Kambodscha-Reisebericht :Weltreise 2005

Kambodscha

Wir sind auf dem Wasserweg nach Kambodscha eingereist. Die Grenzformalitaeten waren wieder unkompliziert und alles ging sehr schnell. Die Weiterreise auf dem Mekong war schoen. Die Menschen leben am und vom Fluss. Riesige Reisfelder erstrecken sich an den Ufern und die Kuehe sehen hier ploetzlich ganz anders aus!
Haben gleich an der Grenze wieder Neues dazu gelernt: der offizielle Name des Landes ist 'Koenigreich Kambodscha'. Koenig Sihanouk hat nach der Schreckensherrschaft der Roten Khmer den Thron bestiegen.
Wieder ein Land in dem vor nicht allzu langer Zeit Krieg geherrscht hat. Und eigentlich unvorstellbar, dass dieser Krieg noch viel grausamer war, als so manch anderer. Hier wurden Menschen gefoltert und umgebracht, weil sie Brillen trugen, zu intelligent aussahen,... Die Idee der Roten Khmer war, einen Bauernstaat zu gruenden. Von 1975-1979 haben Soldaten gewuetet und mehr als 2 Mio Menschen getoetet. Kinder wurden ab dem Alter von 10 Jahren zu Toetungsmaschinen ohne Gefuehle, Moral und Angst ausgebildet! Wahnsinn!
Eine der meistbekannten Staetten hier in Suedostasien hat den Krieg unbeschadet ueberlebt: die Tempel von Angkor. Und natuerlich war es auch unser Hauptziel hier in Kambodscha.

Aber unsere erste Station war die Hauptstadt Phnom Penh. Wir sind erst bei Dunkelheit angekommen und der Bus hat uns im 'schlimmsten' Viertel abgesetzt: laut, hektisch, schmutzig! Am naechsten Tag haben wir das Hotel und das Viertel gewechselt. Das hat uns gleich einen anderen Eindruck von Phnom Penh vermittelt. Breite Strassen, saubere Strassenkuechen, weniger Verkehr, Parkanlagen, natuerlich auch Restaurants und Hotels. Die Preise in manchen Restaurants sind unerwartet hoch und obwohl Kambodscha seine eigene Landeswaehrung (Riel) hat, werden fast ueberall US$ verwendet. Und da die Unterteilung in kleine Mengen nicht so einfach ist, kostet hier alles gleich mindestens 1 US$. Oft der 4-fache Preis wie in Vietnam. Wobei aber der Durchschnittslohn eines Lehrers oder Polizisten bei ca. 20-25 US$/Monat liegen soll. Die Kambodschaner akzeptieren, anders als in Indonesien, ein 'Nein' und fragen nicht noch 3 mal nach, ob man den Transport/die Ware nicht vielleicht doch braucht. Am Abend kommen die Kinder und Muetter mit ihren eigenen, oft aber geliehenen Babys zum Betteln in die Restaurants. Vielen Menschen fehlen Gliedmassen als Folge von den unzaehligen Landminen.
Hier wird uns wieder mal ganz deutlich bewusst, wie gut es uns zuhause geht!

Wir haben einen Tag lang ein paar Sehenswuerdigkeiten besucht: Den Royal Palace mit dem Kroenungssaal, buddhistische Tempel und der Silver Pagode, deren Boden mit vielen Silberplatten ausgelegt ist und ein stehender Buddha, der mit ueber 2000(!) Diamanten besetzt ist. Der Besuch im Genozidmuseum S-21 erinnerte uns sehr an die Konzentrationslager zuhause. Bilder von den unzaehligen Opfern klagen die Grausamkeiten der Roten Khmer an.

Silver Pagode

Silver Pagode

S-21 Museum

S-21 Museum

In 'nur' 7 Stunden Busfahrt ging es von Phnom Penh nach Siem Reap und damit zu den Tempeln von Angkor! Nach so vielen Busfahrten in Asien und Suedamerika nehmen wir es sehr gelassen hin und vertreiben uns die Zeit mit schlafen, lesen, reden oder 'Schnapsen'. Ich hab' Stefan schon ein paar Bummerl, ja sogar den einen oder anderen Schneider angehaengt. Stefans Kommentar dazu: bei ihm als Lehrer, eh kein Wunder...

Die Tempel von Angkor: wir haben noch zuhause darueber gelesen und freuten uns schon sehr auf dieses grosse Highlight in Asien. Der bekannteste Tempel in dem Gebiet ist Angkor Wat, aber auch Bayon und Angkor Tom sind Klassen fuer sich. Mit dem Tagesticket konnten wir bereits am Vorabend den Sonnenuntergang im Angkor Wat ansehen, und der erste Eindruck dieser gewaltigen Tempelanlage war ueberwaeltigend. Frueher haben in und rund um die Tempel 1 Mio Menschen gelebt. An manchen Ecken scheint man das Leben noch so richtig zu spueren. Und bei so vielen guten Fotomoeglichkeiten, weiss man gar nicht, wo und was man zuerst fotografieren soll. Eine Mutprobe gibt's dort auch: die Treppen auf die Tuerme rauf sind extrem steil, sehr hoch und mit einer teilweise sehr kleinen Trittflaeche. Aber der Ausblick entschaedigt dann fuer die weichen Knie.

Angkor Wat

Angkor Wat

Der naechste Tag stand dann ganz im Zeichen der Tempelanlagen. Wir starteten um 05:15 mit unserem TukTuk-Fahrer um rechtzeitig beim Sonnenaufgang dort zu sein. Angkor Wat spiegelt sich mit der Morgenroete wunderbar im Lotussee.
Obwohl die meisten Tempel buddhistisch, hinduistisch oder eine Mischform darstellen, hat jeder Tempel ganz eigene Merkmale. Bayon hat viele Steingesichter, die Elefantenterasse zieren viele Elefanten und im 'Dschungeltempel' ueberwuchern noch viele grosse Baeume die Gebaeude. Ueber 12 Stunden haben wir uns die Tempel angesehen und sind dann am Abend erschoepft und tief beeindruckt ins Bett gefallen. Auch wenn man schon viele Tempel gesehen hat oder gar nicht an den alten Steinen interessiert ist, die Tempel von Angkor sind ein sehr beeindruckendes Stueckchen Geschichte!!

Bayon

Bayon

Ja, und dann war die schoene Zeit in Kambodscha auch schon vorbei. Ueber die staubige und von Schlagloechern uebersaete Strasse fuhren wir dann in Richtung Thailand um die letzten Tage in Asien zu verbringen.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
In einem Jahr um die Welt: Südostasien, Australien, Neuseeland, Mittel- und Südamerika, Afrika. Nur um zu sehen, ob die Welt wirklich rund ist ...
Details:
Aufbruch: 02.05.2005
Dauer: 11 Monate
Heimkehr: 12.04.2006
Reiseziele: Ecuador
Chile
Argentinien
Bolivien
Peru
Titikakasee
Südamerika
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Australien
Westküste Australien
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Der Autor
 
Iris Lumetzberger und Stefan Pointner berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Iris Lumetzberger und sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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