2016 Touren durch Elsaß, Lothringen, Champagne, Burgund, Französischer Jura
Details:
Aufbruch: 03.09.2016
Dauer: 8 Tage
Heimkehr: 10.09.2016
Reiseziele: Frankreich
Der Autor
 
Uschi Agboka berichtet seit 17 Jahren auf umdiewelt.
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