Eva on tour

Reisezeit: November 2007 - März 2008  |  von Eva G.

Indien 09.11.-19.12.2007: Khajuraho

18.11.2007:

Nun sollte es also soweit sein... Ohne die Bequemlichkeit eines Taxis geht es also mit Bus und Bahn auf nach Khajuraho!

Zunaechst einmal ging es in Agra mit dem Tuk Tuk Richtung Bahnhof. Dort war natuerlich erst einmal warten angesagt, denn indische Zuege kommen selten puenktlich. Aber wir hatten es ja gluecklicherweise nicht eilig.
Die ca. vierstuendige Zugfahrt nach Jhansi (215 km) war ziemlich entspannt, wir hatten einen Platz im AC Teil des Zuges, also alles kein Thema
Nur die koreanischen Mitfahrer waren ein wenig nervig anzusehen, die guten Manieren hatte der eine oder andere dieser koreanischen Reisegruppe leider zu Hause vergessen!

In Jhansi angekommen, sind wir direkt mit zwei Girls aus Australien ins Gespraech gekommen. Sie hatten den gleichen Weg, also haben wir uns am Bahnhof zu viert ein Tuk Tuk zum Busbahnhof geteilt. Natuerlich wollte man uns erst mal erzaehlen, dass es keine Busverbindung vor dem naechsten Tage gaebe, und wir auf jeden Fall ein Taxi fuer RS. 500,- pro Person benoetigen wuerden! Na ja, wir wollten dann doch erst mal zum Busbahnhof und siehe da - noch 15 Min bis zur Abfahrt des Busses!
Die Busfahrt hat uns supergut gefallen, fuer Petra war es aber freilich nichts besonderes, hat sie ja schon oft in Indien gemacht...

Nach sechs Stunden Fahrt und 188 km sind wir dann in Khajuraho angekommen. Eine kurze Tuk Tuk Fahrt spaeter waren wir im Hotel Harmony angekommen und wir konnten endlich das langersehnte Abendessen vertilgen!

19.11.2007:
Nach einem bescheidenen Fruehstueck (kleine Magenrebellion, aber nur von kurzer Dauer) ging es direkt los zur Besichtigung der Kamasutra-Tempel, die uns ueberhaupt erst nach Khajuraho gelockt hatten.
Unnoetig zu erwaehnen, dass auch hier unsere kurzen Fusswege von diversen Indern begeleitet wurden

in Khajuraho

in Khajuraho

Zunaechst ging es zur westlichen Tempelgruppe, die nur wenige Minuten von unserem Hotel entfernt war. Der Eintritt betrug Rs. 250,-, dafuer fuehlten wir uns aber wie in einer Oase!
Die Anlage war sehr schoen angelegt, viel Gruen und Baenke und Affen. Und eben einfach Ruhe! Ein Traum nach dem lauten und versmogten Agra! Die westlichen Tempel sind sehr gut erhalten, bzw restauriert.

Die oestliche Tempelgruppe war etwa 15 Min von unserem Hotel entfernt. Diese sind allerdings bei weitem noch nicht so gut restauriert, bzw wurden sie teilweise einfach nicht schoen wiederhergestellt. Da wurde sozusagen der "Indian Style" verwendet...

Von den urspruenglich 85 Tempeln in Khajuraho sind noch 22 uebrig. Sechs Stueck wurde erst in den 70er Jahren bei einem Erdbeben zerstoert. Ein Einheimischer hat uns erzaehlt (und ich hoffe mal, es stimmt auch...), dass es in dieser Gegend sehr harte Steine gibt, die sich zum Tempelbau eignen. Da man diese nicht weit wegbringen wollte, wurden einfach an Ort und Stelle 85 Tempel errichtet.

Auf dem abendlichen Rueckweg zum Hotel konnten wir schliesslich noch die Schule im alten Teil von Khajuraho besichtigen. Fuer einen Europaeer fast unvorstellbar, unter welchen Bedingungen die Kinder dort zur Schule gehen - falls sie es ueberhaupt tun!
Die Schule ist zudem nicht staatlich gefoerdert, die Lehrer unterrichten ehrenamtlich.

Klassenzimmer

Klassenzimmer

20.11.2007:

Am Vormittag blieb noch genug Zeit um ein paar weitere Tempel zu besichtigen.
Ein Bauer, den wir auf dem Weg getroffen haben, hat uns erzaehlt, dass es seit drei Jahren nicht geregnet hat. Fuer die Touristen im neuen Teil von Khajuraho wird das Wasser in Tanks angeliefert. Die Bauern jedoch erhalten keinerlei Hilfe vom Staat und koennen ihr Land nicht bestellen.
Natuerlich hat er uns um Geld gebeten, allerdings stimmt hier das ganze System einfach nicht. Da kann ein Tourist mit ein paar Rupee auch nicht viel ausrichten...

Schliesslich waren wir noch in einem kleinen "Laden", in dem tolle selbstgemachte Holzfiguren gemacht wurden. Alles Handarbeit mit traditionellen Werkzeugen. Superschoen!

Um 12.00 Uhr mussten wir das ruhige Khajuraho leider schon wieder verlassen. Waeren gerne noch laenger geblieben, aber das Zugticket war schon gebucht und bezahlt...
Zuerst ging's mit dem Tuk Tuk ein kurzes Stueck nach Bamitha und dann mit dem Bus weiter nach Satna (insgesamt 115 km). Die Busstrecke nach Satna ging direkt durch den Nationalpark, so dass wir noch ein wenig davon sehen konnten. Im ersten Stueck bis nach Panna waren Petra und ich total hinter dem Fahrer eingeklemmt, aber danach war es besser und wir konnten einen 2er-Sitz ergattern. Nach vier Stunden sind wir dann in Satna angekommen.

Im Bus nach Satna

Im Bus nach Satna

An der Strasse nach Satna

An der Strasse nach Satna

Und wen wundert es - der Nachtzug nach Varanasi hatte natuerlich Verspaetung. Netterweise durften wir in einem Touristoffice mit einem bequemen Sofa warten, so dass die Wartezeit schnell vergangen ist.

Die 10 Stunden Zugfahrt nach Varanasi waren allerdings die Hoelle! Der Zug war total ueberfuellt, und wir hatten Muehe, ueberhaupt unseren (bereits reservierten!) Platz zu bekommen. Schliesslich und endlich hatte ich meinen eigenen Schlafplatz und hab mir diesen mit unseren Rucksaecken geteilt. Petra hatte es nicht so gut, sie sass zunaechst eingeklemmt mit 12 Indern in einem Abteil, dass eigentich fuer sechs Leute gedacht ist. Aber wir haben es irgendwie ueberstanden!

© Eva G., 2007
Du bist hier : Startseite Asien Indien Khajuraho
Die Reise
 
Worum geht's?:
Über Indien nach Australien und Neuseeland und dann über Südostasien zurück nach Deutschland...
Details:
Aufbruch: 08.11.2007
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: 28.03.2008
Reiseziele: Indien
Australien
Neuseeland
Thailand
Kambodscha
Der Autor
 
Eva G. berichtet seit 16 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors