Zwei Asien-Neulinge auf Reisen: Singapur - Malaysia - Thailand

Reisezeit: Februar / März 2009  |  von Kat Ma

Singapur

Der erste Eindruck: Der Spruch, dass Asien erst hinter Singapur anfaengt, scheint zuzutreffen. Auch, dass die Leute extrem freundlich sind (nach dem Kontrastprogramm in Dubai faellt das doppelt auf). Allerdings ist auch einiges nicht wie erwartet. Angefangen mit der Luft, die zwar etwas schwerer, aber nicht stickig ist - und auch von hoher Luftfeuchtigkeit ist nichts zu spueren. Dann die Sauberkeit: Man hoehrt ja immer, dass Singapur so ausserordentlich sauber sei. Das scheint mittlerweile etwas anders geworden zu sein: guter mitteleuropaeischer Standard, aber nicht mehr. Auch hier liegen Zigarettenstummel, Pappbecher, Papier etc. rum, und in der MRT sieht man Kaugummispuren am Boden. Ueberhaupt ist einiges wohl lockerer geworden: An den zahlreichen Verboten stoeren sich die Einheimischen naemlich nicht wirklich. So ist zum Beispiel das Ampelverhalten absolut italienisch und in der UBahn wird (trotz Androhung hoher Strafen) getrunken.

Zunaechst aber gings fuer uns zum Hostel (HangOut@Mt.Emily), um unsere mueden Haeupter auf hoffentlich angenehme Kissen zu betten (sie waren uebrigens tatsaechlich sehr angenehm, wir haben sehr gut geschlafen).
Am naechsten Morgen fuehrte unser Weg runter vom Mt. Emily - und direkt in eines der groessten indischen Volksfeste: Thaipusam. Bei Thaipusam ziehen die Glaeubigen mit einem Gefaess voller Milch ueber einen mehrere km langen Prozessionsweg zu einem Tempel, um die Milch dort zu opfern. Die wirklich hardgesottenen aber machen diesen Weg mit einem farbenpraechtigen Metallgestell, dass ihnen mit zahlreichen, in den Koerper gespiekten Haken den Oberkoerper traktiert (die Metalldinger wippen => bohren sich richtig schoen in die Haut ein). Sehr beliebt sind auch "Extrempiercings" quer durch beide Wangen und die Zunge. Die Strassen werden fuer dieses ungewoehnliches Schauspiel uebrigens nicht vollstaendig gesperrt - daneben rauscht der alltaegliche stinkende Verkehr vorbei, was das Ganze fuer die gespiekten Teilnehmer nicht einfacher macht.

Man beachte, die Metallkonstruktion wird direkt im Fleisch verankert (Weicheier tragen einen Bauchgurt)

Man beachte, die Metallkonstruktion wird direkt im Fleisch verankert (Weicheier tragen einen Bauchgurt)

Auch sehr beliebt: Limetten ...

Auch sehr beliebt: Limetten ...

... und kleine Schreine, die mit Haken im Ruecken gezogen werden

... und kleine Schreine, die mit Haken im Ruecken gezogen werden

Irgendwann rissen wir uns aber vom Spektakel los und begannen, auch die restliche Stadt zu erkunden. Auffallend ist, wie multikulti die Gesellschaft ist. Verschiedene Nationen, aber vor allem auch die verschiedenen Religionen scheinen sehr gut und friedlich mit- oder wenigstens nebeneinander zu leben. Im Umkreis von wenigen Metern findet man Moschee, Buddha-, Hindutempel und christliche Kirche.
Das Nebeneinander hingegen faellt vor allem bei den Indern auf. Betritt man Little India, betritt man eine andere Welt: Hier beginnt tatsaechlich Asien - man moechte meinen, man sei in Indien. Es bewegen sich dort nur Inder. Und es ist auch sehr viel schmutziger als im Rest von Singapur. Hier sichteten wir Kakerlaken Nr. 1, 2 und 3 - was einem von uns einen gehoehrigen Schrecken, dem anderen ein amuesiertes Schmunzeln bescherte (dreimal duerft ihr raten, wer wer ist ). Aber sehr spannend.

Omnipresaent in Singapur: das soeben angefangene Jahr des Ochsen

Omnipresaent in Singapur: das soeben angefangene Jahr des Ochsen

Ansonsten scheint Singapur nur aus Shoppingmals zu bestehen - und aus Baustellen fuer neue Shoppingmals. Einige Oasen der Ruhe findet man allerdings auch, wie das Malaysian Heritage Center, in dessen Park wir unsere Fuesse hochlegen und das schoene Wetter geniessen konnten.

Unsere kulinarischen Erfahrungen hingegen waren sehr geteilt: Waehrend man in en Shoppingmalls eigentlich recht gut ass (ein Stock dient meist als Food Court), kann es ausserhalb auch schon mal abenteuerlich werden - schliesslich sind auch hier saemtliche Kulturen und Nationen vertreten. Etwas sehr Interessantes bekamen wir auch beim Koreaner (siehe Foto...)

Toter Frosch  ? Wir tippten auf Alge, waren uns aber nicht 100%ig sicher...

Toter Frosch ? Wir tippten auf Alge, waren uns aber nicht 100%ig sicher...

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Mit dem Nachtzug verliessen wir schliesslich Singapur Richtung Kuala Lumpur.

© Kat Ma, 2009
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Die Reise führt uns zuerst nach Singapur, dann nach Kuala Lumpur, und anschließend wollen wir uns die Westküste Malaysias und die Südwestküste Thailands ansehen, bevor es auch schon wieder zurück nach Bangkok geht, wo unser Flieger zurück in die Heimat wartet.
Details:
Aufbruch: 06.02.2009
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 01.03.2009
Reiseziele: Singapur
Malaysia
Thailand
Der Autor
 
Kat Ma berichtet seit 15 Jahren auf umdiewelt.