Patagonien - Auf der Straße nach Süden

Reisezeit: Januar / Februar 2018  |  von Diana & Pavla

Teil 3 - Am anderen Ende der Welt

Geschichte trifft auf Moderne: Plaza de Armas, Santiago de Chile

Geschichte trifft auf Moderne: Plaza de Armas, Santiago de Chile

29.01.2018 - Ankunft in Santiago de Chile.

Der Waaahnsinn!!!

Am Flughafen stürzten sogleich mannigfaltige Geräusche, Gerüche und Menschenmassen auf uns ein. Paulis einwandfreie Spanischkenntnisse nebst Erfahrungen in lateinamerikanischen Großstädten erwiesen sich mehr als vorteilhaft.
„Wir nehmen den ‚TURBUS‘ in die Innenstadt, schau, das Busterminal ist da vorn, wir brauchen Haltestelle Nr. 6, aber lass‘ uns vorher gleich hier etwas Geld abheben…“

…. Ähm, ja, ok.
Wissen Sie, im Laufe des Tages gewöhnte man sich dann schon schnell an das geschäftige Treiben der wirklich sagenhaft sauberen und auf wundersame Weise wohlgeordneten Stadt. Aber im ersten Moment ... puh! .. ist es wesentlich angenehmer, wenn man sich auf jemanden mit Durchblick verlassen darf.

Mittels Bus und Taxi setzten wir in unser kleines, heimeliges Hotel mitten in der Stadt über. Übrigens die einzige Unterkunft auf unserer Reise, die bereits von zuhause aus gebucht worden war. Während wir nämlich alle weiteren Herbergen ziemlich problemlos online „just in time“ organisieren konnten, schadet ein erster, fester Anlaufpunkt in einer 6-Millionen-Metropole halt nicht.

Dieser hier befand sich in der Guardia Marina Ernesto Riquelme. Was für ein klangvoller Name für eine schnöde Straße, nicht wahr? Die Fassaden und schweren Türen wirkten ja, wie wir das auch aus Südeuropa teilweise kennen, oft nicht so einladend, im Inneren hingegen alles umso gemütlicher. So auch hier.

Endlich unseres Gepäcks entledigt, ließen wir uns in die Stadt treiben und genossen in einem der Straßencafés unseren ersten echt südamerikanischen Kaffee. Und, was soll ich Ihnen sagen - der weckte die Lebensgeister!

An Verpflegung, so fiel gleich auf, werde es uns insgesamt wohl nicht mangeln. Gutgefüllte und –besuchte Supermärkte und Restaurants aller Orten.

Die Plaza de Armas präsentierte sich uns anmutig im nachmittäglichen Lichte. Prächtige historische Bauten wechselten sich mit kunstvollen modernen Glastempeln ab, wovon recht viele der Santander Bank zu gehören scheinen … aha, da gehen also die ganzen Zinsen hin.
Und schön warm war es! Ende Januar, hier natürlich Hochsommer. Herz, was willst Du mehr!

Straßenhändler hatten ihre Waren – Kleidung, Schuhe, Schmuck, Handyzubehör – in den sauberen Fußgängerzonen hübsch ansprechend vor sich ausgebreitet, überall dazwischen Kioske mit Süßkram und Getränken, dahinter spiegelten sich die Fassaden der schicken Boutiquen. Alles machte einen geschäftigen, aber keineswegs hektischen Eindruck. Die Menschen begegneten uns durchwegs freundlich und hilfsbereit.

Neben all den neuen Eindrücken schauten wir immer mal wieder nach einem Reisebüro, um gleich die weiteren Schritte unserer Tour in trockene Tücher zu bringen.

Im Stadtpark

… erregte der lautstarke Auftritt von so einer Art Schlagersänger unsere Aufmerksamkeit. Zwischen Palmen und exotischen Pflanzen, Springbrünnlein und diesem wundersam fremdartig-vertrauten Menschengewirr wehten Latinoklänge in den warmen, sonnendurchfluteten weiten Rund. Mehr Pathos geht nicht!
Pauli fand es grässlich, ich faszinierend. So unterschiedlich sind die Geschmäcker.

Apropos – noch ein Gläschen Rotwein vielleicht dazu, und ich hätte durchaus schon mal ein paar Tage einfach nur hier sitzen bleiben können.

Anstatt des Rotweins gesellte sich, neugierig und von uns sichtlich angetan, ein kauziger älterer Herr zu uns.
Nach einigem Smalltalk lenkte er das Gespräch, wie vorher übrigens auch der Taxifahrer, auf die politische Stimmung in der Stadt. Die hohe Zuwanderung aus anderen lateinamerikanischen Ländern und die Kriminalität ... und wir wüssten doch in Europa auch, wie ......... ähm, nein. Wenn er sich hier in irgendeiner Form unsere Meinung dazu erhofft hatte, mussten wir ihn leider enttäuschen.
Wir packen aber mal trotzdem vorsichtshalber mal unsere Kameras weg – selbstverständlich nachdem wir gemeinsam mit dem Herrn ein paar versprochene Fotos geschossen hatten.

Zum Ausgleich machte er sich, durchaus charmant und voller Stolz (ob auf seine Stadt oder seine beiden temporären Begleiterinnen, kann offenbleiben) als Reiseleiter nützlich, führte uns kreuz und quer durch die Innenstadt und erklärte in passablem Englisch alles Mögliche.
Museen und überhaupt Kulturstätten scheinen in Santiago einen hohen Stellenwert zu haben und sind der Öffentlichkeit fast alle frei und kostenlos zugänglich. Im Foyer des einen intonierte ein kleines Ensemble zarte klassische Musik. Hach schöön ....

- Zuletzt führte er uns wie versprochen zu einem Reisebüro und verabschiedete sich, während wir noch überlegten, wie wir uns nun erkenntlich zeigen sollten, höchst artig von uns.

Nun war ein gedanklicher Vorgriff auf das Ende unserer Reise nötig. Wir suchten einen erschwinglichen Rückflug nach Santiago in 3 Wochen. Schließlich wollten wir per Bus das Land in südlicher Richtung erkunden, unser Rückflug ging jedoch am 20.02.2018 wieder ab Santiago. Ergo hieß es, dann wieder exakt hier sein.

Die entsprechenden Buchungen klappten - nach einigen Verhandlungen und Preisvergleichen - immerhin schon auf den zweiten Anlauf. Was vielleicht auch mit der erfrischenden Dusche zu tun hatte, die wir uns zwischendurch mal im Hotel gegönnt hatten. Nichts geht über einen klaren Kopf.

Unserer Bustour in den Süden sowie dem Rückflug von dort nach Santiago stand nun nichts mehr im Wege – und sogar ein Ausflug nach Valparaíso war noch drin!

Und bis dahin wollte natürlich die spannende chilenische Hauptstadt mit ihrer Umgebung ausgiebig erkundet werden.

Im Park

Im Park

Paseo Bandera - eine farbenfroh gestaltete Fußgängerzone. Sehr sehenswert!!!

Paseo Bandera - eine farbenfroh gestaltete Fußgängerzone. Sehr sehenswert!!!

Empanadas – leckere kleine gefüllte Teigtaschen - gehen als kleiner Snack am Straßenrand eigentlich immer. 
Hier gabs sogar noch Unterhaltung dazu – in Form eines Blicks auf so einen "Barber-Shop" im Freien.
Darin wurde den Jungs unter dem kritischen Blick von uns und einiger anderer kichernder Mädels der auch bei uns derzeit so angesagte Einheits-Hipster-Look verpasst. 
Alle gleich - vom rasierten Scheitel bis zum Zauselbart. 
Whatever.

Empanadas – leckere kleine gefüllte Teigtaschen - gehen als kleiner Snack am Straßenrand eigentlich immer.
Hier gabs sogar noch Unterhaltung dazu – in Form eines Blicks auf so einen "Barber-Shop" im Freien.
Darin wurde den Jungs unter dem kritischen Blick von uns und einiger anderer kichernder Mädels der auch bei uns derzeit so angesagte Einheits-Hipster-Look verpasst.
Alle gleich - vom rasierten Scheitel bis zum Zauselbart.
Whatever.

© Diana & Pavla, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Eine Idee, zwei Frauen, drei Wochen, viertausend Kilometer - und wieder zurück. Ein kleines, feines Abenteuer zwischen Santiago und Feuerland.
Details:
Aufbruch: 28.01.2018
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 21.02.2018
Reiseziele: Chile
Argentinien
Der Autor
 
Diana & Pavla berichtet seit 5 Jahren auf umdiewelt.
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