12 (?) Monate in Benin - ein Leben in einer anderen Welt

Benin-Reisebericht  |  Reisezeit: Oktober 2007 - Oktober 2008  |  von Johanna Hoffmann

Mein erster Tag in Benin

So, der Montag also, mein erster ganzer Tag in Benin. Geweckt wurden wir von dem Hahn, der Waerme, der Neuheit aller Dinge. Wie koennte ich da lange schlafen? Kurz darauf klopfte auch Francis, weil in meinem Bad noch einige Reparaturen zu erledigen waren. Dann gingen Julian und ich nach unten und bekammen gebackene Bananen, Tee und Brot mit, jaaa wie lecker, salziger!!! Butter vorgesetzt. Und auf keinen Fal her- oder wegraeumen helfen. Als Gast hat mit hier nichts zu tun, falsch machen kann man nichts. Als Jovo sowieso nicht. Vielleicht haben wir ja andere Gewohnheiten die sie nicht kennen? Nie wuerde man jedoch einen Gast kritisieren hab ich lernen duerfen.
Dann ist Francis in die Arbeit, Montag bis Freitag von ca 9Uhr bis 21Uhr. Seine Abwesenheit macht mich jedoch nicht wirklich traurig, denn er ist ein ziemlicher Chauvi und irgendwie ein bisschen unangenehm. So herrisch... Naja, aber als Untermieterin ist das schon okay. Ich werde auch in Zukunft alleine kochen und Essen. Meistens zumindest. Es git eine 2. Kueche im Obergeschoss, sprich auf meiner Etage, und die darf ich benutzen. Super!
Dafuer sind Mensah, Julian und ich dann auch gleich Sachen enkaufen gegangen, Teller, Toepfe, Gaskocher und Gas etc. Was man halt so braucht... Dazu sind wir mit Kasimi, seinem Fahrer, nach COtonou gefahren auf den marcheé Dantokpa. Der groesste arkt in Benin, wenn nicht sogar in Westafrika. Wenn man sich hier nicht auskennt ist man verloren; Selbst Mensah musste sich nach den Abteilungen durchfragen.
Das war sehr interessant, aufregend, lehrreich. Aber es wird wohl noch dauern, bis ich mich da alleine hintraue. Auch weil ich alleine des prix Jovos bezahlen muesste, sprich total ueberteuert, den Weissenzuschlag. Ist leider so: Weiss = reich.

Zwischendurch snd wir Essen gegangen bei Maman Bénin. Nur traditionelle Geichte. Waehrend der Fahrer im Auto gewartet hat. Wie immer... Mensah hat uns das Maerchen vom Regenwurm und seinem Onkel erzaehlt. Sprich ein altes beninisches Maerchen, das frueher bei den abendliches Maerchenstunden auf den Doerfern von den Alten erzaehlt wurde. Mensah befasst sich mit Maechen, hat auch schon Buecher darueber veroeffentlicht und kennt sich aus. Er kann sie auch sehr gut erzaehlen. Man merkt, dass er 4 Kinder hat

Dann haben wir die Sachen heim gebracht. Es war auf wundersame Weise schon Abend geworden. Dann sind wir zu Mensah mit Heim gegangen, und waehrend wir da auf dem Sofa sassen und ueber Politik redeten, wurde es innerhalb von nicht mal 15 Minuten stockdunkel. Ohne die Laternen haette man nichts gesehen. Beeindruckend. Bad haben Julian und ich uns jedoch wieder auf den Heimweg gemacht. Zu Fuss. Das ist recht ungewoehnlich. Aber ein bisschen die Gegend anschauen und so, warum nicht? Es dauert ca 40 Minuten. Das ist machbar. Eine angenehme Abwechslung zur staendigen Autofahrerei. Immer wieder wurden wir unterwegs mit "Jovo! Jovo!" begruesst und Kinder haben uns kichernd zugewunken. Solange es dabei bleibt und mich keiner heiraten will ist das in Ordnung...
Daheim angekommen sind wir dann auch bald schlafen gegangen. Ein erster Tag in Benin. Schoen, angenehm, voller Eindruecke. Und immer in Begleitung dieses Gefuehls, daheim angekommen zu sein.

Ach ja, das Wetter?? Naja, wie gesagt, so um die 30°C. Es ist Ende der Regenzeit, also sehr sehr feucht. EIgentlich ist es angenehm, finde ich. Julian hat mehr Probleme obwohl er schon laenger hier ist. Es gibt auch in fast jedem Raum einen Deckenventilator. Das mit den Muecken ist auch i Ordnung, die Fenster und Tueren sind durch ein Moskitonetz geschuetzt plus extra eines ueber dem Bett. Das ist echt i Ordnung. Spinnen und Kakerlaken (das Wort in fon, der Eiheimischensprache die man hier in der Gegend um Cotonou spricht, heisst das uebrigens auch "kakerlak") gibt es, krabbeln auch manchmal die Rohre hoch, wurde mir erzaehlt. Das ist dann die Extraportion Spass beim Duschen!!!
Das Tollste sind aber die Eidechsen. von 3cm bis 30cm habe ich schon alles gesehen. Das sind quasi meine Haustiere. Krabbeln einfach an den Waenden rum - und fressen die Spinnen und Kakerlaken. Praktisch.

Soweit so gut. Mein heutiger Besuch im SOS Kinderdorf und meine ersten Zémidjan-Erlebnisse beschreibe ich im naechsten Kapitel. Dann gibt es auch Bilder, versprochen.

© Johanna Hoffmann, 2007
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Endlich wird ein Traum wahr: Mama Africa, ich komme!! Für voraussichtlich 12 Monate werde ich in Abomey leben, davon 6 Monate in einem SOS Kinderdorf, die anderen 6 in einem Krankenhaus ein freiwilliges Praktikum machen.
Details:
Aufbruch: 07.10.2007
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: Oktober 2008
Reiseziele: Benin
Ghana
Der Autor
 
Johanna Hoffmann berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
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