USA calling

Reisezeit: März 2012  |  von Ricky B.

Letzter Tag in Boston, Rückkehr nach NYC

DAS ist Amerika! Ein Meeeeeegateller mit Tortillas und allerhand überbackenen Kram wie schwarzen Bohnen, Jalapennos, Chicken, Tomaten, Käse und so weiter zum Abendbrot. Paradies!

DAS ist Amerika! Ein Meeeeeegateller mit Tortillas und allerhand überbackenen Kram wie schwarzen Bohnen, Jalapennos, Chicken, Tomaten, Käse und so weiter zum Abendbrot. Paradies!

Den Morgen nach dem Barbecue-Abend ließen wir abermals ruhig angehen, da es wieder ein wenig später wurde. Außerdem stand auf dem Tagesprogramm neben abendlicher Partytime erstmal "nur" ein Fußballspiel, New England Revolution sollte gegen die Portland Timbers spielen. Keine Weltklassenamen, aber man will ja mal schauen, was in den Staaten in unser aller Lieblingssportart so abgeht.

Ich kann schonmal im Voraus sagen, dass dieser Tag für uns eine einzige lange Glückssträhne beinhaltete!

Um zum Stadion des Heimvereins zu kommen, dem Gilette-Stadium, in welchem neben dem Fußballclub vor allem auch der Footballverein New England Patriots spielt, muss man ca. 40 Kilometer aus der Stadt herausfahren. Leider gibt es für Fußballspiele keinen öffentlichen Transport zum Stadion, was den Stellenwert von "soccer" in den USA eindrucksvoll unterstreicht. Aufgrund dessen fuhren wir also eine ganze Weile mit dem Zug ins absolute Nirgendwo. Als wir schließlich an einer einsamen und runtergekommenen Bahnstation ausstiegen und weder Taxen noch andere Fortbewegungsmittel erspähen konnten, befürchteten wir schon wieder einen ziemlich großen Reinfall. Zum Glück stiegen neben uns noch drei Jungs aus, die, nachdem wir sie ansprachen, meinten, dass sie ebenfalls zum Spiel ins Stadion wollten. Schwein gehabt! Daraufhin riefen sie per Handy ein Taxi, welches wir uns letztendlich zu fünft teilen konnten, sodass die Fahrt ins etwa 15km entfernte Stadion nicht wirklich teuer wurde.

Dort schließlich angekommen begann unsere Glückssträhne allerdings erst so richtig Fahrt aufzunehmen. Am Ticketschalter angekommen wollten wir gerade Eintrittskarten kaufen, als wir plötzlich von einer Frau angesprochen wurden, die uns Karten anbot. Entgegen unserer anfänglichen Vermutung wollte sie uns jene allerdings nicht verkaufen, sondern schenken! Als wäre dies nicht bereits des Guten zuviel (die billigste Eintrittskarte zum Spiel hätte auch mal eben 23 Dollar gekostet), teilte sie uns auch noch mit, dass es sich bei den Karten um Plätze für die Präsidentensitze handelte! Diese befanden sich direkt am Spielfeld hinter der Werbebande, man saß also quasi wie die Trainer und Ersatzspieler auf der Ersatzbank, nur eben auf gegenüberliegender Seite! Wir konnten unser Glück kaum fassen und gingen voller Dank erstmal hinein, da als "Vorprogramm" zum eigentlichen Spiel ein weiteres stattfand - die Frauennationalmannschaft Brasiliens spielte gegen die von Kanada. Ich kann euch sagen, auch wenn das jetzt vielleicht ein bisschen machomäßig klingt: Noch nie zuvor habe ich so schlechten Fußball gesehen!

Das gigantische Gilette-Stadium von innen, fast 70.000 Leute finden hier Platz!

Das gigantische Gilette-Stadium von innen, fast 70.000 Leute finden hier Platz!

Erstmal was essen! Man beachte unseren "Sector": "PRES" ;D

Erstmal was essen! Man beachte unseren "Sector": "PRES" ;D

Doro auf unserem Platz direkt hinter der Werbebande in erster Reihe!

Doro auf unserem Platz direkt hinter der Werbebande in erster Reihe!

Man glaubt es kaum, aber es gab neben einer durchgängig singenden Heimkurve sogar ...

Man glaubt es kaum, aber es gab neben einer durchgängig singenden Heimkurve sogar ...

... einen schön rumpöbelnden Gästemob ...

... einen schön rumpöbelnden Gästemob ...

Nachdem wir nun also unsere First Class Sitze eingenommen hatte, kam wenig später die Frau, welche uns die zwei Tickets schenkte, gemeinsam mit ihrem Sohn. Nun erfuhren wir, dass sie ursprünglich aus England kommt, ihr Sohn nur zu Gast ist, sie von ihrer Firma oftmals Freikarten für Spiele bekommt und in den USA nur zum Fußball geht, weil sie den aus England so sehr vermisst. Auch verriet sie uns, dass sie sogar eine Dauerkarte für New England Revolution besitzt, die Mannschaft aber eigentlich als grottenschlecht bezeichnet. Aber wie gesagt - Engländer halt.

Nachdem zum Anpfiff alle zur amerikanischen Nationalhymne, welche live performet wurde, aufstehen mussten, ging es endlich los. Während wir das Spiel beobachteten, die sich direkt vor uns gefoulten wälzenden schauspielernden Spieler bepöbelten und nebenbei ein wenig quatschten, ging die Zeit recht schnell vorbei. In der Pause lud uns die Frau zum Essen ein, Wahnsinn! Mit soviel Herzlichkeit hätten wir nie und nimmer gerechnet, wir schämten uns schon fast für diesen so guten Willen der Frau. Sie meinte allerdings, dass wir als Studenten ruhig alles von ihr annehmen können, sie wisse ja, wie es finanziell bei Studenten so aussehe ... Ablehnen war also zwecklos.

Nach dem Spiel, welches New England Revolution überraschenderweise mit 1-0 gewann (das Tor und der Sieg wurde mit Gewehrschüssen direkt hinter dem Strafraum gefeiert), bestand die Frau auch noch darauf, uns mit ihrem Auto zum Bahnhof zu fahren. Da wir unter Zeitdruck standen, keine Ahnung hatten wo Taxen stehen würden und ja sowieso nicht "Nein" sagen durften, ließen wir uns also auch noch bis zum Bahnhof chauffieren. Mit riesigen Danksagungen verabschiedeten uns schließlich und versprachen, irgendwann mal nach England zu kommen, um mit dem Sohn und eventuell ihr ein Spiel ihres Heimatvereines, Stoke City, zu schauen.

Die Rückfahrt verging schließlich schnell und so erreichten wir am Abend wieder Sam´s Haus. Dort waren alle schon ziemlich aufgebrezelt, sollte doch auch an diesem Abend wieder Party auf dem Programm stehen. Nachdem wir uns frisch gemacht hatten, stießen auch wir zu den anderen. Natürlich verzögerte sich alles wieder ewig, es wurden viele Kaltgetränke vernichtet und die Abendplanung stetig geändert. Irgendwann landeten wir aber doch in einer riesigen Bar mit Dancefloor, wo wir den Abend / die Nacht zum Tag machten. Spät im Bett beschwerten wir uns schonmal im Voraus über den Wecker, welche in wenigen Augenblicken schon wieder klingeln sollte ...

Mit Sam und Co. in der Bar ... wie in Amerika fast überall übrig gab es auch hier wieder viele Fernseher, welche Sportveranstaltungen übertrugen.

Mit Sam und Co. in der Bar ... wie in Amerika fast überall übrig gab es auch hier wieder viele Fernseher, welche Sportveranstaltungen übertrugen.

Am nächsten Morgen ging es wie bereits erwähnt also in aller Frühe zurück nach New York, dem ersten und letzten Ziel unserer Etappe. Wir entschieden uns als Transportmittel abermals für den Bus, in welchem wir mit freiem Wlan entspannen konnten. Netter Service hier in den USA, dass man viel mehr freie Internetnetze findet, als bei uns in der Heimat!

Wir erreichten gegen Mittag unser Hotel Carter, wo wir uns mit Jule treffen wollten, welche für zwei Tage nochmals aus Kennett Square zu uns stieß. Bereits früh kristallisierte sich heraus, dass ich auf ihre geplanten Shoppingaktivitäten keine Lust hatte und stattdessen lieber ein wenig aus der Stadt heraus fuhr, um abermals ein Fußballspiel zu besuchen. So trennten sich also für wenige Stunden unsere Wege: Die beiden ließen ihren Shoppingtrieben freien Lauf und machten nebenbei noch ein wenig Sightseeing, ich hingegen gönnte mir das Erlebnis, Thierry Henry live im Trikot von New York zu sehen, welche gegen Colorado spielten. Nach einigem Suchen fand ich auch den richtigen Weg zum Stadion und entspannte bei einem 4-1 Heimsieg auf meinem Logenplatz höhe Mittellinie, zu welchem ich mir mit ein paar Tricks mit einer Karte der billigsten Preiskategorie Zugang verschaffte. ;D Hier drehen sich die Uhren halt ein bisschen anders als in deutschen Stadien.
Da sich Jule und Doro die Kamera unter den Nagel rissen, gibts aus dem Stadion allerdings (bestimmt zur Freude vieler ) keine Bilder.

Nachdem wir uns alle wiedertrafen, entspannten wir noch den Abend in der Nähe des Times Square und machten uns auf in Richtung der bekannten Bar "MacLarens" aus "How I met your mother". Diese war allerdings nicht allzu dolle, sodass wir nach dem Blick auf die überteuerte Getränkekarte sofort wieder aufbrachen.

Wir in unserem Superhotel ...

Wir in unserem Superhotel ...

... und auf dem Times Square!

... und auf dem Times Square!

Doro und Jule nochmal im M&M Laden.

Doro und Jule nochmal im M&M Laden.

Geile Karre!

Geile Karre!

Irgendwann fanden wir dann auch den Weg zurück ins Hotelzimmer, wo wir übermüde in den Schlaf fielen. Auf in die letzten Tage in den USA!

Liebe Grüße,

Doro, Jule und Ricky

© Ricky B., 2012
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Die Reise
 
Worum geht's?:
„Was wir wissen ist, dass man nach einer Reise immer mit einem Sack voller spannender Eindrücke und Geschichten nach Hause kommt, über die man noch Jahre später mit den besten Freunden lachen kann. Reisen ist das größte Glück dieser Erde und jeder sollte es so oft machen, wie er nur kann.“ Mat Capel
Details:
Aufbruch: 05.03.2012
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 29.03.2012
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Der Autor
 
Ricky B. berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.